Umschulung zuerst bewilligt, dann zurückgezogen!

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6 Antworten

Ein Arzt der dir ein solches Gefälligkeitsgutachten ausstellt, müsste sich also selbst eigentlich als unfähig erweisen, einen Simulanten zu erkennen, und er würde sich nebenbei strafbar machen.

Wenn du keinen Spass mehr an deinen erlernten Beruf hast, ist das dein eigenes Problem. Nur eine tatsächliche medizinische Indikation, die dir die Ausübung deines Berufes nicht mehr möglich macht, berechtigt dich, Zuschüsse zu einer Berufsfindung zu bekommen.

Die Gastronomie sucht händeringend Köche

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Kommentar von FerreroKussy
25.08.2012, 20:34

Hallo Hans,

auch Dir danke für Deine Meinung!

Habe am kommenden Mittwoch einen Termin in der Psychiatrie bzgl. meiner Probleme, wieder in der Küche arbeiten zu müssen. Diese Tatsache kommt ja nicht von ungefähr. Natürlich sage ich salopp, dass ich keine Lust mehr habe in meinem ursprünglich erlernten Beruf als Koch zu arbeiten.

Zum einen spielt die Endtäuschung eine große Rolle, dass ich mich zunächst für 2-3 Wochen freuen durfte, nun endlich eine Stelle in meinem Traumberuf als Mediengestalter Bild und Ton gefunden zu haben, die auch gefördert wird. Dann aber doch wieder alles widerrufen wird. Da fällt wohl jeder in ein tiefes Loch!?

Es fließen aber auch andere Faktoren mit ein, z.B. Leistungsdruck. Jeden Tag aufs neue wieder die Gäste im Restaurant, die Bewohner in Alten- und Pflegeheim, oder in welchen Einrichtungen auch immer, mit einem genau auf den Punkt gegarten und temperierten Gericht zufriedenzustellen. Da ich perfektionistisch veranlagt bin, macht mir dieser tägliche Stress sehr zu schaffen. Den ganzen Tag gegen die Zeit zu arbeiten, auch weil oft nicht genügend Mitarbeiter vorhanden sind. Viele Dinge gleichzeitig zu tun und im Auge zu behalten. Ständig auf unvorhersehbares gefasst sein und ad hoc zu improvisieren. Immer Perfektion, immer neue Kreationen, immer 100 Prozent bei jedem Teller, der die Küche verlässt. Das dies auf Dauer keinen Spaß mehr macht, kann man doch sicherlich nachvollziehen!?

Es gibt Menschen, die damit ganz gut klar kommen! Mir hat es ja auch lange Zeit nichts ausgemacht- ja, es hat mir sogar Spaß gemacht. Aber es sind mittlerweile Zeiten gekommen, in denen es nicht mehr so läuft, wie vor 10 Jahren. Im Übrigen kommen auch noch die unchristlichen Arbeitszeiten hinzu, wenn andere Feiern gehen, gehe ich auf die Arbeit! Aber dieses Kriterium lassen wir hier mal außer Acht - denn ich hatte mir diesen Beruf ja mehr oder weniger mal ausgesucht. Da hätte ich schließlich wissen müssen, worauf ich mich einlasse.

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Hallo,

neben den bereits ausführlichen Antworten können folgende Aspekte noch interessant sein:

  • für eine betriebliche Ausbildung gibt es ggf. von der Arbeitsagentur Berufsausbildungsbeihilfe (BAB):

http://www.arbeitsagentur.de/nn_27986/zentraler-Content/A07-Geldleistung/A072-berufliche-Qualifizierung/Allgemein/Berufsausbildungsbeihilfe-BAB.html

Für eine 2. Ausbildung gibt es BAB nur in Ausnahmefällen.

.arbeitsagentur.de/nn_26036/zentraler-Content/A07-Geldleistung/A072-berufliche-Qualifizierung/Allgemein/BAB-Anspruchsvoraussetzungen.html#d1.4

  • Bei einer IHK gibt es Ausbildungsberater. Evtl. alleine oder zusammen mit dem Ausbildungsbetrieb einen Termin vereinbaren: kann man evtl. aufgrund von Vorkenntnissen und Alter direkt ins 2. Ausbildungsjahr einsteigen. Inwieweit ist eine Verkürzung der Ausbildung möglich?

  • Das Gespräch mit der Fallmanagerin und ggf. deren Vorgesetztem suchen. In höflicher und sachlicher Form die Argumente austauschen. Warum lohnt es sich längerfristig für das Jobcenter die Umschulung zu fördern? Regionale Arbeitsmarktlage? Gesundheitszustand jetzt und in 10 bzw. 20 Jahren?

  • Bei** schweren** gesundheitlichen Einschränkungen kann ggf. die Rentenversicherung eine Umschulung (=berufliche Reha) bezahlen.

Gruß

RHW

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Kommentar von FerreroKussy
25.08.2012, 18:42

Hallo RHW,

auch Dir Danke für Deine Mühen! Habe gerade einmal eine Berechnung im BAB-Rechner gemacht. Demnach stehen mir unverbindliche 387 Euro zu. Jedoch weiß ich nicht, ob ich bei der Arbeitsagentur einen Anspruch auf BAB habe. Ich bekomme finanzielle Leistungen der Arbeitsagentur und das JC stockt einen kleinen Anteil an Leistungen auf, um mein Existenzminimum zu gewährleisten . Jedoch ist das JC dadurch in allen Arbeitsvermittlungs-Angelegenheiten für mich zuständig. Meine Frage wäre also: "Ist es in diesem Fall trotzdem möglich bei der Arbeitsagentur BAB zu beantragen?"

Ansonsten versuche ich gerade mich schlau zu machen, welche Voraussetzungen mich in meiner Situation berechtigen, BAB für eine 2. Ausbildung zu erhalten.

Bevor man mir seitens des JC die Zusage der Finanzierung meiner Umschulung zurücknahm, wurde mir gesagt, das eine Umschulung nur in Verbindung mit der Verkürzung von 3 auf 2 Lehrjahren möglich sei. Warum das so ist, weiß ich jetzt auch leider nicht.

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Gegen die Entscheidung der Fallmanagerin kann man Widerspruxh einlegen und wenn der auch abgelehnt wird kann man noch vor dem Sozialgericht klagen.

Eine Prognose von Ärzten kann hilfreich sein für die Bewilligung einer Maßnahnme.

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Kommentar von FerreroKussy
25.08.2012, 19:07

Hallo Johnny,

danke für Deinen Beitrag!

Mit der ärztlichen Prognose - die ich hoffentlich am Mittwoch bekomme, werde ich nochmal einen schriftlichen Antrag bei der Fallmanagerin des JC einreichen. Dann habe ich in der darauffolgenden Woche einen Termin mit der Fallmanagerin. Hoffe sehr, dass ich dann Glück und Erfolg habe, was die Bewilligung angeht! Sollte die Umschulung weiterhin abgelehnt werden und ich mit meinem Widerspruch nicht erfolgreich sein, werde ich Deinen guten Tipp annehmen und den Weg zum Sozialgericht einschlagen. Wobei ich mir momentan noch nicht vorstellen kann, was das im einzelnen für mich bedeutet und ob ich da mit Kosten bei weiteren Ablehnungen rechnen muss!?

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Ja, die Fallmanagerin kann so entscheiden. Hast Du mit ihr persönlich gesprochen? Wenn nicht, dann tu das. Sprich ansonsten mit dem Teamleiter und erläutere dem das Problem - vielleicht hat er mehr Einsehen.

Vermeide jedoch Aussagen wie "macht mir mein Beruf schon lange keinen Spaß mehr". Stattdessen besser: starke körperliche Belastung, geringe Chancen auf vernünftiges Gehalt (wenn es so wenig ist, dass man das Alg durch Alg2 aufstocken lassen muss), schlechte Chancen auf unbefristeten Vollzeitjob.

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Wenn der Betrieb so zufrieden mit dir ist, kann er dich nicht ganz normal als Azubi einstellen?

Alternativ fallen mir noch die Möglichkeiten zum Fachabi in Abendform ein. Danach kannst du dein Fach studieren.

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Kommentar von FerreroKussy
24.08.2012, 19:09

Hallo Rheinflip,

auch Dir danke für Deine Hilfe!

Eine gute Idee mit der ganz normalen Ausbildung! Der Betrieb würde mich auch sofort ganz regulär Ausbilden! Jedoch würde ich im ersten Lehrjahr keine 400 Euro nette verdienen. Und dieser Betrag würde nicht einmal für meine Miete geschweige denn Nebenkosten und alle sonstigen Kosten reichen!

Natürlich bin ich ohnehin schon jetzt dabei eine günstigere Wohnung in Ausbildung bzw. Umschulungsnähe zu finden!

Zum Fachabi in Abendform... Mmh dann müsste ich quasi doch eine Stelle als Koch oder sonstiges annehmen, wo ich genug verdiene - und ich nicht abends arbeiten muss.

Andererseits bin ich auch schon 34 und habe nur Realschulabschluss von 1995. Ich halte mich zwar nicht für dumm, aber die verkürzte Umschulungszeit von 2 Jahren und das umfangreiche Tätigkeitsfeld als Mediengestalter Bild und Ton - sind für meine Verhältnisse schon eine Hausnummer für sich, denke ich...

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Mehrere Punkt

  1. Mit dem Begriff der "Umschulung" verwirrst Du. Du sprichst von einem Ausbildungsbetrieb, aber von einer Umschulung, die das JC finanzieren solle. Das ergibt keinen Sinn. Eine Ausbildung finanziert die Ausbildungsstelle und nicht ein JC. Zu finanzieren sind nur schulische Ausbildungen.
  2. Das Vorgehen Deiner FM ist 1. üblich und 2. auch sinnvoll. Wenn jeder Ausbildungen sammeln könnte, würde kein Geld ausreichen, das zu finanzieren. Es gibt Menschen, die gar keine (!) Ausbildung haben
  3. Dir Praktka zu genehmigen, ist auch logisch i.S. der Vorgaben der JC durch die Politik. Du bist während eines Praktikums nicht als arbeitslos zu zählen. Es kostet aber das JC fast gar nichts. Überlege Du Dir jedoch bitte, ob Du dich als kostenlose Arbeitskraft verschleudern möchtest. Wenn wir das alle täten, gäbe es keine bezahlte Arbeit mehr. Ich halte das daher von Dir für sehr unsolidarisch ggü. der Gemeinschaft.
  4. Dass Du Dir ärztlich bescheinigen lassen willst, dass Du als Koch krank werden würdest, als mediengestalter aber nicht, wirkt nicht überzeugend. Ic würde das sofort durch den Amtsarzt klären lassen.

Praktisch: ohne Klärung von Punkt 1 kann man hier sowieso nicht weiter kommen.

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Kommentar von FerreroKussy
24.08.2012, 18:57

Hallo Vielfragerich,

zunächst vielen Dank für Deine schnelle Antwort!

Zu Punkt 1:

Bei uns im Ort gibt es die s.g. Jobakademie - eine Einrichtung vom KreisJobCenter. Da müssen letztendlich alle ALG II - Empfänger hin! Es ist meiner Meinung eine tolle Einrichtung! Bei der Anmeldung konnte ich einen Fragebogen ausfüllen, mit Dingen, die ich mir von der Jobakademie wünsche. Da hatte ich eben geäußert, dass ich in meinem Beruf nicht mehr arbeiten möchte und gerne mein Hobby zum Beruf machen will! Dies hatte man zur Kenntnis genommen und mir gesagt, dass man es nicht versprechen könne, zumal ich zum einen zu alt, zum anderen in meinem Beruf vermittelbar bin. Daraufhin habe ich mich - wie vom JC vorgegeben zunächst auf einige Koch-Stellen beworben. Habe mir halt nur Favoriten-Stellen rausgesucht. Dann kam eines Tages die Leiterin der Jobakademie auf mich zu und schlug mir eben diese Mediengestalter-Ausbildung vor. Ich bewarb mich dort und das Praktikum trat ich auch sehr schnell an! Alles wie gesagt, von der Jobakademie bzw. vom JC genehmigt. Dies hatte alles eben dieser Betriebsberater mit dem Chef vom Betrieb abgeklärt. Ich saß dann auch sehr schnell mit meinen Ausbildern und dem Betriebsberater am Tisch und haben alle Bürokratischen Vorgehensweisen besprochen. Der BB erklärte, dass es eine Regelung zwischen dem JC und dem Ausbildungsbetrieb ist. Und das die Ausbildung keine Herkömmliche ist, sondern eine Umschulung. Weil ich bereits eine Ausbildung habe. Die Umschulung würde vom JC im 1. Umschulungsjahr (von Zweien) komplett finanziert! Im Zweiten bezahlt der Ausbildungs- bzw. Umschulungsbetrieb die tarifliche Ausbildungsvergütung und das JC packt den Rest bis zur Erreichung der Lebenshaltungskosten oben drauf! Normalerweise wäre meine Fallmanagerin dafür zuständig gewesen, diesen Fall zu bearbeiten. Das JC-Intern scheinbar keinerlei Absprache diesbezüglich gewesen ist, habe ich doch nicht zu verantworten.

Zu Punkt 2:

Da gebe ich Dir ja grundsätzlich recht! Jedoch ging ich natürlich davon aus, dass wenn mir das JC diese Stelle vorschlägt - und ich das Praktikum antrete, was ja zum Kennenlernen von AN und AG gedacht ist, das alles seine logische Richtigkeit hat. Zumal ich mich ja auch tierisch gefreut habe!

Zu Punkt 3:

siehe "Zu Punkt 2"

Zu Punkt 4:

Wie meinst Du das: "Vom Amtsarzt bestätigen lassen?" Dass ich in meinem Beruf als Koch nicht mehr arbeiten möchte hat verschieden Gründe: Arbeitszeiten, Gehalt, usw. Zum anderen alleine schon der Gedanke daran, dass ich die Umschulung jetzt doch nicht antreten darf, obwohl der Betrieb mich gerne umschulen will - und ich wieder als Koch arbeiten muss - macht mich völlig fertig!

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