Unendlichkeit, theoretische Physik?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Respekt: Du bist durch eigenes Nachdenken zum wohl einzig richtigen Schluss gekommen. 

Aus der heute schon recht plausiblen Inflationstheorie von Alan Guth scheint sich nämlich wirklich zu ergeben, dass unser Urknall nur einer unter vielen war und jeder von ihnen eine Art Blase erzeugt, die von innen her gesehen dann wie ein ganzes Universum mit später auch zahllosen Galaxien darin aussieht. Von innen her gesehen, sieht jede dieser Welten sogar unendlich groß aus. 

Noch einige Details mehr dazu finden sich kurz genannt in https://www.gutefrage.net/frage/3-fragen-zum-universum#answer-215105694 .

Dass wir ausgerechnet in einer Blase leben, deren physikalische Gesetze uns zu existieren erlauben, erklärt man sich am ehesten dadurch, das die Evolution uns dort, wo für uns ungünstige Bedingungen herrschen (sprich: in Welten anderer Art) gar nicht erst hätte hervorbringen können. 

Man nennt diese Erklärungsidee das anthropische Prinziphttps://de.wikipedia.org/wiki/Anthropisches\_Prinzip ).

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
qgsdlcfwkdgsd 08.08.2016, 21:04

Vielen Dank. Das würde aber auch nur wieder einige Fragen mehr aufwerfen. Was hat diesen "Rhythmus" also diesen Prozess der Urknalle ausgelöst und warum? usw. Was ist in diesemSsuperraum ausserhalb der Blasen? Fragen, die leider niemand zu meiner Lebzeit beantworten kann.

0
grtgrt 08.08.2016, 21:12
@qgsdlcfwkdgsd

Du hast recht: Die theoretischen Physiker werden nie ausgelernt haben.

Wie Max Tegmark in seinem Buch Our Mathematical Universe erklärt, geht die Inflationstheorie davon aus, dass außerhalb dieser Blasen die Inflation auf ewig weitergeht, also dort immer neue Urknalle und entsprechende neue Blasen (Universen) erzeugt. Man spricht deswegen von unendlicher Inflation.

Ob sich alles tatsächlich so verhält - die Inflationstheorie also in all diesen Details zutrifft - ist jedoch noch eine ganz andere Frage.

0
Astroknoedel2 09.08.2016, 15:45

Die Inflationstheorie besagt keineswegs, dass das Universum eines von vielen ist, es ist eine mögliche Interpretation (die ich persönlich nie ernst nahm).

0
grtgrt 09.08.2016, 16:30
@Astroknoedel2

Tegmark schreibt, es gäbe zahlreiche, leicht unterschiedliche Varianten der Inflationstheorie. Mein Wissen stammt aus seinem Buch, und er beschreibt in diesem Fall, was angeblich auch Alan Guth so sieht ( Stichwort: Pocket Universies im Sinne der Theorie ewiger Inflation ).

Aber wir wissen ja: Auch die Inflationstheorie -- bzw. irgendeine Variante davon -- ist zunächst mal nur ein Modell, anhand derer man sich das Verhalten der Natur zu erklären sucht. Welche Details mit welcher Wahrscheinlichkeit am ehesten zutreffen, ist oft schwer entscheidbar, also immer nur mit gewisser Wahrscheinlichkeit richtig.

0

Im Gross und ganzen bin ich mit den Antworten der anderen einverstanden. Wenn wir a priori einen Gott ausschliesen so muss es wohl unendlich viele Universen geben/wird unendlich viele geben.

Ich möchte jedoch noch zwei weitere Möglichkeiten bringen:
1. Es könnte gewisse physikalische/mathematische Gesetze geben, welche wir nicht kennen, die nur diese Werte der Masse zugelassen haben beim Urknall. Vielleicht ist unser Universum das einzig mögliche, welches entstehen konnte. Diesen Grund kennen wir zwar noch nicht, aber er könnte existieren.

2. Ich bin mir nicht sicher, ob unsere Gesetze der Wahrscheinlichkeit dies korrekt beschreiben können. Normalerweise brauchen wür für Wahrscheinlichkeitsrechnung eine endliche Anzahl an Möglichkeiten. Dies ist hier nicht gegeben. Wenn wir eine unendliche Anzahl Möglichkeiten haben brauchen wir eine sogenannte Dichtefunktion. Diese muss integrierbar sein (heisst eine konstante 1 Funktion geht nicht). Kurzum, wenn du noch keine Höhere Mathematik gehabt hast: Wir haben momentan zu wenig Informationen um hier eine Warhscheinlichkeit auszurechnen. Vielleicht war es sogar sehr wahrscheinlich, dass das Universum mit genau diesen Werten herauskam.

Falls du bereits viel Mathematik hattest, so wirst du erkennen, dass Fall 1 und zwei eigentlich gleich sind. Wobei Fall eins die Deltafunktion als Dichtefunktion hat.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Drei Versionen: 

a) Es gab den Big Bounce, d.h. alle vorigen Universen sind kollabiert, bis unser Universum entstand. 

b) Es existiert ein Multversum, d.h. es existiert eine fast unendliche Anzahl von parallelen Universen, die von unserem mehr oder weniger stark abweichen. 

c) Es gibt nur ein Universum, bei einer Abweichung hätte sich "Leben" in einer anderen Form gebildet.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
qgsdlcfwkdgsd 08.08.2016, 20:27

Ich denke es ist wahrscheinlich b)

Bei c) stellt sich dann für mich noch die Frage, ob Bewusstsein an Materie gebunden ist und das ist es ja wahrscheinlich (oder nicht?) und darum kann sich ja Leben nur dann entwickeln, wenn die extrem heikeln Gesetze biologisches Leben zulassen.

0
qgsdlcfwkdgsd 08.08.2016, 20:34
@qgsdlcfwkdgsd

Tut mir leid, kleine Korrektur, ich meinte das Bewusstsein an unser Gehirn gebunden ist.

 

0
Niklassmada 08.08.2016, 21:49

wg. b: Fast unendliche Anzahl?

0

Nette Hypothese, die es auch bleiben wird.
Was sollte die Menschheit damit anfangen?
Kosmologisch geht es bis zum Urknall, weiter sicher nicht.

Der Ansatz, dass Leben ein Zufall ist, wird sich sicher einst konkret beweisen lassen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Man kann sich allerdings die theolose Krücke erdenken, à la ' Ich schütte mir mein Puzzle unendlich oft aus, und dann ist es irgendwann perfekt zusammen gefügt'  ;)




Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?