Umschulung Bfw Köln

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1 Antwort

Hallo, der Weg zu einer Umschulung ist sehr steinig. Im allgemeinen schulen BFW`s nur anerkannte Rehafälle um. (Manchmal gibt es Ausnahmen und Bildungsgutscheine werden auch anerkannt) Das soll heißen du hast bereits eine Erstausbildung und bist in deinem alten Beruf krankheitsbedingt nicht mehr arbeitsfähig. Diese dauerhafte Arbeitsunfähigkeit ohne positive Genesungsentwicklung muss dir von einem Arzt bescheinigt werden. Mit dieser Bescheinigung kannst nun eine Umschulung nach §7 des Sozialgesetzbuch beantragen. Bei krankheitsbedingten Umschulungen müssen hier z.B. die letzen Versicherungsträger (LV, Knappschaft etc.) die Kosten der Umschulung übernehmen. Grundsätzlich werden Umschulungsanträge ersteinmal abgelehnt ! Nur wer eine Menge Energie in Wiederspruchverfahren und entsprechende Nachweise steckt hat eventuell Erfolg. Ab einem gewissen Alter 50+ ist es fast unmöglich eine Bewilligung zu bekommen. Da wird manchmal schon zum Frührentenantrag gedrängt. Wer Erfolg hatte und jetzt glaubt in seinen Wunschberuf ausgebildet zu werden liegt falsch. Im allgemeinen wird zuerst ein sogenanntes Assesment durchgeführt um den Teilnehmer auf Herz und Nieren zu prüfen. Der Teilnehmer soll eine sogenannte "Leidensgerechte" Umschulung erfahren. Soll heißen wer körperlich eingeschränkt ist (Beispiel Bandscheibe) wird nicht zum Altenpfleger umgeschult. Wer psychisch erkrankt ist wird keinen Beruf mit Kundenverkehr oder Verantwortung erlernen können (medizinische Berufe oder Busfahrer als Beispiel). Nach dem Assesment werden einem wenn möglich verschiedene Berufe zur Wahl gestellt. Meist nicht die Wunschberufe sondern solche welche die besten Erfolgsaussichten auf Beschäftigung bieten. Wer jetzt rebelliert und weiter auf seinen Berufswunsch pocht ist schnell draussen. Wer eine Umschulung möchte sollte sich immer anpassungsfähig zeigen! Die Ausbildung in den Berufsförderungswerken ist sehr gut. Eine Unterbringung in den angeschlossenen Internaten meist möglich. Die begleitenden Dienste PD, MD, SD befinden sich im Haus und sollten wenn empfohlen auch wargenommen werden. Wer sich da sträubt und nicht willig zeit gefährtet die Maßnahme. Wer glaubt nur sporadisch zur Ausbildung aufkreuzen zu müssen ist schnell raus. Die Unterbringung im BFW kommt einer Vollverpflegung gleich, Frühstück, Mittag, Abend. Sozialräume, Turnhalle, Schwimmbad etc sind Standart. Erfahrungsgemäß starten die Klassen recht groß schrumpfen aber in den ersten Monaten. Die Schüler sind bunt gemischt. Die Aussichten die Abschlußprüfung zu bestehen liegen für alle die durchhalten bei fast 100%. (Eine der besten Ausbildungen überhaupt) schon wärend der Ausbildung erhält man Unterstützung beim Schreiben von Bewerbungen, so dass es oft direkt nach der Prüfung in Arbeit geht. Wer glaubt sich in einem BFW hotelmäßig erholen zu können liegt falsch! Es wird eine gewisse Lernbereitschaft gefordert. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen dass lernen manchmal schwerer ist als körperliche Arbeit. Immerhin wird hier der Unterrichtsstoff einer 3 1/2 jährigen Ausbildung innerhalb von 2 Jahren durchgeritten und das mit Leuten die schon lange nichts mehr mit lernen am Hut hatten.

Danke für Deine ausführliche Antwort!

Ich bin gelernte Bürokauffrau, kann und werde in diesem Beruf aber nicht mehr arbeiten.

Soeben habe ich den Anruf erhalten, das die Arbeitserprobung (Assesment für 6 Wochen) in Oberhausen genehmigt worden sind. Das ganze innerhalb von 3 Tagen. Das will ich erstmal abwarten, mal sehen was rauskommt.

Danach eine Umschulung genehmigt zu bekommen ist laut meines Reha-Beraters kein Problem. Bin echt froh diesen zu haben!

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@Hayzel

Hallo,

auch wenn die Schilderungen von Michael4000 zum Teil etwas übertrieben sind: Bitte geh offen an das Assessment und gib den Leuten dort die Chance, mit Dir ein realistisches Berufsziel zu erarbeiten. Ich bin einer der Psychologen, die die sechswöchige Eignungsabklärung (= Assessment) im Bfw Köln betreuen, also eine Maßnahme, die der im Bfw Oberhausen ähnlich ist. Der Beruf des Heilerziehungspflegers ist köperlich und psychisch sehr anspruchsvoll und kommt deswegen nur für sehr wenige Rehabilitanden in Frage. Deswegen ist es wichtig, einen "Plan B" in der Tascher zu haben und zu wissen, dass die Mitarbeiter des Assessments, wenn sie "Nein" sagen, das nicht aus Bosheit tun. Aber jeder Einzelfall ist anders. Ich hoffe Du findest etwas, was zu Dir passt. Wenn Du noch Fragen hasst, schreib mich gerne an, ich bin allerdings in Urlaub und schreibe vom Handy.

Alles Gute Jörg Mutke

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