Ungebildete Kollegen in der Ausbildung Hilfe?

14 Antworten

Ich kann das Dilemma grundsätzlich verstehen. Es kann schon ziemlich ätzend sein, wenn man den Großteil des Tages mit Leuten verbringt, mit denen man sich nicht wirklich was zu unterhalten hat.

Ich hab Jahrelang in nem Büro gearbeitet, wo Kleinstadt-Klatsch und Tratsch das liebste Thema der Kollegen war, womit ich gar nichts zu tun haben wollte und alles über Politik schimpfte aber wenn man dann mal das Gespräch intensivierte einfach klar wurde, das die Kollegen im Grunde nicht wirklich was darüber wissen sondern einfach nur Headlines, wie sie für gewisse Zeitungen verwendet werden nachplappern.

Das war auch recht frustrierend, aber man lernt mit der Zeit wegzuhören und beschränkt sich dann halt auf Unterhaltungen über das Wetter o.ä..

Den eigentlichen Gesprächsbedarf deckt man dann besser in der Freizeit mit Freunden oder Familie.

Mit Kollegen auf einer Wellenlänge sein, ist halt ein Bonus. Schön, wenn es sich ergibt - wenn nicht, dann beschränkt man das Verhältnis zu den Kollegen auf das was nötig ist, um vernünftig miteinander zu arbeiten.

Informiere dich über Smalltalk. Suche dir in der Freizeit Leute, mit denen du über deine Themen diskutieren kannst und betreibe in der Ausbildung nur Smalltalk. Oder rede halt nicht mit und höre nur zu, wenn dir das Thema nicht zusagt. Möglicherweise fallen dir auch nur ein paar Azubis besonders auf, die eingeschränkte Themen haben. Jugendsprache ändert sich alle paar Jahre, da kann man sich schon mal komisch vorkommen, wenn andere besonders "umgangssprachlich" reden. Du kannst nach der Arbeit zu typischen Studententreffpunkten gehen oder dich anderweitig mit Menschen austauschen, die deine Interessen teilen.

Politik sollte schon jeden interessieren in gewissem Umfang, aber vegane Ernährung ist halt nicht jedermanns Sache und als Nicht-Veganer fühlt man sich leicht missioniert und hat keine Lust darüber zu reden. Sport und gesunde Lebensweise sind auch Themen, die anderen vermitteln können, es ginge um einen Wettbewerb, wer der beste ist. Vielleicht glaubt man sogar, sich für seine ungesunde Lebensweise verteidigen zu müssen, und dazu hat natürlich keiner Lust. Versuche, mal allgemeine Smalltalk-Themen zu finden, bei denen jeder entspannt mitreden kann und sich keiner ausgeschlossen fühlt. Das kann aber schwierig sein, wenn man sich für allg. Smalltalkthemen - zu denen normalerweise aber auch Poiltik gehört, aber auch Musik, Sport (nicht der eigene, der von Profisportlern).

Es ist in jeder Gruppe schwierig, wenn man sich für bestimmte Themen interessiert, die die anderen größtenteils nicht interessieren. Dann sollte man sich, so schwer es fällt, damit zurückhalten und über etwas anderes sprechen, bei dem alle mitreden können. Besonders "missionarische Themen", die man verstehen kann als "ich mache alles richitg, und du?" sollte man lassen (bewusst einkaufen, sich gesund ernähren, Sport machen, politisch aktiv sein - wenn man merkt, dass man in der Gruppe ziemlich der Einzige ist, der wert darauf legt und die anderen dies als Kritik an ihrem Leben verstehen könnten).

Du kannst mit Freunden, die Englisch sprechen, z.B. über den Aussprachefehler eines Moderators etc. lachen, aber wenn du mit einer älteren Person redest, die unmögliche Aussprachefehler im Englischen macht, korrigierst du sie nicht, weil dir klar ist, dass sie nicht die gleiche Vorbildung wie du hat und von der Korrektur gekränkt wäre. Ähnlich verhält es sich auch mit deinen Kollegen.

Hast du mal über die Berufsakademien in Baden-Württemberg nachgedacht? Ich weiß nicht wie die heutzutage funktionieren, aber früher war es eine Mischung aus Arbeit und Studium. Also 3 Monate Arbeit in einer Firma (z.B. Boehringer), dann 3 Monate Studium auf dem Niveau einer FH. Wenn man sich nicht arg blöd anstellte, wurde man von der Firma angestellt und konnte gleich mit einem vernünftigen Gehalt starten. Alles also sehr praxisorientiert, aber auf hohem Niveau. Ich glaube man bewirbt sich direkt bei den Firmen, aber das kann man ja rausbekommen. Das wurde v.a. im technischen Bereich, wie Informatik oder im wirtschaftlichen Bereich angeboten. War beides nichts für mich, aber ich fand das Konzept immer klasse und meine Schwägerin, die dort studierte war begeistert.

Was möchtest Du wissen?