Umgang mit Schuld?

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2 Antworten

ich glaube Du nimmst Dich sehr wichtig.

Schuld hat einen Sinn. Diesen Sinn und den Zeitpunkt zu erkennen, wann dieses Gefühl für Dich hinfällig ist, ist eine u. in diesem Fall Deine Aufgabe.

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Implord 05.11.2016, 14:31

Wieso nehme ich mich wichtig?

Ich renne ja nicht rum und rufe "Seht mich an Leute, ich bin relevant!"

...

Und würde ich sowas tun, hätte es nichts mit dem Thema zu tun.

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Taimanka 05.11.2016, 14:36
@Implord

Selbstverständlich nimmst Du Dich wichtig -  was ja per se gut ist, aber muss es unbedingt über das Gefühl der Schuld passieren?

Das heißt auch nicht, dass du dich in deinem Außenverhältnis als wichtig aufspielst.

Die Schuld ist dein persönlicher Weg und dein persönliches Mittel, wichtig zu sein, dabei ist es zweitrangig, dass es negativ ist. 

Wichtig ist, dass du dich mit dir beschäftigen kannst und dafür hast du dir die Schuld ausgesucht. Die spannende Frage wäre, was würde passieren wenn du permanent Mist machst und keine Schuld mehr fühlst.? Gibt es dich dann nicht mehr ? 

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Implord 07.11.2016, 06:45
@Taimanka

Ich fühle mich ständig schuldig, also kann ich nicht wirklich sagen, was andernfalls passieren würde...

Also, damit ich dich korrekt verstehe: Ich möchte eigentlich relevant sein, und da ich mir nicht zutraue, dies auf positive Weise zu schaffen, komme ich zu dem Schluss dass ich auf negative Weise relevant sein muss, weswegen ich meine eigenen Fehler als größer und wichtiger wahrnehme, als sie es eigentlich sind.

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Taimanka 07.11.2016, 09:36
@Implord

kurz zusammengefasst: Ja.

ich denke, dass es weniger darum geht, dass Du es Dir nicht zutraust. Du wirst irgendwann "gelernt" haben, dass dies der Weg ist, Aufmerksamkeit zu bekommen. Oft liegt dies in der Kindheit, wir werden gemaßregelt, gerügt, verbessert und vieles mehr, Schule und eigenes Zuhause sind oft die beiden Hauptschauplätze (für Sachen, die irrelevant sind, man auch anders ansprechen kann oder aber ein junger Mensch halt auch seine Zeit braucht, um Sachen zu verstehen um sie dann anders zu machen). 

Diese Muster prägen uns und wir übernehmen sie, unreflektiert, da wir es noch nicht reflektieren können oder/und diese unbewusst ablaufen.

Wichtig wäre für Dich, diesen Mechanismus zu erkennen und zu verstehen. Selbst wenn Du heute nicht mehr von anderen gemaßregelt wirst, ist dieses Muster zu Deinem eigenen geworden und Du lässt "den vertrauten Film" im Innenverhältnis leben.

Du solltest es auflösen. Du bist ein wertvoller Mensch und hast gute Gefühle resp. angemessene Emotionen verdient. Schätze Dich!

Kleine Schritte führen zum Ziel:

Du kannst ggf. Dein Beispiel mit dem Saftbecher nehmen, auch wenn es unkonventionell ist, ist es allemal ein Versuch wert: 

Stoße einen gefüllten Becher mit Saft (kein Wasser, da vorher auch Saft drin war) extra um und beobachte, was passiert. Ich würde ihn so oft umkippen, bis lediglich ein umgestoßener Saftbecher übrig bleibt, dessen Ihnhalt es gilt, aufzuwischen. 

Nicht mehr und nicht weniger. 

Alles Gute Dir 🙋

Danke für den Stern

🌟

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Implord 08.11.2016, 17:13
@Taimanka

1. Als ich ein Kind war, sagten die anderen Kinder, ich sei eine nervtötende Platzverschwendung und die Lehrer sagten, es sei meine Schuld, dass mich niemand mag und ich solle nicht anderen die Schuld dafür geben, dass ich nicht mit Menschen auskomme und deshalb verprügelt werde. Meinst du sowas?

2. Die ganze 'wertvoller Mensch: Ja/Nein?' -Sache ist ein übergreifendes Problem, mein Unvermögen, mit Schuldgefühlen umzugehen ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Erst lerne ich den Teil mit den Schuldgefühlen und dann arbeite ich mich langsam zum erschaffen eines Selbstwertgefühls vor.

3. Das Problem ist, dass ich ja bei deinem Vorschlag bewusst Chaos anrichte. Das tue ich hin und wieder sowieso, manchmal aus Langeweile, manchmal, weil es irgendwie zielführend ist.

Schuldgefühle habe ich ja immer nur dann, wenn ich unabsichtlich Schaden anrichte, also Probleme verursache, die ich nicht erzeugen wollte.

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Da brauchen wir keine wissenschaftlichen Studien, da brauchen wir nur unserer natürlichen Menschenverstand zu befragen. Und der sagt "Schuld muss bereinigt werden." Fertig. Was hast Du denn verbrochen? Einen Saftbecher umzuwerfen ist noch keine Schuld, die Dich umbringt. Da sagt man "sorry" und gut ist es.

Hach, ist mein Gehin nicht ein sonniger, fröhlicher Ort?

Geht es Dir denn sonst gut?

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Implord 05.11.2016, 14:28

Aber die Zeit, den Saft wegzuwischen, vor allem wenn sie sich bereit erklären zu helfen, kriegen sie nie wieder zurück. Wenn etwas passiert ist, kann es niemals rückgängig gemacht werden.

Und was die andere Frage angeht, ich leide, wie erwähnt, an Selbstwertproblemen. Außerdem zeige ich Anzeichen leichter bis mittelschwerer Depression, neige zu Angststörungen und bin leicht Autistisch, meine aktuelle Psychologin meint, ich hätte vielleicht auch irgendeine Art Persönlichkeitsstörung.

Aber abgesehen davon, dass ich, auf dem Papier (es klingt dramatischer als es ist, wirklich) eine mentale Katastrophe bin, geht es mir in letzter Zeit eigentlich sogar ausgesprochen gut. Dinge werden besser, denke ich. Hoffe ich. Hoffentlich geht nicht wieder irgendetwas schief. >_<

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