unerlaubt fotos von jemanden schießen?

9 Antworten

Der Inhaber des Hausrechts hat auch das Recht, das Fotografieren in seinem Gebäude oder auf seinem befriedeten Gelände zu untersagen. Dieses Recht kann er auch mit Polizeigewalt durchsetzen lassen. Ab wann hier eigenmächtige private Gewalt zulässig sein könnte, weiß ich nicht.

Von einem Recht des Hausherrn oder der Polizei, bereits geschaffene Bilder zu löschen, ist mir nichts bekannt. Dies würde m. E. gegen das Recht des Urhebers an seinem Werk verstoßen.

Vorstellen kann ich mir höchstens eine Beschlagnahme, um später zu prüfen, was mit diesen Bildern geschehen darf und soll.

Ein solches Eingreifen, also eine Beschlagnahme, kann ich mir auch nur als zulässig vorstellen bei Gefahr im Verzug. In allen anderen Fällen sollte es rechtlich genügen, dass gegen eine Veröffentlichung eines Bildes ein Unterlassungsanspruch bestehen könnte sowie gegebenenfalls noch ein Schadensersatzanspruch.

Falls im vorliegenden Fall kein Bruch eines Geschäftsgeheimnisses droht oder ein Landesverrat, sehe ich keine Gefahr im Verzug. Außer, der Ami ist berüchtigt dafür, Portraits von Flughafenmitarbeitern in Sozialen Netzwerken zu verbreiten ohne deren Einverständnis!

Gruß aus Berlin, Gerd

Soweit wie ich darüber Bescheid weiß, darf man Fotos von Leuten machen wenn sie nicht der Fokus sind. Soll heißen ich fotografiere das Brandenbruger Tor und zufällig ist auf dem Bild noch eine Frau, dass ist dann nicht verboten.

Ein Foto explizit von einer Person zu machen ist nur gestattet wenn man die Erlaubnis der Person vorher einholt. Am Flughafen weiß ich nicht ob es Sonderregelungen gibt, jedoch sind Sicherheitsbereiche i.d.R. sowie so tabu. Meistens befindet sich da auch ein Schild, in Sicherheitsbehörden(BKA, LKA, BND usw.) darf man z.B. gar keine Fotos machen.

Dann gibt es noch, ganz abgesehen vom Recht, einen weiteren Grund keine Fotos zu machen, nämlich dann wenn einen alle darum bitten. Auch wenn man nichts illegales macht und ich finde es gut von der Polizei das sie ihn da zurecht gewiesen haben.

Ich schlage jetzt keine Paragrafen dazu nach; das Kunsturhebergesetz wurde bereits genannt, das Strafgesetzbuch, aber auch das Grundgesetzt spielt hier hinein.

Nur ein Überblick von mir also, weil die Antworten verschiedentlich etwas unexakt sind:

Grundsätzlich darf man überall Fotos von seiner Umgebung machen, solange nicht Sicherheitsinteressen oder Privatspähre verletzt werden. Weiterhin dürfen so grundsätzlich alle Personen dabei abgelichtet werden, die sich dort, im öffentlich zugänglichen Bereich befinden. Allerdings nur, wenn sie nicht wesentlicher Teil des Bildwerkes sind!

Dabei geht es nicht um „öffentliche Gebäude“ allein, sondern es geht ganz allgemein um öffentliche Bereiche, also auch offene Plätze, die nicht bloß der privaten Nutzung dienen. Will sagen: In den Garten privater Personen hinein darf man „eigentlich“ nicht fotografieren; man tut es aber, wenn man auf Reisen ist und ein lohnenswertes Motiv entdeckt (z. B. Wäsche auf einer antik anmutenden Wäscheleine, eine originelle Gartenskulptur oder was auch immer). Nicht geschützt ist der Biergarten, der ja bewusst öffentlich zugänglich ist; sagt der Hausherr aber, dass er das zum Schutze der Gäste grundsätzlich nicht möchte, dann gilt das Hausrecht. Hier aber wiederum: Ein Wirt/Gastgeber wird das nur unterbinden, wenn jemand exzessiv die bloße Dokumentation des Ortes oder die Dokumentation des eigenen Besuches dort überschreitet!

Der von Dir beschriebene Anwalt durfte im öffentlich zugänglichen Bereich (Transitbereich) des Flughafens selbstverständlich Fotos machen – von sich selbst, von sich selbst gemeinsam mit begleitenden Personen oder auch um einen Eindruck von z. B. der Flughafenhalle einzufangen. Die dabei mit abgelichteten Personen sind dann kein wesentlicher Teil des Bildwerkes. Niemand kann sich in diesem Rahmen dagegen wehren, aufgenommen zu werden.

Wenn jener Herr aber geradezu exzessiv fotografiert und dabei auch auf andere Personen gehalten hat, also schon eher offensichtlich, um individuell die Personen im fremden Lande ebenfalls zum Erinnerungsschatz zu machen, dann ist das in der Tat ohne die Einwilligung der abgelichteten Personen nicht zulässig. Dennoch sagt niemand etwas dagegen, wenn es unaufdringlich geschieht und den Umständen nach erwartet werden kann, dass die Fotos nur der persönlichen Erinnerung dienen.

Wir kennen aber diese Problematik im Grunde alle aus der so genannten Reisefotografie bzw. von Reise- oder Länderreportagen. Da werden in Videos, in Bildvorträgen oder in Bildbänden auch immer wieder gelungene Fotos von Einzelpersonen, gar Close-Up-Portraits wiedergegeben, zu denen den Umständen nach zu urteilen die Abgelichteten eher nicht um Erlaubnis gefragt worden sind. Und niemand findet das anstößig? – Hier fehlt ganz einfach der Kläger (Redewendung: „Wo kein Kläger, da kein Richter.“). Unterstelltermaßen wissen die fraglichen Personen gar nicht, dass sie fotografiert wurden; oder sie wissen es zwar, haben es durchaus bemerkt, wissen aber nicht, in welchem Rahmen Bildnisse von ihnen später dann publiziert werden.

Ob verlangt werden durfte, dass die Fotos sofort gelöscht werden? Das ist im Grunde ein genauso unklar geregelter Bereich, wie der, wo im Zweifel die Zulässigkeit, eine Person „noch“ zu fofografieren (mit der Gewissensberuhigung, sie sei ja im öffentlichen Bereich aufgenommen worden) endet: Nimmt jemand auf seinem Film oder Speicherchip die Fotografien erst mit nach Hause, ist der spätere Missbrauch nicht mehr zu stoppen! Das sofortige Löschen der Fotografien führt also lediglich dazu, dass im Grunde diese Fotos nie gemacht worden sind, die im Zweifel auch nicht gemacht werden durften. Sofortige Abhilfe ist juristisch im Streitfall nicht zu erlangen, weil kein Richter „zur Stelle“ ist. Folglich siegt, wer am entschiedensten vorstürmt.

Kleine Empfehlung meinerseits, falls Ihr selbst einmal davon betroffen wäret: Gesteht Eure Unachtsamkeit ein und versucht, wenigstens zu erreichen, dass man mit Euch gemeinsam mal eben auf dem Kameradisplay die Fotos durchschaut – so dass Ihr ggf. so 2 oder 3 Erinnerungsfotos retten könntet, die Euren Aufenthalt und vielleicht einen wirklich allgemeinen Überblick zur Räumlichkeit oder zum Platz dokumentieren. Und ansonsten: Bereitwillig löschen!

Im Fallbeispeil: Wenn sich sogar schon Leute verbeten hatten, dass der amerik. Anwalt Fotos machte, dann ist das für die Polizei auf den ersten Blick schon einmal ein Hinweis, dass immerhin mit Aufdringlichkeit und Dreistheit fotografiert wurde und die Grenzen der Legitimität überschritten worden sind. Spontan geht es häufig nicht um das Recht der Paragrafen, sondern um das Rechtsempfinden der Betroffenen!

Danke für die ausführliche Antwort:

Ich dene es ist besser, wenn ich die Sitatuion die wir vor Ort hatten, besser schildern, damit du ein besseres Bild hast.

Wenn jener Herr aber geradezu exzessiv fotografiert und dabei auch auf
andere Personen gehalten hat, also schon eher offensichtlich, um
individuell die Personen im fremden Lande ebenfalls zum
Erinnerungsschatz zu machen, dann ist das in der Tat ohne die
Einwilligung der abgelichteten Personen nicht zulässig. Dennoch sagt
niemand etwas dagegen, wenn es unaufdringlich geschieht und den
Umständen nach erwartet werden kann, dass die Fotos nur der persönlichen
Erinnerung dienen.

Dieser Gast ( der amerikanische Anwalt), hat von Anfang an Fotos von jedes und alles gemacht im sicherheitsontrollierten Bereich. Von Wänden, Restaurants und auch von Mitarbeitern, auf einer äuserst aggresiven Art und Weise. Auch auf mehrmaligen Bitten seitens der Mitarbeites dies sein zu lassen, hat er weitergeknipst und dabei nur hämisch gegrinst.

Dieser Gast wollte in die Senator Lounge (das ist die Lufthansa Lounge der höchsten Kategorie, es gibt Business Lounges und First Class Lounges und Senator hat den höchsten Status), zu der er an diesem Tag keinen Zutritt hatte, da er nicht mit Lufthansa, sondern mit Condor weiterflog.

Er machte einen riesen Aufstand und fing wieder an jeden und alles zu fotografieren auch die Kollegin die ihm den Einlass zu der Lounge verwehrte, insgesamt vier oder fünf Fotos von ihr, hat er auf seiner penetranten Art geknipst, obwohl diese Mitarbeiterin ihn mehrmals aufforderte diese Bilder zu löschen.

Er meinte nur, dass er das nicht macht, weil er das nicht muss, dass deutsche Gesetz erlaube ihm dies zu tun, solange er die Aufnahmen nicht veröffentliche.

Er sagte auch mehrmals das er Journalist ist und Artikel in den USA schreibt und er nun einen Bericht über seine negative Erfahrung an diesem Tag veröffentlichen wird. Es schwang also immer eine unterschwellige Drohung mit, diese Bilder zu veröffentlichen, auch wenn er dies nie so aussprach.

Im Fallbeispeil: Wenn sich sogar schon Leute verbeten hatten, dass
der amerik. Anwalt Fotos machte, dann ist das für die Polizei auf den
ersten Blick schon einmal ein Hinweis, dass immerhin mit
Aufdringlichkeit und Dreistheit fotografiert wurde und die Grenzen der
Legitimität überschritten worden sind. Spontan geht es häufig nicht um
das Recht der Paragrafen, sondern um das Rechtsempfinden der
Betroffenen!

Das erklärt wahrscheinlich auch das Eingriffen der Polizei, die nicht explizit für diesen Herrn gerufen wurde, sondern zufällig sich auch am Ort befand.

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@yaara

Nach Deiner konkreteren Darstellung der Situation wundert es mich nun eher, dass die Polizei den Herrn nicht mal gleich mitgenommen hat, um ihm erkennungsdienstlich so richtig bis auf die Zahnwurzel zu fühlen. Die Behauptung seinerseits, er sei Anwalt, war schon eher Fake – und der "Journalist" möglicherweise auch eine bloße Schutzbehauptung.

Ich denke, ich leide nicht gleich unter Verfolgungswahn, wenn ich mich skeptisch frage, mit welchem weitergehenden Interesse der besagte Herr getestet und ausgereizt hat, wie weit er auf einem deutschen Flughafen gehen kann und mit welchen Konsequenzen. Vielleicht tatsächlich „nur“ mit journalistischem Interesse. Aber dann hätte er sich auch mit der rechtlichen Situation auseinandersetzen müssen.

Zu "solange er diese Aufnahmen nicht veröffentliche": Das ist ein rechtsfreier Raum – weil er nicht kontrollierbar ist! D. h. dass man es duldet, wenn jemand im öffentlichen Raum von Personen Fotos macht und diese nur für sich selbst verwendet. ERLAUBT ist es deshalb trotzdem nicht wirklich, denn nicht alles in der Welt ist ERLAUBT, nur weil es nicht VERBOTEN ist! Die abgelichtete Person muss (dieses Wort wieder einmal:) 'eigentlich' ihre Einwilligung geben – andernfalls liegt eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte der abgelichteten Person vor. Es ist NICHT erlaubt, eine konkrete Person gezielt, individuell und in identifizierbarer Weise zu fotografieren, ohne die Einwilligung der Person zu erhalten, auch wenn die Person sich im öffentlichen Raum aufhält!

Sogar, zum Beispiel auf einer öffentlichen oder privaten Feier, wenn dort fotografiert wird, dann wird zwar erwartet, dass man sich fotografieren lässt – aber wenn eine Person sich das dem Gastgeber oder dem Fotografen gegenüber ausdrücklich verbittet, dann ist die Erlaubnis somit nicht erteilt, später von dieser Person Fotos zu veröffentlichen. In welchem Rahmen nun auch immer, ob nur im privaten Rahmen oder aber gar öffentlich, d. h. durch Publikation in Zeitung/Zeitschrift/TV. Nur wenn diese Person dann als Teil einer Personengruppe aufgenommen wurde, dann kann die Erlaubnis zur Ablichtung (und Veröffentlichung) nicht verweigert werden. – Die einzigen, die die Publikation von Bildnissen, die von ihnen im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen (nicht pauschal: in der Öffentlichkeit!!!) entstanden sind, nicht verweigern können, sind Personen des "öffentlichen" Interesses. Personen des öffentlichen Interesses sind Politiker, Personen in öffentlicher Funktion (Bürgermeister, Richter, Staatsanwalt, Polizist in Sprecherfunktion…), schließlich natürlich Personen, die medial die Öffentlichkeit suchen (Schauspieler, Künstler aller Art und Schattierung…).

Auch Personen des öffentlichen Interesses dürfen nicht im Rahmen ihres Privatlebens abgelichtet werden, ohne dass sie dazu ihre Einwilligung geben – also nicht einmal beim Einkauf im Supermarkt. Das ist die Grauzone der Paparazzi: Man duldet dieses "journalistische" Gebahren, solange gewisse Grenzen nicht überschritten werden.

All das ist einerseits das Recht des Individuums auf Persönlichkeitsschutz – und der Umkehrschluss der KLAREN gesetzlichen Regelung, dass eine Person im öffentlichen Raum dann abgelichtet werden darf, OHNE dass diese eine Einwilligung dazu gibt, wenn das Bildnis der Person nicht wesentlicher (!) Bestandteil des Fotos ist, sondern Beiwerk. "Beiwerk" kann besagen: Die Ablichtung der Personen war unvermeidbar, weil der Platz, der Raum, das Gebäude tatsächlich zu stark öffentlich frequentiert ist. "Beiwerk" kann auch besagen, dass die Person repräsentativ für die starke öffentliche Frequentierung steht (und etwaig fotografisch gezielt inszeniert wurde, ohne dass man bewusst eine bestimmte Person dazu auswählt – abgesehen vielleicht vom Zeitpunkt der Aufnahme) – aber damit betritt man schon wieder eine rechtliche Grauzone!!! Denn dann wird die Person bildwesentlich – und müsste um Erlaubnis gefragt werden, WENN sie auch identifizierbar ist (Rückenfoto z. B. ist nicht relevant).

Der besagte Herr wusste NICHT, was er in Deutschland darf – und was nicht!

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Ist das ganze erlaubt?

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besten Gruß

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