Unabhängigkeitsreferendum in Schottland als Einleitung zur Dramenanalyse Maria Stuart?

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James Bond  ist, wie jeder weiß, unbestritten der  loyalste Untertan  Ihrer britischen Majestät und der beste Mann of Her Majesty's Secret Service, und wie auch jeder weiß, war Sean Connery der bisher beste James Bond. Andererseits ist dieser selbe Sean Connery jedoch seit Jahren eine Galionsfigur der Scottish National Party, die für die Unabhängigkeit Schottlands kämpft. Dieser  Kampf, der  in einem Referendum 2014 zwar noch  nicht das erhoffte Ergebnis gebracht hat, da unter den älteren Wählern sich eine große Mehrheit gegen die Abspaltung aussprach, soll jedoch in naher Zukunft durch eine neuerliche Volksabstimmung endgültig entschieden werden.  Wird  Schottland dann aus dem Vereinigten Königreich ausscheiden und wieder jene staatliche  Unabhängigkeit erlangen, die es Jahrhunderte hindurch besessen hatte? Durch die List der englischen Königin Elisabeth, dem Sohn der  schottischen Königin Maria Stuart die Nachfolge auf dem englischen Thron zu versprechen, um ihn dadurch seiner Mutter Maria Stuart zu entfremden, war ein schottischer Stuart König beider Reiche geworden, und ein Jahrhundert danach  wurden dann   die beiden Reiche in der Act of Union von 1707  zu einem UK vereint.  Die Stuarts jedoch waren da bereits verdrängt worden, Schottland aber  hatte seine  Unabhängigkeit verloren und wurde von Westminster regiert.

Das Thema der schottischen Abhängigkeit bzw. Unabhängigkeit  von England spielt in Schillers Tragödie um die zwei Königinnen  der beiden Reiche  allerdings keine wirkliche Rolle. Wenn die schottische Königin zur englischen Königin flüchtet, mit der sie ja verwandt ist,  sucht sie Schutz vor  ihren eigenen rebellischen Untertanen, von denen sie des Gattenmordes bezichtigt wird. Da sie aber zuvor bereits aufgrund eines alten Vertrages und einer Blutsverwandtschaft Ansprüche auf den englischen Thron geltend gemacht hat,  um den  Elisabeth Tudor, die vielen  als „Bas.ta.rd“ Heinrich VIII. gilt, ständig fürchten muss, ist dies nicht gerade eine  kluge Entscheidung (E: "Den Flecken meiner fürstlichen Geburt, wodurch der eigne Vater mich geschändet,  umsonst bedeck ich ihn. Der Gegner Hass hat ihn entblößt und stellt mir diese Stuart, ein ewiges drohendes Gespenst, entgegen").  Diese Spannung bildet die Ausgangssituation für Schillers Drama, das allerdings keineswegs eine historisch getreue Dokumentation sein will, sondern der Illustration von Schillers Tugendbegriff als einem Sieg der Pflicht über die Neigung dient.

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