Umzug / Perser Teppiche und Gemälde?

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3 Antworten

Bücher haben im Antiquariat nur dann einen Wert, wenn sie in möglichst einwandfreiem Zustand und einige Jahre alt sind. Je edler die Ausstattung, also Leder- Kunstleder- oder wenigstens Leineneinband mit unversehrtem Schutzumschlag, desto eher besteht Interesse.

Bücher, von denen du meinst, dass sie einen Antiquar interessieren könnten, stellst du in einer Liste zusammen, gehst nicht mit den Büchern sofort irgendwo hin. Das machst du professioneller, und die Mühe lohnt sich:

In die Liste nimmst du die Angaben aus dem Impressum der Bücher auf: Titel, Autor, Verlag mit Ort, ISBN (haben Bücher erst seit etwa 1962), Vorwort/Einleitung/Kommentar von ..., Widmung und/oder Exlibris enthalten, Ausstattung (Einbandart) und Zustand des Einbandes, der Seiten und der Bindung (sei so pingelig wie ein Käufer).

Taschenbücher nach 1945 von unbedeutenden Autoren kann man wohl getrost ins Altpapier geben. Die sortieren und verkaufen lohnt die Mühe nicht. Dann gibt es noch die Readers Digest Bände. Sie sehen edel aus, sind aber völlig wertlos. Auch wenn im Impressum ein Buchclub als Verlag oder (Buchclub)Ausgabe steht, ist das Buch für den Orkus.

Mit Gemälden ist das auch so eine Sache. Nicht jeder Ölschinken ist wertvoll, nicht jeder Druck bringt was ein. Da bleibt nur abfotografieren, Maße notieren und mit dem Farbfoto an einen Antiquitätenhändler wenden. Ist das Bild signiert? steht etwas auf der Rückseite, gibt es ein Zertifikat zum Bild, alte Rechnung? Auch hier machst du eine ähnliche Liste für den Antiquitätenhändler.

Teppiche - sehen manchmal wertvoll aus, sind aber nicht unbedingt echt. Oftmals haben Teppiche auf der Rückseite einen Aufkleber mit den Herstellungsdaten. Echte Perser und andere Orient-Teppiche werden mit einem Echtheits-Zertifikat ausgeliefert. Echte Perserteppiche sind um so wertvoller, je älter sie sind.

Die Anzahl der Knoten pro Quadrtzentimer oder Square-Inch sind ein Quslitätsmerkmal. Je höher die Zahl, desto edler. Teppiche fotografieren, Maße notieren und nur mit den Notizen herumfragen gehen.

Dann zu dem Säbel. Auf neutrale, möglichst dunkle, nicht spiegelnde Oberfläche legen und sehr gutes, kontrastreiches Foto ohne Spiegelungen machen. Ist irgend etwas eingraviert, das Auskunft über den Säbel geben kann? WEiß man etwas über den Besitzer? Gibt es verzierende Ziselierungen? Gibt es eine Scheide dazu? Alles für den Antiquitätenhändler aufschreiben. Nur mit Notizen und Foto hingehen!

Mit deinen Notizen kannst du auch im Internet vorher nachsehen, was du da überhaupt hast und ungefähr erwarten kannst. Das gibt dir auch ein sicheres Gefühl dem Antiquitätenhänlder gegenüber. Jetzt kommt das Verhandeln, und je besser du informiert bist, desto besser kannst du argumentieren.

Wenn du direkt nicht verkaufen kannst, bleibt dir immer noch EBAY, wobei deine Listen und Fotos dann auch ganz nützlich werden. Stell die Sachen immer mit einem festen Endpreis ein. Leg auf jeden Fall auch fest, dass der Käufer sich die Sachen bei dir holen muss, und dann auch der Betrag in bar fällig wird.

Lass dich nicht kopfscheu machen, denn Antiquitätenhändler wollen möglichst wenig investieren. Warte mit der Aktion nicht bis zum Umzug, denn sonst kommt der Möbeltransporteur her und bietet dir an, alles mitzunehmen und dir dafür einen Teil seines Preises zu erlassen. Entrümpelungsfirmen sind da nicht besser.

Dann bist du aber in Zugzwang, musst die Sachen irgendwie loswerden, oder für viel Geld einlagern, was du hinterher vielliecht nicht wieder herausholen kannst. Hier ist Zeit wirklich Geld.

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Kommentar von Bethmannchen
21.10.2016, 16:29

Danke fürs Kompliment.

Ich war selbst einmal Gebrauchtwarenhändlier und habe so manche gefundene Antiquität durchgereicht, also mitgenommen und weiterverkauft.

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Was sagt der Verwandte denn als Eigentümer zu Ihren Verkaufsambitionen; immerhin möchte der doch wohl "nur" umziehen?

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Wenn Du die Erlaubnis hast zu verkaufen, kannst Du jemand kommen lassen. Aber bitte Vorsicht, Haushaltauflöser wollen alles umsonst haben. Du solltest verschiedene Leute um "Begutachtung" kommen lassen. Besser noch, glaube ich, mache Fotos und zeige sie einigen Leuten (Antikhändler besser als Trödler oder Haushaltauflöser,) Dann google mal die einzelnen Sachen, das ist viel Arbeit, bringt aber auch viel Information.

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