Unfallversicherung verweigert Krankenhaustageld

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Hallo, bitte schaue in Deiner Police nach, ob Du dort einen solchen oder ähnlichen Satz findest: "Haben Krankheiten oder Gebrechen bei der durch ein Unfallereignis verursachten Gesundheitsstörung oder deren Folgen mitgewirkt, mindert sich im Falle einer Invalidität der Prozentsatz des Invaliditätsgrades bzw. im Todesfall und, soweit nichts anderes bestimmt ist, in allen anderen Fällen die Leistung entsprechend dem Anteil der Krankheit oder des Gebrechens entsprechend." Bei Alttarifen wurde dieser "Mitwirkungsanteil" oftmals ab Beginn abgezogen, in moderneren Tarifen oftmals erst ab 25% Mitwirkung oder höher. Um dies richtig beurteilen zu können müsste man die Gesellschaft und die Vertragsbedingungen kennen.

Du hast Dich richtig verhalten und lässt Dir deren Begründung und die Berechnung des Mitwirkungsanteiles schriftlich geben. Dann kann man darauf reagieren. Zwischenzeitlich prüfe bitte Deinen Antrag, ob der Fixateur schon damals vorhanden, und wenn "JA", ob er auch mit angegeben war.

Demnach wäre aus deren Sicht der Mitwirkungsanteil sehr hoch. Wie suzisorglos bereits ausgeführt hat, muss auch geprüft werden, in wie weit der Fixateur überhaupt mitgewirkt hat oder ob es auch ohne dieses Gerät zum Unfall gekommen wäre. Es ist davon auszugehen, dass Du auf jeden Fall aber einen Rechtsbeistand in Form eines Rechts(Fach-)anwaltes oder Versicherungsberaters brauchst. Alles Gute

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Enya2009
12.10.2011, 16:52

Herzlichen Dank für Ihre fachlich sachlich und sehr informative Antwort. Die Versicherung ist die Zürich. Es handlet sich um eine Familienversicherung - eine sehr alte - besteht bereits seit ca. 15 Jahren und wurde zum Glück noch nie gebraucht. Mein Mann hat mich dann mit in die Versicherung aufnehmen lassen mein Fixateur war bekannt (ob es vom Vertreter notiert wurde weiß ich leider auch nicht-zumindest ist im Vertrag keine der von Ihnen erwähnten Klauseln geschrieben).

Der Fixateur hat bei dem Sturz nicht mitgewirkt und wurde auch zum Glück nicht beschädigt oder so. Ich habe halt sehr schwere Prellungen an der LWS erlitten die innerlich waren und dort den Ischiasnerv abgedrückt haben. Sprich, lt. den Ärtzen ist meine Verletzung unabhängig ob Fixateur oder nicht, da es diesen ja gar nicht betrifft.

Nun noch was zum wirklichen wundern - mein Mann telefonierte gestern noch mal mit dem Vertreter und dieser war total überrascht als mein Mann ihn darauf hinwies das es sich schließlich um einen BG - Arbeitsunfall handelt und das ich auf der Arbeit auf nassen Fliesen ausrutschte und NICHT wegen einem Rückenleiden ins Krankenhaus gekommen bin... tja, also nun werde ich eben geduldig warten was die Versicherung schreibt und mit welcher Begründung.

Einen Fachanwalt für Versicherungsrecht habe ich mir nun schon mal gesucht und den Fall vorbesprochen d.h. sobald das Schreiben da ist werde ich dann den Anwaltstermin machen.

Nochmals ganz Herzlichen Dank.

0

Die Anrechnung von Vorschäden ist - soweit sie bei dem aktuellen Unfall einen Einfluß auf die Dauer des Krankenhausaufenthaltes hatten - gerechtfertigt. Hätte der Unfallbedingte Krankenhausaufenthalt auch ohne den Fixateur so lange gedauert, und wäre der Unfall auch ohne Fixateur so geschehen und hätte sich genauso schädigend auf Deinen Körper ausgewirkt, darf natürlich kein Abzug vorgenommen werden. Es gibt leider einige wenige Versicherer, allen voran die HUK Coburg, die trotzdem immer wieder versuchen, im Leistungsfall ihre Kunden zu übervorteilen. Da hilft dann meist nur eine Klage vor Gericht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Vorschäden werden ja in der Regel angegeben und dann zahlt man ggf. einen etwas höheren Beitrag oder aber Schäden, die daraus entstehen sind nicht mit versichert. Wenn das bei dir nicht der Fall ist, solltest du, wenn du alles schriftlich hast, dagegen Einspruch einlegen und notfalls einen Anwalt beauftragen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Enya2009
11.10.2011, 17:31

Vielen Dank, genau. Bei Abschluss der Versicherung vor 100 Jahren ;-) wurde mir erklärt das ich Krankenhaustagegeld bekomme wenn ich mal im Krankenhaus liege nach einem Unfall und auch bei einem Arbeitsunfall. Und ich frage ja auch nur nach dem Krankenhaustagegeld und sonst nichts, deshalb verstehe ich das alles nicht. Also werde ich dann wenn ich das schriftlich habe mir wohl tatsächlich das erste mal im Leben eine Anwalt suchen der mir hoffentlich helfen kann. Dann bin ich jetzt schon mal gespannt ob meine Rechtsschutzversicherung da dann auch Einwände hat...arrg da fragt man sich wirklich warum man jeden Monat für eine Versicherung bezahlt...

0

glücklicherweise ist mir sowas noch nicht passiert. Ich hoffe aber, dass Du eine Rechtsschutzversicherung hast und am Besten nicht bei der gleichen wie bei Deiner Unfallversicherung. Wenn nicht würde ich mal unter Rechtsberatung googlen. Tut mir leid, a) für Deine Repressalien und b) dass ich nicht mehr helfen kann.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?