UNBEGRÜNDETE Angst vor Selbstmord veringern möglich?

11 Antworten

Ich kann diese Angst verstehen, mir ging es als Teenager so, wenn ich an einem offenen Fenster, Balkon o. ä. stand. Therapie ist sicher gut, schon mal, weil es Dir so zu schaffen macht, aber ich denke, gerade die Angst davor, dass Du springen könntest, ist der beste Beweis dafür, dass Du es nicht tun wirst, weil Du ja offensichtlich tief im Inneren leben willst - sonst hättest Du keine Angst. Das Phänomen ist übrigens gar nicht so selten, ich musste spontan an Film und Literatur denken: Es gibt einen Film aus der "Bloch"-Reihe, in der eine Frau Angst hat, ihren Mann zu töten, und als Bloch sie dann auffordert, etwas Alberenes zu tun und sie sich weigert, beweist er ihr damit, dass sie eben nicht dazu neigt, etwas Unvernünftiges zu tun. Oder Hermann Hesses "Steppenwolf", in dem die Hauptfigur Harry Haller - grob zusammengefasst - auch sagt, dass sie das Leben nur erträgt, weil es grundsätzlich möglich ist, es zu beenden (leider wurde Hesse nach Erscheinen des Buches falsch verstanden, so dass es zu Suiziden kam, weshalb er noch ein Nachwort verfasste, das man aber m. E. unbedingt zuerst lesen sollte). Von Tabletten und Waffen ist in jedem Falle abzuraten - stell Dir mal vor, sie gelangen in die falschen Hände, wenn Du bspw. ein Kind zu Besuch hast oder ein Freund damit rumspielt. Aber zum Therapeuten solltest Du schon gehen, wenn Du seit längerem an depressiven Phasen leidest - nicht, dass es irgendwann eine durchgehende schwere Depression wird! Alles Gute, es wird besser!

nach meiner meinung wird diese panik von der ambivalenz ausgelöst, die momentan bei dir herrscht. auf der einen seite möchtest du, dass alles vorbei ist. das ist ein sogenannter passiver sterbewunsch. der kommt in schwierigen situationen eigentlich oft vor. man weiß eben, dass nach dem tod alles vorbei ist und die probleme nicht mehr gelöst werden müssen. andererseits weiss man auch, dass eben nicht nur die probleme weg sind, sondern auch dinge, an denen man hängt. wenn es dir gut geht, kannst du bestimmt viele dinge (im weitesten sinne) aufzählen, die du gerne machst, die du lieb hast und auf die du nicht verzichten möchtest. wahrscheinlich denkst du im moment an diese dinge nicht so viel oder sie bedeuten dir nicht so viel wie vorher. aber wahrscheinlich ist dir momentan nicht alles egal und du hängst noch am leben. sonst hättest du nicht passive sterbewünsche, sondern aktive suizidpläne.

wenn du nun über ne brücke gehst, dann fällt dir ein, dass das eine klasse möglichkeit wäre, den suizid zu verwirklichen. das liegt nahe, denn wenn man passive sterbewünsche hat, dann denkt man eben in bestimmten situationen "da könnte ich, wenn ich wollte".

du schreibst aber: ich will gar nicht.

und ich habe eine gute nachricht für dich: du musst nicht!

mach dir das bewußt, wenn du auf der brücke bist. wenn du nicht willst, bringt dich nichts dazu, von der brücke zu springen.

gut, dass du feststellst, dass die panik geringer wird, wenn du länger auf der brücke bist. du erlebst nämlich, dass du dich unter kontrolle hast. und deswegen lässt die panik nach.

um die panik zu besiegen, müßtest du dich öfter dieser situation aussetzen, vielleicht auch so lange auf der brücke bleiben, bis deine panik verschwunden ist. falls dich jemand fragt, was du da so lange machst, sagst du, du trainierst gegen höhenangst.

ich rate dir, dich in psychotherapeutische behandlung zu begeben. denn es allein durchzustehen wollen, klappt meist nicht. eigentlich sollten solche übungen wie oben beschrieben auch therapeutisch vorbereitet werden. aber weil du sowieso schon gut über brücken gehen kannst, ist der nächste schritt (dort zu bleiben, bis die panik weg ist), nicht so groß.

bei deinem bekannten ist es wohl so, dass es ihn beruhigt und ein gefühl der kontrolle gibt, wenn er die möglichkeit zum suizid hat. das sehe ich bei dir nicht. bei dir sehe ich eher die angst, dass ein innerer zwang dich einmal tun lässt, was du nicht möchtest. das wird nicht passieren.

vielen dank. das fand ich sehr hilfreich. es handelt sich hier wahrscheinlich um zwangsgedanken. es heißt ja . menschen mit zwangsgedanken sind täter ohne taten......dies hilft mir persönlich sehr.

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Ist deine Angst vor Selbstmord wirklich ganz unbegründet?

Ich zweifel daran, denn sonst wären diese Gedanken (z.B. von der Brücke zu springen) nicht so relevant für dich, wie es laut deiner Aussage bisweilen scheint.

Das sind Gedankenspiele, die können viel bedeuten , was genau ist aus der ferne unmöglich zu beurteilen. Der Gedanke an den Tod und besonders an den Selbstmord hat widersprüchliche Momente in sich:

einmal wollen fast alle Menschen und auch Lebenwesen leben anderseits tragen wir bisweilen so was wie eine Todessehnsucht in uns

Ich will das jetzt nicht verallgemeinern. Jede(r) kann für sich prüfen, inwieweit das relevant für ihn oder sie sein könnte.

Mit der Vorstellung von Selbstmord gehen wir menschen sehr unterschiedlich um, erst einmal ist das immer sehr sehr traurig. Der selbstgetötete Mensch ist dann tot und lebt nicht mehr. Er konnte nicht so leben, wie er oder sie vielleicht/vermutlich wollte und war vermutlich mit dem Leben massiv überfordert. Einsamkeit, große unlösbar für ihn erscheinende Probleme, mangelndes Selbstbewusstsein, das Geühl ein wertloser "Verlierer" zu sein, Schuldgefühle ezc. Da kann vioeles zusammenkommen, was einen Knoten ergibt, der dem oder der Betreffenden nicht mehr auflösbar erscheint.

Dann kann der Tod zumindest als das Ende des Leidens erscheinen, eines Leidens, dass meist schon lange andauert und vermutlich dem betroffenen Menschen die Perspektive auf ein besseres leben in der zukunft raubt.

So traurig der Selbstmord ist, der Gedanke an die Möglichkeit, dass man sich nicht ewig lange von seinem Kummer piesacken lassen muss, kann für Menschen dann vielleicht so etwas wie eine Erlösung sein. Ich war schon öfter depressib und weiß wie scheuße das sein kann. Ich würde mich nie umbringen, aber bei den letzten Depressionen habe ich mir dann gedacht, dass ich den ganzen Scheiß vielleicht noch so dreissig Jahre mitmachen muß (wenn sich da nicht grundlegend was bei mir ändern würde) und dass ich irgendwie diese Zeit auch noch rumbekommen würde. Ich hätte mir dann selber nix angetan und hätte es wenigstens versucht, aber auch keinen Bock darauf mich ewig vom Kummer anpissen zu lassen.

Insofern habe ich verstehen gelernt, dass der Gedanke an den Selbstmord nicht nur was schlechtes ist, auch wenn ich nach wie vor das für eine sehr traurige Sache halte und allen nur empfehlen möchte, einen anderen Weg als den Selbstmord zu suchen.

Ich könnte mir von daher auch vorstellen, dass wenn du deinen vielleicht vorhandenen Lebensängsten und Lebensfrust (?) auf die Schliche kämst, dass dann deine gemischten Gefühle, von denen du in deiner Frage sprichst, dich weniger belasten würden.

enn wir unser Leben in den Gruff bekommen, weniger hilflos sind oder weniger hilflos werden und unser Leben in unserem Sinne positiv gestalten können, das kann Lebensmut geben, der dann den Todessehnsücjten entgegensteht und diese aufhebt.

Besonders wenn man jung ist, dann können diese sich widerstreitenden Gefühle besinders stark und ptoblematisch sein, dann sucht man noch nach einem Beruf, geld verdient möglichkeiten ( was inzwischen sauschwer geworden ist), man wird leider vielerorts noch nicht für voll genommen (nur wenn es ums Geld ausgeben geht) - das nervt und kann das Ego bedrängen und wenn dann noch private Frustgeschichten dazu kommen, dann kann die nächste hohe Brücke plötzlich als der letzte Freund erscheinen....

Ich sage/schreibe dazu, lieber nicht!

Brücken sind zum weiterkommen auf der Erde gebaut, nicht zum runterplumpsen. Wenn du daran denkst und deine eigenen privaten Gründe dafür findest, hast du vielleicht irgendwann gar keine Angst mehr, wenn du über eine hohe Brücke läuft.

Du könntest springen- kannst auch daran denken- aber du willst nicht. Und was du willst, ist für dich entscheidend.

Viele Grüße Thomas

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