Unfall am Hof, wer muss zahlen?

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4 Antworten

Dem Eigentümer kommt es zu, einen Gehweg zur Eingangstür zu schaffen, er darf aber in den meisten Bundesländern kein Salz einsetzen. Dabei kann der Eigentümer diese Pflicht per Vertrag abwälzen, wird dadurch aber nicht von der Verpflichtung frei. Der Hof ist nicht Sache des Vermieters und kann es auch nicht sein, besonders dann, wenn es sich um einen befriedeten Bereich handelt.

Auch seitens des Mieters / Pächters ist zu mutmaßen, daß ihm hier kein Verschulden vorzuwerfen sein dürfte, denn auch hier bestünde zunächst nur die Pflicht zur Schaffung sicherer Gehwege auf dem Betriebsgelände. Dann bleibt nur die klassische Argumentation: wer bei solchen Bedingungen ohne ersichtliche Fremdeinwirkung einen Unfall baut, fuhr nicht den Witterungsbedingungen angemessen.

Die Regelungen für Unfälle auf dem Weg zur Arbeit sehen vor, daß nicht übernommene Schäden als Werbungskosten abgesetzt werden können (Ausnahme: grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz, hier nicht ersichtlich). Unfälle mit dem KFZ auf dem Weg zur Arbeit hat zunächst der Unfallbeteiligte selber zu vertreten. Dies gilt auch, wenn der Wagen des Mitarbeiters für Dienstfahrten eingesetzt und dafür die entsprechende Kilometerpauschale (derzeit 0,50 € pro km) vom Chef gezahlt wird.

Hast Du keine Vollkasko-Versicherung?

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Kommentar von PolluxHH
02.02.2017, 09:22

Nachtrag:

Das BAG hat mit dem Urteil vom 28.10.2010 (Az: 8 AZR 647/09) festgestellt, daß ein Arbeitgeber Unfallschäden am Fahrzeug des Arbeitgebers zu ersetzen haben (in entsprechender Anwendung von  § 670 BGB), wenn das Fahrzeug mit Billigung des Arbeitgebers in dessen Betätigungsbereich eingesetzt werde, sofern der Arbeitnehmer dafür keine besondere Vergütung erhalte und auch nicht mindestens grob fahrlässig gehandelt wurde.

Das meinte ich mit "Dienstfahrten" und die Kilometerpauschale wäre die "besondere Vergütung". Aber eine Dienstfahrt in diesem Sinn lag nicht vor, entsprechend ist das Urteil auch nicht übertragbar.

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Nein, Du musst nicht allein für den Schaden aufkommen: Deine Kraftfahrthaftpflichtversicherung hilft und reguliert den von Dir verursachten Schaden am Gebäude. Falls Du auch eine Vollkaskoversicherung für Dein Auto abgeschlossen hast, kann diese den Schaden am Auto regulieren.

Es handelt sich um einen Wegeunfall. Sofern Du einen Körperschaden davongetragen hast, solltest Du nach dem Besuch beim D-Arzt eine entsprechende Unfallmeldung an die Berufsgenossenschaft veranlassen.

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Du kannst ja mal Deine Versicherung fragen. Generell würde ich sagen: Selber schuld, zumal, wenn Du wusstest, dass es glatt ist.

Ich glaube auch nicht, dass der Vermieter verpflichtet ist, die Teile eines Grundstücks zu streuen, die nicht öffentlich genutzt werden.


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Prinzipiell ist es ein Wegeunfall, aber das bezieht sich hauptsächlich auf Personenschäden.

Wenn ihr den Hof und das Büro gemietet habt liegt es an euch den Hof zu räumen. Es sei denn es ist etwas anderes vereinbart worden.

Sonaten wende dich an deine Versicherung. Die werden dir den besten Rat geben können. Auch ob es sich lohnt deinen Schaden selber zu bezahlen oder ggf. oder die Versicherung abzurechnen.

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