Umschulung Fahrdienstleiter?

6 Antworten

Das meiste wurde hier ja schon beantwortet. Allerdings wurde hier auch etwas geschrieben, das nicht oder nur teilweise der Wahrheit entspricht. Ich greife diese Dinge mal auf, da ich selbst gelernter Fahrdienstleiter in einer Betriebszentrale bin.

Gehalt: Lohngruppe 305 oder 355, das ist soweit richtig. Bei uns im Regionalbereich Südwest ist es allerdings üblich, dass Fahrdienstleiter nach Abschluss ihrer Funktionsausbildung (nicht normale Ausbildung) für etwa 1 Jahr in die Produktionsdurchführung gehen, also in einem Bahnhof vor Ort sind.

Urlaub: hier wurden 34 Tage erwähnt, das ist so gesehen falsch. Bei der DB bekommt man 28 Urlaubstage sicher. Dann ging es letztes Jahr durch die Medien, dass die Gewerkschaft EVG ein Wahlmodell ausgehandelt hat, bei dem die Fahrdienstleiter wählen können zwischen 6 Urlaubstagen mehr, glaube 2,2% mehr Gehalt ODER eine Stunde wöchentliche Arbeitszeit weniger (bei der aktuellen Personalsituation macht das aber absolut keinen Unterschied, gibt nur mehr Überstunden).

Zusatzurlaub: richtig ist, dass man durch eine gewisse Anzahl an Nachtschichten mit der Zeit Urlaubstage dazubekommt. Wieviele Nachtschichten das genau sind weiß ich leider gerade selbst nicht, in einem normalen Jahr erreicht man aber in der Regel 3, bei vielen Nachtstunden 4 Urlaubstage.

Einstiegsgehalt: anders als von ES1956 behauptet, bekommst du das absolut gleiche Gehalt wie alle deine Kollegen am Stellwerk auch - von Anfang an. Natürlich kann es sein, dass manche schon viel länger dabei sind und ihre Hochstufung schon bekommen haben, das macht dann ein paar Euro mehr.

Gehaltsunterschied: 47tropfen hat geschrieben, dass du in der BZ nicht mehr Gehalt bekommst, das ist falsch. Die meisten Stellwerke in der PD kommen auf höchstens Lohngruppe 306, das ist eine Stufe unter 305. Die Lohngruppe orientiert sich an der Zugdichte, der Größe des Bahnhofes und den Signalanlagen, welche im Bahnhof verbaut sind. Ergänzend möchte ich hinzufügen, dass 47tropfen offensichtlich kaum oder nur wenig Ahnung von Stellwerken hat. Sonst wüsste er, dass du zwar ein elektronisches Stellwerk fernsteuerst, du aber offiziell trotzdem "nur" am Bedienplatz sitzt. Das eigentliche Stellwerk ist die Unterzentrale vor Ort.

Zum Beruf: sicherlich gibt es eine Zukunft, auch wenn der Beruf durch die ESTW und DSTW (digitale Stellwerke) seit geraumer Zeit im Wandel ist. Durch ein ESTW / DSTW werden viel weniger Fahrdienstleiter benötigt, weil die Zuständigkeit ein viel größeres Gebiet umfasst, als ein einzelner Fahrdienstleiter im mechanischen oder Drucktastenstellwerk jemals bedienen könnte. Zwar gibt es zur Zeit noch die Betriebszentralen (und es wird sie vermutlich auch noch sehr lange geben), allerdings sollen bald sogenannte Steuerzentralen gebaut werden. Die kann man sich wie eine Mini-BZ vorstellen, es sind aber nur eine handvoll Stellwerke darin. Das soll den Arbeitsplatz wieder näher an das Personal bringen und Dienstwege verkürzen. Bei uns fahren z.B. täglich Fahrdienstleiter von Offenburg 1-2 Stunden nach Karlsruhe und nach Feierabend wieder heim. Das soll in Zukunft durch die Steuerzentralen vermieden werden. Ziel, wann es beendet sein soll, war 2033, wenn ich mich richtig erinnere.

Ansonsten kann ich nur sagen, dass man eine BZ mögen muss. Jede hat so ihre Vor- und Nachteile. Man hat zwar seine Kollegen um sich herum und vereinsamt nicht, aber die Chefs sind genauso präsent. Und ein größerer Verantwortungsbereich kann natürlich auch deutlich mehr Arbeit erfordern. In der Regel hat man es aber relativ ruhig, kann etwas quatschen, essen oder sich zurücklehnen und es genießen, wie das Stellwerk von alleine arbeitet.

Sicher kann das jemand beantworten: Dein Einstellungsberater der DB.

Aber überleg es dir gut, Schichtdienst (Tag, Nacht, Wochenende, Feiertage...), gerade bei Anfängern eher geringer Lohn, und extrem hohe Verantwortung für Menschenleben... und wenn etwas passiert wird der Fehler zuerst bei dir gesucht!

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Offensichtlich haben Sie meine Frage entweder inhaltlich oder sprachlich nicht korrekt aufgenommen, da Sie hier völlig am Thema vorbei antworten. Ich gehe jedoch gerne kurz auf ihre Aussage ein: 

Ein Einstellungsberater ist gleichzeig auch immer jemand, der sein eigenes Unternehmen bestmöglich dastehen lassen muss, da dieses Unternehmen schließlich auch seinen Lebensunterhalt sichert und es weiterhin einer seiner Hauptaufgaben ist, geeignetes Personal für die jeweils ausgeschriebene Stelle zu finden. 

Wenn ich ( als Bewerber ) nun kritische Fragen stelle, versucht man mich entweder möglichst schnell wieder loszuwerden, oder ich bekomme nur schwammige "Halbwahrheiten" auf den Tisch gestellt. Diesem Dilemma für beide Seiten will ich dadurch entgehen, dass ich auf einer neutralen Internetplattform meine Frage an sich dafür interessierende Benutzer stelle, welche sich bei der Beantwortung hoffentlich an meinen dafür gestellten Fragen orientieren.

Wenn Sie nun auch weiterhin keine Antworten auf meine Fragen bezüglich des Gehalts während bzw. nach der Umschulung haben oder auch ob sich so eine Umschulung im Allgemeinen momentan überhaupt noch lohnt, danke ich ihnen für ihren bisher getätigten Antwortversuch und wünsche ihnen auch in Zukunft alles Gute :)

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@Eyecatcher01

Offensichtlich haben Sie meine Antwort entweder inhaltlich oder sprachlich nicht korrekt aufgenommen ..

wer, außer dem zuständigen Berater, sollte ihren Lohn als Tarifkraft korrekt berechnen können? (Lebensalter, Qualifikation, Zulagen ... usw...)

Und wer, wenn nicht jemand der das über 40 Jahre mitgemacht hat, sollte ihnen einen ehrlichen Rat geben?

Trotzdem: Viel Erfolg in der Karriere.

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In einer Betriebszentrale bekommst du nicht mehr Lohn, als auf einem Stellwerk. Es ist dasselbe wie auf einem Stellwerk, nur das du mit eltichen anderen Fdl's und weiteren Kollegen, die für den Betriebsablauf benötigt werden, zusammen sitzt, die früher jeder ein eigenes Stellwerk bedienten und heute einen bestimmten Bereich bedienen - ferngesteuert.

Es ist permanent dunkel (abgedunkelt). Du sitzt permanent vor einem PC. Es ist ein elektronisches Stellwerk (ESTW).



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Bist du zufälligerweise Fahrdienstleiter? Ich hoffe doch nicht..

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Aufgrund der sehr schlechten Fortbildungsmöglichkeiten und weiterer Faktoren würde ich gerne eine neue Ausbildung / Umschulung antreten welche mir auch einen sicheren Arbeitsplatz und auch besseren Arbeitszeiten (Mo-Sa) verschafft.

Da mich meine Finanzen selbst sehr interessieren und ich selbst alles mit meinem Geld plane und verwalte würde mir ein Beruf , bei welchen ich mit Zahlen hantieren kann gut gefallen.

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Hallo Ihr lieben, ich weiß es gibt einige Threads zu dem Thema jedoch habe ich nichts Aktuelles gefunden das "jüngste ", das ich gefunden habe ist von vor 6 Jahren.

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