Umzug ohne Kenntnisnahme der Erziehungsberechtigten / Rechtslage

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hey jarrouani,

ich habe mir den Text mehrere Male durchlesen müssen, um mir vorstellen zu können, worin dein Problem besteht.
Deine Worte sind wohl gewählt, zeugen aber gleichzeitig von einer sehr großen Distanz.

Im Grunde haben die meisten Stimmen hier die aktuelle Rechtslage dargestellt: Als mündiger Bürger hast du natürlich jedes Recht auf deiner Seite, deinen Wohnort frei zu wählen ohne dafür die Erlaubnis deiner, mangels besserer Begriffe, "Eltern" einzuholen.

Dein Text gibt zwar sehr viel an Informationen her, zeitgleich gibt er aber auch sehr wenig an Informationen her. Deine Schilderungen lassen sehr viel, zu viel, Platz für Spekulationen, daher kann ich ab hier nur Mutmaßungen anstellen:


Aus deinen Schilderung ergibt sich für mich die vage Vermutung, dass deine Kindheit nicht sehr schön war. Mir kommt allerdings auch der Gedanke, dass dein Probleme darin bestehen, dass du in der Tat nicht frei über dich selbst bestimmen kannst. Daher die Frage, wurdest du (trotz deiner Volljährigkeit) unter Aufsicht deiner Eltern gestellt (z.B. aus psychischen Gründen), also in eine gesetzliche Vormundschaft (Betreuungsverhältnis) ?

In dem Fall wäre dein Umzug natürlich um einiges schwieriger, da du dann keine Möglichkeit hättest Verträge ohne deine Eltern abzuschließen.

In diesem Fall führt dein Weg keineswegs um einen Anwalt herum. Ich für meinen Teil würde sagen, dass du dir den erforderlichen Beistand in Fragen Familienrecht suchst und ihm deine (Lebens)Geschichte erzählst, damit er sich ein Bild davon machen kann.

Du müsstest dich dann gerichtlich darüber hinwegsetzen, damit du "dein Leben" wiederbekommst.

Für den Fall, dass meine Vermutung falsch ist, gilt natürlich, dass du "dein eigener Herr" bist und jedes Recht besitzt, unerkannt in fremde Gefilde zu ziehen. Du müsstest dann allerdings bei dem entsprechenden Einwohnermeldeamt dafür sorgen, dass deine Daten insbesondere nicht an deine Eltern weitergegeben werden.

Die Polizei ist für die Gefahrenabwehr, Straftaten- und Ordnungswidrigkeitenverfolgung zuständig. Droht dir bei dem Umzug keine unmittelbare Gefahr, dann können dir diese meistens nicht helfen. Es gibt aber auch einige Beamte, die trotz keiner Zuständigkeit über Umwege und einer dunkelgrauen Zone den Pfad zur Gefahrenabwehr spinnen und dir helfen können.

Alles Gute

Danke für die Antwort, welche wirklich hilfreich ist und ausführlich formuliert wurde. Es ist alles andere als leicht, knapp 30 Jahre in einen kurzen Text mit Anfragen zu "verpacken". Weiterhin ist die Thematik auch sehr fordernd für viele, welche nicht in sozialen bzw. rechtlichen Berufen tätig sind. Ich wollte mir dennoch nicht die Option verwehren, die Anfrage in dieses Forum zu geben. Viele wie ich sind in einer ähnlichen Lage, die Umwelt scheint aber noch nicht gänzlich darauf sensibilisiert zu sein. "Muss sie auch nicht", könnte sie sich denken. Ich schweife ab.

Die ersten Vermutungen/Fragestellungen greifen nicht. Der überall erwähnte Sperrvermerk beim Einwohnermeldeamt wird auch umgesetzt werden.

Nur, um jetzt wirklich konkret zu werden. Am Umzugstag, ein Elternteil wird mit Sicherheit zu Hause sein, den Tag des Umzugs nicht wissen, Fragen stellen wollen, aber keine erhalten, gar dem Umzugstransporter hinterherfahren. Diese Art der Verfolgung muss unterbunden werden, ich zermarter mir nur den Kopf darüber WIE? Es geht um die Kappung von "krankhaften Strukturen", vollständig. Zu vage formuliert?

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@jarrouani85fan

Es ist erst einmal kein Verbrechen oder Vergehen, nicht einmal eine Ordnungswidrigkeit, sein Kind zu lieben. Die Frage ist aber natürlich aus welchen Beweggründen deine Eltern einen Kontrollverlust vermeiden wollen.

Es gibt aber die Möglichkeit einer einstweiligen Verfügung, bei der bestimmte Personen aufgefordert werden sich dir auf eine bestimmte Distanz nicht zu nähern (ebenfalls bei einem Amtsgericht zu erwirken).

Nimmt das Ganze schon stalkerische Ausmaße an? In dem Fall ist dann doch eine Straftat (Nachstellung) im Spiel. Ändert eine Person auf Grund der "Belagerung" ihre Lebensführung u.ä. kann dieser Straftatbestand durchaus erfüllt sein.

Letzten Endes wird aber definitiv kein Weg um einen Anwalt herumführen, um deine Eltern davon abzuhalten sich dir zu nähern oder weiterhin Kontakt mit dir aufzunehmen. Ich würde dir empfehlen sie im Beisein von Zeugen eindeutig dazu aufzufordern, dich in Ruhe zu lassen und sich dir nicht zu nähern, denn damit würdest du schonmal einen Grundstein für alle Folgemaßnahmen legen.

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also ich hab das jetzt 3 mal gelesen und dein Problem erschließt sich mir immer noch nicht so ganz ehrlich gesagt...................du willst ausziehen , richtig ? und deine Eltern wollen das nicht , oder wie ?.....................was willst du mit Polizei und Anwalt ? du bist volljährig und kannst machen was du willst , deine Eltern sind schon lange nicht mehr erziehungsberechtigt auch wenn sie es vielleicht nicht wahr haben wollen............also bestelle einen umzugswagen , lade deine Sachen ein und sage deinen Eltern auf wiedersehen (oder auch nicht) ................was ist denn daran so dramatisch und schwierig ? wenn sie nicht wissen sollen wo du wohnst mußt du es ihnen ja nicht sagen , dazu bist du ja nicht verpflichtet........................also wie gesagt...du brauchst gar keine "Instanzen kontaktieren" , du kannst das machen was DU möchtest , ohne Einschränkungen .......

Danke, das ist alles sehr sehr wohlwollend formuliert und gedacht. Nicht anders mache ich es auch. Nur in diesem Fall, wenn z.B. gar keine Information erfolgt, laufe ich z.B. Gefahr, einen Vermisstenfall darzustellen, und dies soll nicht geschehen. Weiterhin stelle ich, auch in anderen gutgemeinten Antworten und Hilfestellungen, fest, dass die Mechanismen einer dysfunktionalen Familienstruktur noch recht unbekannt sind. Dennoch sollte es nicht unversucht bleiben, die Sachlage in einem Forum wie diesem zu erörtern. Entweder habe ich Schwierigkeiten, die Sachlage klar zu schildern oder stelle gar einen Präzedenzfall dar. Kurzum, was so einfach gedacht ist, lässt sich nicht so einfach umsetzen. In mir reift aber bereits ein Mehrstufenplan.

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Ich bin mir nicht ganz sicher was du alles konkret wissen möchtest. Wenn du nicht willst, dass deine Eltern erfahren wo du zukünftig wohnst (oder sonst jemand) lässt du einfach bei dem Einwohnermeldeamt auf die neue Adresse einen Sperrvermerk eintragen, dann können die dich über eine Melderegisterauskunft nicht finden. Wenn du den Auszug nicht selber mitteilen willst, dann lass es doch einfach oder mach es in schriftlicher Form. Die Polizei schreitet nur bei akuten Auseinandersetzungen ein- was sollte sie also in deinem Fall tun? Auch die Einschaltung eines Anwaltes erschließt sich mir nicht.

Danke für die Hinweise. Die Sache mit dem Sperrvermerk ist bereits bekannt, wird auch umgesetzt werden. Da ein Originalzitat eines Kriminalbeamten angebracht wurde, sollte die Polizei auch einen Dialog bei einer "akuten Auseinandersetzung" führen können. Ich muss nur wissen, ab welcher "Eskalationsstufe" ich aktiv werden muss, 110 anrufen muss. Wäre u.U. ein Mediator (wie bald in der ARD zu sehen) eine Option? Es muss doch in unserem Land eine Instanz für derartige Fällte wie meinen geben. Anwalt, Aufsetzen einer Verfügung? Der Sozialdienst hat mit mir erarbeitet, dass ein manipulatives Wirken seitens meiner Erziehungsberechtigten wahrscheinlich ist, so greift meiner Ansicht nach die Maßnahme nach "ohne Kenntnisnahme".

Eine Nebel- und Nachtaktion soll es nicht werden, ein sog. 2x-Umzug ist geplant, bis keine Verfolgung mehr möglich ist. Dafür ist aber wichtig, polizeilich keinen Vermisstenfall darzustellen. Daher u.a. meine Anfrage bzgl. rechtlicher Lage. "Aktenzeichen XY - Wo ist mein Kind?" soll NICHT das Ergebnis sein.

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