Umzugskosten von der Steuer als Werbungskosten absetzen

...komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Grundsätzlich wäre nur der erste Umzug als berufsbedingt anzusehen; der Zweite ist Privatsache, da, wie Du ja schreibst, die Fahrzeitverkürzung nicht greift.

Nun kann man dem Finanzamt gegenüber aber versuchen plausibel darzulegen, daß die erste Wohnung ja nur ein vorübergehender Wohnort war (aufgrund der kurzfristigen Versetzung) - evtl. wurde der Großteil der Möbel zunächst nicht in die erste Wohnung mitgenommen...ich würde das an Deiner Stelle versuchen - auf jeden Fall in die Werbungskosten packen (mit Begründung und Bescheinigung des ArbG, daß die Versetzung kurzfristig erfolgen musste).

Überlässt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer unentgeltlich oder verbilligt eine Wohnung, so ist der geldwerter Vorteil zu ermitteln und beim Arbeitnehmer der Lohnsteuer zu unterwerfen. Der geldwerte Vorteil ist entweder durch Ansatz des Sachbezugswertes oder durch eine Vergleichsrechnung mit der ortsüblichen Miete zu ermitteln. Welche Methode zur Anwendung kommt, richtet sich danach, ob der Arbeitgeber eine Wohnung oder nur eine Unterkunft dem Arbeitnehmer überlassen hat.

Eine Wohnung liegt vor, wenn es sich um eine geschlossen Einheit handelt, die das selbständige Führen eines Haushaltes ermöglicht. Hierfür ist ein Bad/Toilette und eine Küche bzw. Kochgelegenheit notwendig. Eine Einzelzimmerwohnung wird anerkannt. Ein Zimmer mit auswärtiger Mitbenutzung von Küche und Bad (Vergleich WG) gilt jedoch nicht als Wohnung. Werden die Voraussetzungen nicht erfüllt, liegt eine Unterkunft vor.

Bei Überlassung einer Unterkunft ist der geldwerte Vorteil mit dem amlichen Sachbezugswert anzusetzen. Dieser beträgt 212 Euro monatlich . Bei Überlassung einer Wohnung ist der geldwerte Vorteil die Differenz aus einer Vergleichsmiete (eventl.örtl. Mietspiegel nutzen) und der Miete, die der Arbeitnehmer tatsächlich zahlt.

Dazu muß er Arbeitgeber aber die Wohnung/Unterkunft angemietet haben bzw. sie müsste ihm gehören.

Wenn er Dir lediglich die Miete erstattet hat, die Du privat zahlst, dann wird das als normaler Arbeitslohn gewertet, da es sich nicht um eine berufsbedingte doppelte Haushaltsführung handelt und auch kein zur Verfügungstellen einer Wohnung wäre.

DerSchopenhauer 25.06.2014, 12:39

Sollte es sich bei der 1. Wohnung am Arbeitsort um einen Zweitwohnsitz gehandelt haben (doppelte Haushaltsführung):

Mietkosten kann der Arbeitgeber nur insoweit steuerfrei erstatten, wie sie die ortsübliche Miete einer 60 qm-Wohnung mit durchschnittlichem Wohnstandard am Beschäftigungsort nicht überschreiten. Der Durchschnittsmietzins am Beschäftigungsort ist auch dann maßgebend, wenn der Mitarbeiter in der näheren Umgebung des Beschäftigungsorts wohnt.

Der Durchschnittsmietzins setzt sich aus der Nettokaltmiete (laut örtlichen Mietspiegel) zuzüglich Betriebskosten je Quadratmeter für eine 60 qm-Wohnung am Beschäftigungsort zusammen. Dasselbe gilt, wenn der Arbeitnehmer sich eine Wohnung am Beschäftigungsort kauft: Die Finanzierungs- sowie die laufenden Grundstückskosten kann der Arbeitgeber nur bis zur Höhe der Miete für eine 60-qm-Wohnung steuerfrei erstatten.

Von der Wohnungsgröße unabhängige Nebenkosten wie Strom, Wasser oder Müllabfuhr können in voller Höhe erstattet werden, von der Wohnungsgröße abhängige Nebenkosten (zum Beispiel Heizung) nur anteilig. Ebenso ist eine für die Wohnung am Beschäftigungsort zu entrichtende Zweitwohnungssteuer (anteilig) erstattungsfähig (R 9.11 Absatz 8 Satz 2 LStR).

Aber das scheint ja nicht der Fall gewesen zu sein, wenn ich das recht verstehe.

Dann wäre auch der Umzug in die zweite Wohnung steuerlich absetzbar (Aufgabe des Erstwohnsitzes).

0

Versuche es doch einfach. Mehr als streichen können sie nicht. Ich habe sogar versucht mein Brautkleid abzusetzen :-))) Hat nicht geklappt, aber ich habe einen Glückwunsch auf meiner Steuererklärung gehabt.

Was möchtest Du wissen?