Umgangsrecht für leibliche Großeltern

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4 Antworten

Wenn die Großeltern zu ihren Enkeln bereits eine Bindung aufbauen konnten, haben sie auch nach / trotz Streitigkeiten der Kindeseltern ein Recht auf Umgang mit ihren Enkeln, wenn es der Kindesentwicklung förderlich ist. Wenn auf dem Rücken der Kinder ein Streit zwischen Eltern und Großeltern ausgetragen wird, ist das nicht zum Kindeswohl! Bestand bisher keinen Bindung zu den Enkeln, können durchaus die Eltern oder auch das Kind selbst entscheiden, ob es den Kontakt möchte. Wenn Kinder ihre Großeltern lieb gewinnen konnten, werden sie von sich aus nach ihnen fragen und den Kontakt aufrecht erhalten wollen. Wenn dem nicht so ist, sollte man Kinder nicht zu einem Kontakt zwingen, den sie nicht wollen. Es geht um das Kindeswohl! Schwierig dürfte es für Großeltern von Säuglingen sein. Am besten man pflegt hier einen Umgang mit den Eltern der im zeitlichen Rahmen angemessen ist, ohne den Alltag der Familie zu gefährden. Als Mutter weiß ich von unterschiedlichen Ansichten bezüglich Kindererziehung. Jeder hat seine Vorstellungen, die generationsübergreifend nicht immer übereinstimmen. Hier ist ein gemeinsames Gespräch sinnvoll, wie welche Situation am besten handhabbar ist. Ohne Ausnahmen, denn Kinder brauchen altersgerechte, feste Regeln und Abläufe. Fast jeder kennt die T-Shirt-Aufschrift "Wenn Mama und Papa NEIN sagen, frage ich Oma und Opa" - hier sollte schon ein gemeinsamer Nenner gefunden werden, um diese Situation zu vermeiden. Auch unter den Eltern selbst. Daß man als Großeltern manche Situation etwas entspannter sieht, ist ok, aber erlaubt den Enkeln nicht einfach alles. Versetzt euch mal in die Rolle der Eltern (was ihr ja immer noch seid) und stellt euch die Situation mit euren Eltern vor. Ist euer Wunsch / eure Vorstellung tatsächlich Hilfe oder Belastung - für euch - für die Enkel - für die Eltern - für das Umfeld? Sicher, heutzutage soll man für die Arbeit "zeitlich flexibel" sein und ist oft auf eine funktionierende Familie um sich herum angewiesen. Besonders mit Berufen im Schichtdienst ist dies oft schwierig. Man möchte zwar eine eigene kleine Familie, doch wie kann die Kinderbetreuung sicher gestellt werden? Es ist toll, wenn es dann Großeltern gibt, denen man das Kind /die Kinder anvertrauen kann. Doch sollte dies kein Alltag sein, sofern man nicht als Großfamilie zusammen in einem Haushalt lebt. Das Kind braucht Zeit mit den Eltern allein, und auch ihr als Großeltern solltet mal was miteinander ohne die Enkel unternehmen. Spätestens wenn die Enkel alt genug sind, eigene Entscheidungen zu treffen - und das sollte ihnen auch zugestanden werden - werden sie von sich aus nicht mehr so engen Kontakt halten. Was dann? Ich denke, Eltern und Enkel als willkommene Bereicherung zu sehen, die den Alltag bereichern - nicht beischränken - macht das Leben als Familie lebenswert und liebevoll.

Der Dreh- und Angelpunkt für ein solches Umgangsrecht ist das Kindeswohl und bei der Frage, ob das Umgangsrecht der Großeltern dem Wohl des Kindes dient, ist eine Abwägung der Interessen des Kindes, der Eltern und der umgangsberechtigten Großeltern vorzunehmen.

Das Kind muss Bindungen zu den Großeltern besitzen, deren Aufrechterhaltung für seine Entwicklung förderlich sind (OLG Köln, Beschluss v. 2.4.2008, 14 UF 241/07)

Neuanfang?

Besteht kein aktueller Kontakt mit dem Kind, sind bei der Interessenabwägung

die Dauer der sozial-familiären Beziehung,

die Länge der Umgangsunterbrechung,

Probleme in der Kernfamilie,

der Wille des Kindes und der Eltern zu berücksichtigen.

Unterschiedliche Erziehungsansichten, Spannungen

Die Großeltern müssen im Rahmen ihres Umgangsrechts den Erziehungsvorrang des sorgeberechtigten Elternteils respektieren und auf die Wünsche und den Willen des Kindes in besonderem Maße Rücksicht nehmen (OLG Brandenburg, Beschluss v. 3.3.2008, 10 UF 210/07).

Spannungen zwischen einem oder beiden Elternteilen und den Großeltern sind kein Grund, einem Kind den Kontakt mit den Großeltern zu verbieten.

Etwas anderes kann bei tiefgreifenden Zerwürfnissen gelten (OLG Hamm, Beschluss v. 25.4.2003, 5 UF 117/03).

BEISPIELE

In einem Fall wurde das Umgangsrecht abgelehnt, weil das Verhältnis zwischen Eltern und Großeltern so sehr gestört war, dass es ihnen nach Überzeugung des entscheidenden Gerichts nicht gelingen würde, unter Ausklammerung ihrer eigenen Konflikte im Beisein des Kindes normal miteinander umzugehen.

Der Kontakt hätte in einer spannungsgeladenen Atmosphäre stattgefunden, was der Entwicklung der Kinder nicht förderlich gewesen wäre und außerdem psychisch belastende Loyalitätskonflikte hätte heraufbeschwören können (OLG Sachsen-Anhalt, Beschluss v. 2.10.2007, 4 UF 123/07). Respektvollen und höflichen Umgang mit Verwandten vorleben?

In einem anderen Fall wurde den Großeltern mütterlicherseits das Umgangsrecht mit ihrem Enkel zugesprochen, obgleich sich der Vater des Kindes dagegen aussprach.

Das Gericht schrieb dem Vater die Pflicht zu, seine ablehnende Einstellung zu der mütterlichen Verwandtschaft zurückzuhalten.

Der Konflikt bezog sich ausschließlich auf die Erwachsenen und wurde daher als unerheblich angesehen. Der Vater habe, so die Richter, dem Sohn in dem respektvollen und höflichen Umgang mit Verwandten ein Vorbild zu sein (KG Berlin, Beschluss v. 20.3.2009, 17 UF 2/09).

Wenn das Kind den Umgang ablehnt

Etwas anderes gilt,

wenn das Kind den Umgang ablehnt,

der Wille beachtlich ist

und der Widerstand auch nicht mit erzieherischen Mitteln durch den betreuenden Elternteil überwunden werden kann,

was insbesondere bei älteren Kindern der Fall ist (OLG Karlsruhe, Beschluss v. 26.10.2004, 2 WF 176/04).

Vermittlung und Ausschluss

Das Gesetz hält zwei Instrumente bereit, um eine Vollstreckung möglichst zuvermeiden.

Zum einen ist ein gerichtliches Vermittlungsverfahren (§ 165 FamFG) vorgesehen, in dem das Gericht versucht zwischen den Eltern und Großeltern zu vermitteln. Ziel der Vermittlung ist es, dass Einvernehmen über die Ausübung des Umgangs erreicht wird.

Zum anderen gibt es die Möglichkeit, den Vollzug früherer Entscheidungen über das Umgangsrecht kurzzeitig einzuschränken oder auszuschließen, soweit dies zum Wohl des Kindes erforderlich ist (§ 1684 Abs.4 S.1 BGB) oder für längere Zeit oder auf Dauer auszuschließen, wenn anderenfalls das Kindeswohl gefährdet ist (§ 1684 Abs.4 S.2 BGB).

Ich nehme an, du möchtest wissen, ob die Großeltern ein Umgangsrecht fürs Enkelkind haben und wenn ja, wie das aussieht. Die Großeltern meines Sohnes haben das seinerzeit per Anwalt "erstritten". Umgangsrecht ist in erster Linie mal Elternsache! Ob und wie die Großeltern mit dem Kind Kontakt haben (dürfen), hängt hauptsächlich vom Durchsetzungsvermögen des Rechtsanwalts ab (so war es jedenfalls damals). So oder so, sie BLEIBEN die Großeltern.

Grundsätzlich haben die Großeltern ein Ugangsrecht wenn der Kontakt zu den Enkeln da war und eine Bindung besteht. Ist aber schwer durchzusetzten. Wenn die Eltern oder auch nur 1 elternteil es nicht will wird ihnen immer etwas einfallen um es zu unterbinden.

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