Unfallfahrzeug als Unfallfrei verkauft, Käufer hat Unfall damit gehabt und droht mit Anwalt?

...komplette Frage anzeigen

8 Antworten

Wenn der Käufer auf stur stellt, dann wird dir kaum etwas anderes übrig bleiben, als auf seine Forderung einzugehen.

Zunächst mal kann der Käufer anführen, er hätte sich nie ein Unfallfahrzeug gekauft. Damit wäre der Kauf gar nie zustande gekommen, wenn du die Wahrheit gesagt hättest. Damit baut er sich die rechtliche Möglichkeit, den vollständigen Kaufpreis erstattet zu bekommen auf. 

Ein Unfallfahrzeug ist einfach weniger wert als ein unfallfreies Fahrzeug.

Natürlich muss er sich die Nutzung des Fahrzeuges gegenrechnen lassen. Das ist schon richtig.

Nur darfst du nicht vergessen, dass der Käufer darüber hinaus noch eventuelle Schadensersatzansprüche gegen dich geltend machen könnte. Ob ihm ein Schaden entstanden ist, weiss ich nicht. Es könnte aber durchaus sein.

Und zu guter letzt steht immer noch die Anzeige im Raum. Zeigt er dich an, wirst du zusätzlich noch mit Kosten aus dem Verfahren und einer Strafe rechnen müssen.  

Um es kurz zu machen, die 1.200 € zu zahlen, dürfte wohl der einfachste und billigste Weg sein. Damit schaffst du den geringeren Wert, Schadensersatzansprüche und eine mögliche Strafe aus der Welt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Versuche dich mit dem Käufer zu einigen, außergerichtlich und ohne Anwälte. Ein reparierter Unfallschaden mindert den Kaufpreis meist um 10-15%.

Geht er darauf nicht ein, gib ihm die 1200 Euro, aber halte vertraglich fest, dass danach keine weiteren Ansprüche entstehen, am besten mit Hilfe eines Anwaltes (der den Vertrag rechtsverbindlich ausformuliert).

Ansonsten handelt es sich wenigstens um eine arglistige Täuschung, sollte man dir keinen vorsätzlichen Betrug nachweisen können. Die arglistige Täuschung berechtigt den Käufer zum Rücktritt vom Kaufvertrag bis zu einem Jahr nach dem Kauf. 

Dann stehst du mit der alten Karre da, und er bekommt das volle Geld von dir zurück.

Sieh also zu, dass du dich außergerichtlich mit ihm einigst, da ein Verfahren bestimmt zu seinem Vorteil ausgehen wird, das Auto in der Zeit bis zur Verhandlung aber immer mehr an Wert verliert.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Neox09
03.02.2017, 12:50

Danke für die gute Anwort! Fahrzeug wurde vor einem Jahr für etwas über 2000€ gekauft 1200€ jetzt zurück zu geben find ich schon ziemlich viel.. Werde mich nochmal mit dem Käufer in verbindung setzen und schauen wie wir uns da einig werden. Soll ich mich dann Privat mit Ihm treffen und ihm das Geld übergeben und alles Schriftlich festhalten oder wie soll ich es am besten machen?

0

Nu ma langsam mit den jungen Pferden. Bist du im ADAC-- dann hast du eine Erste Beratung eines Verkehrsrechtsanwalt's frei. Geh da hin und erzähl dem die Geschichte. Was das vergessene Häkchen angeht--mein Gott du bist Laie und kein gewerblicher Verkäufer!! Bei einem Kaufpreis von 1200€ --was soll denn da noch für ein Restwert nach 1 Jahr bleiben?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Worauf begründet denn der Käufer seine Forderung?

Wie hoch war der wirtschaftliche Totalschaden seinerseits, und wie hoch der Verkaufspreis?

Man kann ja einfach mal so 1200 Euro fordern, aber für diese Forderung müsste es auch eine sinnvolle Begründung geben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Neox09
04.02.2017, 15:25

Fahrzeug wurde für 2000€ verkauft.

1200€ finde ich viel zu viel die wird er auch nicht bekommen. Eine klare begründung hat er nicht, nur dass ich Ihn betrogen hätte und er mir den verunfallten Wagen der nichtmehr in dem Zustand ist wie er von mir verkauft wurde zurück geben kann und den vollen Preis zurück erstattet. Woran ich eher nicht denke.

0

Zahl die 1200 Euro und sei froh, wenn Du so aus der Sache raus kommst. Ein wirtschaftlicher Totalschaden, den man unter den Tisch fallen lässt, ist vorsätzlicher Betrug! Der Käufer wird hier auf jeden Fall vor Gericht recht bekommen. Dann zahlst das Geld an den Käufer zurück, hast das unverkäufliche Auto vor der Türe stehen und das Gericht hält auch noch die Hand auf, mal ganz von den beiden Anwälten abgesehen.

Du hast Mist gebaut! Kaufe dich mit 1200 Euro frei, oder zahle ne richtig dicke Summe, wenn die Sache vor Gericht geht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Neox09
03.02.2017, 11:16

Was ist mit dem Geld was er von der Versicherung erhalten hat? Das Fahrzeug befindet sich nichtmehr in dem Zustand den ich vor einem Jahr verkauft habe!

0

gib ihm so schnell wie möglich sein Geld zurück! Wenn du das Häkchen "vergessen" hast, es ist Betrug oder arglistige Täuschung. Da kommt noch was auf dich zu!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Da es in meinen Augen nur ein leichter "rempler" an der Heckstoßsstange war [...]

Ein wirtschaftlicher Totalschaden ist in deinen Augen ein leichter Rempler? Dann kann man dir nicht helfen. Wirst viel Spaß mit den Forderungen haben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Havenari
03.02.2017, 11:53

Je nach Auto kann schon ein abgefahrener Spiegel ein wirtschaftlicher Totalschaden sein.

1

1200€ zurück erstatte

Wertverlust wird dann bestimmt noch dazu abgerechnet

€ 18,74 vielleicht.

Wurde von der Versicherung als "Wirtschaftlicher Totalschaden" bezeichnet und der Schaden wurde erstattet, Instandgesetzt und wieder beim Gutachter vorgezeigt damit der Schaden dann wieder als "behoben" bei den Versicherungen eingetragen wird.

Ein wirtschaftlicher Totalschaden bleibt ein wirtschaftlicher Totalschaden. 
Und zwar unabhängig davon, was mit dem Fahrzeug geschieht und wem Du davon erzählt hat.

Das Fahrzeug wurde Dir von einer Versicherung bereits vollständig gezahlt.
Wie oft sollen die Versicherungen denn noch ein- und dasselbe Fahrzeug regulieren?

Du wirst den Kaufpreis erstatten müssen, für weitere Forderungen ebenso.
Du hast das Auto zweimal verkauft: einmal an die Versicherung und einmal an den Käufer. Also müsstest Du den Betrag ja sowieso übrig haben, nicht wahr?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Havenari
03.02.2017, 12:04

Und zwar unabhängig davon, was mit dem Fahrzeug geschieht

Ach so - wenn ein Schaden repariert wird, bleibt er trotzdem bestehen? Das muss man wohl nicht verstehen.

Das Fahrzeug wurde Dir von einer Versicherung bereits vollständig gezahlt

Äääh - nein. Die Versicherung hat dafür bezahlt, dass ein Unfallschaden behoben wurde. Sie hat nicht das Auto gekauft.

Wie oft sollen die Versicherungen denn noch ein- und dasselbe Fahrzeug regulieren

Na genau so oft, wie ein Schaden eintritt und behoben wird. Das war einfach.

Also müsstest Du den Betrag ja sowieso übrig haben

Natürlich nicht, weil das Geld ja für die Reparatur des Unfallschadens verbraucht wurde.

0

Was möchtest Du wissen?