Unfallrente hat sich rückwirkend erhöht; wird sich jetzt auch der Unterhalt an das Kind rückwirkend erhöhen und besteht für mich Pflicht zur Auskunft?

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5 Antworten

Wenn der Unterhalt tituliert ist, muss nur in Höhe der im Titel festgelegten Summe gezahlt werden, nicht mehr.

Zwar ist das "Kind" berechtigt, dein "unterhaltsrelevantes Einkommen" überprüfen zu lassen - in der Regel alle zwei Jahre bzw. bei "berechtigter Annahme einer Erhöhung... - aber du bist nicht verpflichtet, dir selbst einen Nachteil zu verschaffen, also eine Veränderung anzuzeigen oder den Unterhalt ggf. von dir aus anzuheben.

Sollte das Kind eine Überprüfung veranlassen, müsste der ggf. höhere Unterhalt erst ab dem Tag gezahlt werden, an dem die Abänderung des bestehenden Titels durch das Kind geltend gemacht wurde, Nachzahlungen für davor liegende Zeiten brauchen nicht geleistet zu werden.

Wird eine Neuberechnung angestrebt, muss das "Kind" dir seinen Anspruch auf Unterhalt  auch erst wieder nachweisen, und auch das Einkommen der Kindsmutter und das mögliche Einkommen des Kindes ebenfalls wieder offen gelegt werden, da diese ja ebenfalls relevant sind für die Höhe des Unterhaltes eines volljährigen Kindes....

die auch beim Jugendamt damals bei der Unterhaltsberechnung mit berücksichtigt wurde. 

In jedem Fall ändert sich der Anspruch eines Kindes - falls es dann überhaupt (selbst) noch einen nachgewiesen hat - ab seinem 18. Geburtstag und muss neu berechnet werden....

Das Jugendamt ist nur für minderjährige Kinder zuständig, volljährige  - auch wenn sie noch "privilegiert" sein sollten - müssen ihren Anspruch selbst geltend machen. Auch der bis dahin betreuende Elternteil ist dann nicht mehr berechtigt, Ansprüche für das Kind zu stellen, da er ja selbst barunterhaltspflichtig geworden ist.

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Muss ich diese Nachzahlung freiwillig dem unterhaltsberechtigten Kind offenbaren?

Nein. Solange keine Auskunft verlangt wird, muß auch keine erfolgen.

Muss jetzt der Unterhalt auch für die Vergangenheit seit 2013 neu berechnet werden, wodurch er sich rückwirkend erhöht, so dass ich vielleicht sogar die ganze Unfallrenten-Nachzahlung dafür verwenden muss?

Ich würde sagen nein. Eine Nachforderung kommt nur für den Zeitraum in Betracht, ab den wieder eine Auskunft über das Einkommen verlangt wurde oder wenn wissentliche eine falsche Auskunft erteilt wurde.

Erhöht sich das Einkommen, dann erhöht sich der Unterhaltsanspruch nicht automatisch, sondern der bestehend Titel gilt fort. Der Unterhaltsberechtigte muß die Erhöhung fordern.

Außerdem wird die Rückwirkende Erhöhung ja auch erst jetzt ausgezahlt, sie wäre höchsten bei der Berechnung eines Zukünftigen Unterhalts zu berücksichtigen.

§818 ist hier komplett off Topic. Der bezieht sich auf ungerechtfertigte Bereicherung, z.B. jemand verwechselt die Kontonummer und überweist Geld versehentlich an Sie.

Mit der Volljährigkeit des Kindes ändert sich der Unterhalt übrigens grundlegend. Volljährige Kinder haben nur dann einen Anspruch auf Unterhalt, wenn sie sich in der Schul- oder Berufsausbildung befinden. Wobei volljährige Kinder bis 21 die bei einen Elternteil leben und noch zur Schule gehen priviligiert sind, und vom Selbstbehalt und Rang wie minderjährige Kinder behandelt werden.  Bei Kindern in der Berufsaubildung ( Lehre, Studium etc). gibt es keine gesteigerte Erwerbsobligenheit mehr und der Selbstbehalt erhöht sich.

Außerdem sind bei volljährigen Kindern grundsätzlich beide Eltnerteile gleichermaßen zum Barunterhalt verpflichtet, das heißt zur Berechnung muß man die Einkommen beider Eltern kennen und die Leistungspflicht wird auf beide Eltern im Verhältnis der Leistungsfähigkeit verteilt.

für Anschaffungen und Sanierungen meines Eigenheimes entstanden ist.

Bei Wohnen im Eigentum sind beim Unterhalt Besonderheiten zu beachten. Hier ist ein etwaiger Wohnvorteil als Einkommen zu berücksichtigen. Reale Kosten sind hierbei natürlich zu berücksichtigen. Wenn die Gegenseite nicht darauf kommt, muß man sie aber nicht explitzt auf den Wohnvorteil hinweisen, es reicht die Tatsache, das im Eigenheim gewohnt wird offenzulegen.

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Kommentar von gbuk77
17.11.2015, 22:12

Muss ich diese Nachzahlung freiwillig dem unterhaltsberechtigten Kind offenbaren?

Nein. Solange keine Auskunft verlangt wird, muß auch keine erfolgen.

Okay, danke für diese Infos. Wie lange gilt dieser Zeitraum denn? Wenn das Kind z.B. in einem halben oder in einem Jahr eine Auskunft haben möchte, gilt die Nachzahlung dann immer noch, genannt zu werden?

Außerdem wird die Rückwirkende Erhöhung ja auch erst jetzt ausgezahlt, sie wäre höchsten bei der Berechnung eines Zukünftigen Unterhalts zu berücksichtigen.

Wie ist das gemeint mit der Berechnung eines zukünftigen Unterhalts? Heißt das, wenn die Nachzahlung z.B. 4000 EUR betrug, dass das dann in Raten auf den sowieso zu zahlenden Unterhalt noch hinzukommt?

Das Eigenheim ist übrigens noch nicht abbezahlt und im Grundbuch steht nur meine jetzige Ehefrau. Für mich gilt aber ein Wohnrecht, welches meine Ehefrau in ihrem Testament eingetragen hat.

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Unterhaltsansprüche gehen vor alle andere Verpflichtungen. Wenn du bisher weniger als den Regelunterhalt zahlen konntest, wäre eine Nachforderung des unterhaltsberechtigten Kindes ohne weiteres möglich.

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Kommentar von gbuk77
18.11.2015, 11:27

Der Unterhalt ist nach der D. Tabelle vom Jugendamt berechnet worden, allerdings nicht in der gleichen Stufe, sondern ein oder zwei darunter, weil es auch noch zwei minderjährige Kinder von meiner jetzigen Frau und mir gibt, die natürlich auch bei uns leben. Eine Mangelfallberechnung hat sich nicht ergeben. Also ist es doch Regelunterhalt, oder irre ich mich? Kenne mich da nicht so aus....

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Sei ehrlich! Und ob dein Kind nur auf das Geld aus ist, wirst du in ein paar Jahren merken. Deine Ex-Frau kann dir egal sein die ist Geschichte dein Kind ist vlt. noch durch Sie geprägt mental etc. aber das legt sich... So ein ähnliche Problem hatte mein Vater auch. 

Rechtlich kenne ich mich zwar nicht so gut aus aber dein Gewissen und vlt. dein KInd wird es dir vlt. in Zukunft danken. Such dir einfach eine Rechtsberatung dazu. Und es muss ja nicht so schlimm werden wie du beschrieben hast. Und wenn doch übernimm die Verantwortung. Das Kind konntest du schließlich auch zeugen. Nicht böse gemeint aber im Grunde ist es so. 

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Kommentar von gbuk77
17.11.2015, 19:22

Das mag sein, was die moralische Aspekte betrifft. Vielmehr hätte mich jetzt dennoch interessiert, ob ich diese Nachzahlung offenbaren muss oder nicht und ob sich dann der Unterhalt auch rückwirkend erhöht.

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Erstens: Du möchtest Dein eigenes Kind um seinen Unterhalt beschummeln, wirfst aber Deinem Kind vor, "geldgierig" zu sein? Man könnte auch sagen, dass dieser Vorwurf eher auf Dich zutrifft.

Zweitens: Wenn Du das Geld in Deine Schulden steckst, bist Du nicht entreichert, sondern im Gegenteil reicher als vorher. Denn wer weniger Schulden hat als zuvor, ist reicher geworden.

Drittens: Du must zwar für die Vergangenheit keinen Unterhalt nachzahlen. Möglicherweise musst Du aber ab jetzt mehr Unterhalt zahlen. Denn die Nachzahlung gilt Unterhaltsrechtich als aktuelles Einkommen. Die Nachzahlung wird auf einen gewissen Zeitraum umgelegt, z.B. auf 24 Monate. Wenn die Nachzahlung z.B. 4.000,- Euro beträgt, dann wird sie für die nächsten zwei Jahre mit ca.  167,- Euro pro Monat auf den Monat umgelegt. Für diesen Zeitraum erhöht sich also Deine Unterhaltspflicht. Nach den zwei Jahren musst Du dann wieder "normal" Unterhalt ach deinem laufenden Einkommen zahlen.

Zur Klarstellung: Der Zeitraum von zwei Jahren war nur ein Beispiel. Je nach der Höhe der Nachzahlung kann auch ein längerer Zeitraum in Betracht kommen, über den man die Nachzahlung verteilt.

Viertens: Für volljährige Kinder sind grundsätzlich beide Eltern unterhaltspflichtig, also auch die Mutter. Deren Einkommen muss deshalb auch geprüft werden.   

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Kommentar von gbuk77
17.11.2015, 19:44

Das ist Ansichtssache und mal wieder ist ja der bööööse Kindsvater bzw. Erzeuger der Schuldige. Selbstverständlich ist auch nicht das Kind schuld. Fakt ist, dass ich immer verantwortungsvoll und pflichtbewusst den festgelegten Unterhalt pünktlich gezahlt habe, auch wenn ich damals nicht gefragt wurde, ob ich Erzeuger werden wollte (denn die Kindesmutter hat mir gegenüber verschwiegen, dass sie die Verhütung weggelassen hat, weil sie nur einen Deppen als Geldquelle brauchte...übrigens, ich bin nicht der Einzigste aber der Erste aus ihrem Reperetoire, denn sie hat mehrere Kinder von mehreren Männern). Aber das ist jetzt nicht relevant. Wie gesagt, zu meiner Verantwortung habe ich bisher immer gestanden. Ich möchte hier auch gar niemanden beschummeln. Wenn es rechtlich so sein sollte, werde ich das natürlich auch offenbaren.

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