Umsatzsteuer bei Unternehmen

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Die Umsatzsteuer heißt eigentlich Mehrwertsteuer und wird in einer Steuervorauszahlung anhand der statistischen Durchschnittswerte von kleineren Unternehmen an das jeweilige Finanzamt abgeführt. Das Unternehmen kann jedoch für alle Waren, die es selbst eingekauft hat, die auf den Rechnungen ausgewiesene MWSt als sog. Vorsteuer abziehen. Damit entsteht die Steuerlast, die das Unternehmen abführt, nur auf dem von ihm "produzierten Mehrwert", den das Produkt in der Zeit beim Unternehmen erfahren hat. Einfaches Bsp. : Der Händler kauft für 1 Euro netto ein, die MWSt ist 20 %. Auf der Eingangs-Rechnung steht dann 1,20 €. Er verkauft das Produkt für 2 € netto, auf der Rechnung steht dann brutto 2,40 €. Vorsteuer = 0,20 €, MWSt 0,40 €= Differenz, die er an das Finanzamt überweisen muss sind dann 0,20 € (0,40-0,20). Der Verbraucher kann nicht sehen, ob die Steuer abgeführt wurde, das kann nur das Finanzamt. Deswegen muss auf jeder Rechnung die Umsatzsteuer-Ident-Nummer stehen, anhand derer das FA die Steuerlast (zumindest theoretisch) orüfen kann. Im Normalfall wird die Mehrwersteuer monatlich überwiesen.

Frage: was meinst Du mit den statistischen Durchschnittswerten? Habe ich meiner Ausgabe des Umsatzsteuer-Gesetzes nicht gefunden. NB: die Umsatzsteuer heisst tatsächlich Umsatzsteuer, der Begriff "Mehrwertsteuer" wurde nur geschaffen, um den Unterschied zur vormaligen Umsatzsteuer, die als Bruttoallphasensteuer bezeichnet wurde, einsichtiger zu machen; da -wie richtig bemerkt- lediglich der Mehrwert der Lieferung/sonstigen Leistung besteuert wird. Gruss, Geronimo1978

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@Geronimo1978

Oje, hatte da schon länger nichts mehr mit zu tun, aber ich erinnere mich, dass ich da früher ein Formular abgeben musste, das Umsatzsteuer-Vorauszahlung hieß. Da wurden die durschschnittlichen Umsätze der letzten Abrechnungspreiode eingetragen und danch die Vorauszahlung berechnet. Hinterher kam dann die eigentliche Abrechnung mit den wirklichen Umsätzen un d die Differenz wurde ausgegelichen. Weiß nicht genau, ob das heute auch noch so ist, da sind andere vielleicht kompetenter....

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@Geronimo1978

...also, steht in meiner Ausgabe auch nix davon. Wäre aber auch irgendwie komisch, wenn sich die Steuer mengenmäßig auf sich selbst bezöge.

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@relaxer

...also, die durchschnittlichen? Was soll das denn werden? Eine Anleitung zur Hinterziehung von Umsatzsteuern? Es werden selbstverständlich die korrekten Umsätze gemeldet.

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Zuvor: Dir als Endverbraucher kann es völlig egal sein, ob der Unternehmer seine Pflichten dem Finanzamt gegenüber erfüllt oder nicht - da haben die Jungs und Mädels von dort schon ihre eigenen Mittelchen und Wege. Zum Verfahren: im Normalfall errechnet der Unternehmer im Auftrage der Finanzverwaltung (ja, ist wirklich so!) die "abzuführende Umsatzsteuer" (das ist der Unterschiedsbetrag zwischen der von ihm "in Rechnung gestellten Umsatzsteuer (USt)" und der ihm "von anderen Unternehmern in Rechnung gestellten Umsatzsteuer (VorSt)" in der Umsatzsteuer-Voranmeldung selbst und führt diesen Betrag an das Finanzamt ab. In Ausnahmefällen kann die VorSt höher sein als die USt, so genannter "Vorsteuer-Überhang". Das kommt vor wenn der Unternehmer z. B. im Voranmeldungszeitraum eine sehr teuere Maschine erworben hat und die darauf entfallende Vorsteuer höher ist als die USt aus seinen eigenen Umsätzen. Dieser Betrag wird dann vom Finanzamt erstattet oder ggfls. mit Steuerschulden verrechnet.

Das Unternehmen führt die Steuer an das Finanzamt ab. Im Normalfall jeden Monat. Dass das Unternehmen alles korrekt gemacht hat, kann man bei einer steuerlichen Außenprüfung sehen.

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