Umgang mit kleinem Bruder - Wie handle ich richtig?

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4 Antworten

Ja, sorry, aber du bist die SCHWESTER! Du sagst nicht, wie alt du bist. Wie kommt es, dass du diese Art Mutterrolle ihm gegenüber einnimmst? "Normalerweise" - wobei das nicht in jeder Familie gleich ist - nehmen ältere Geschwister eher die Position für ihre jüngeren Geschwister ein und erklären den Eltern, warum etwas für die Kleineren wichtig oder tragisch (Mobbing etc.) ist!

Ich würde sagen:

Lass ihn in Ruhe!

Aus drei Gründen:

1. Du bist die Schwester, Kontrolle ist Aufgabe deiner Mutter. Du verwirrst und frustrierst ihn, wenn du die Rolle der kontrollierenden und bestrafenden Mutter einnimmt, weil du ihm damit sagst "hey, Kleiner, alle können über dich bestimmen, du hast hier gar nichts zu melden!" Außerdem verlierst du die Rolle der älteren Schwester als Vorbild und Vertrauensperson! Das kann später für dich mal schwierig werden.

2. Es gibt Menschen, die Phasen haben, in denen sie Sachen exzessiv machen. Und irgendwann ist die Phase zu Ende und es kommt ein neues Hobby. Mir geht das auch so. Ich habe deshalb absichtlich für mehrere Jahre eine Fernseh- und Computerpause gemacht (hatte diese Geräte nicht im Zimmer/ in Gebrauch, sondern habe nur im Gemeinschaftszimmer/ in Bibliotheken genutzt). Weil ich vorher gemerkt hatte, dass ich exzessiv beide Geräte genutzt habe. Ich bin aber auch so ein Mensch, der Phasen hat, in denen ein Hobby täglich betrieben wird oder man alle Bücher eines Autoren liest oder täglich ein bestimmtes Forum besucht - und irgendwann reicht es und es kommt eine neue Phase. Möglicherweise geht es deinem Bruder ähnlich. Was verboten wird, hat einen Reiz und wird dann später exzessiv genutzt! Bedenke das!

3. Durch Verbote lernt er keine Verantwortung!

Durch Verbote lernt er, die Zeiten mit Ipad herbeizusehnen und so intensiv wie möglich zu nutzen und außerhalb dieser Zeiten nur ans Ipad zu denken!

Besser: Besprich mit ihm (aus meiner Sicht: Das sollte die Mutter machen!), wie er seine Freizeit einteilen möchte, was er außer dem Ipad noch gern macht, wie lange er pro Tag am Ipad sein möchte, wie er diese Zeiten planen möchte, wie er auch andere Aktivitäten an der frischen Luft oder sportlicher Art in seinen Tagesablauf integrieren könnte. Wichtig: ER muss selbst entscheiden, was er wann wie machen möchte. Du kannst nur den Anstoß dazu geben. Vielleicht möchte er einen Tag die Woche das Ipad gar nicht nutzen oder so und so viele Stunden pro Tag.

Dazu sei gesagt: In meiner Familie waren meine Eltern eine Zeit lang besessen von Computerspielen. Sie spielten jeden Tag, statt abends fern zu sehen, und meist mindestens zwei bis drei Stunden. Auch noch im Flur, so dass es jeder mitbekommen konnte. Die Spiele und ihre typischen Geräusche/ Aussagen kenne ich heute noch. Das war in dieser Zeit für sie wichtig, es dauerte ca. ein halbes Jahr oder so, und dann flaute das Interesse wieder ab. 

Überlege aber bitte mal, was du schon exzessiv betrieben hast. Tage, an denen du die ganze Freizeit für Gespräche mit Freundinnen, "sinnlose Treffen" ohne Ziel, Lesen bestimmter Bücher, dem Nachgehen bestimmter Hobbys geopfert hast. Und ja, für dich war das zu dieser Zeit wichtig! Leider ist der Computer immer noch sehr negativ besetzt, man glaubt landläufig, dass Spielen am Computer nichts bringen würde und vermieden oder eingeschränkt werden müsse. Das stimmt aber nicht! Man kann, gerade als Kind, auch sehr viel (Koordination, Konzentration etc.) aus diesen Spielen lernen. Mein Bruder hatte das Downsyndrom und hat auch am ersten Tag, an dem das Ipad im Hause war die Spiele entdeckt und hatte am dritten Tag alle vorinstallierten Spiele bis zum letzten Level gespielt (ohne Lesen zu können übrigens). Das war eine Phase, in der er sich mal länger konzentriert hat (sonst war die Aufmerksamkeitsspanne eher gering) und feinmotorisch betätigt hat (was auch sonst eher schwierig war) und außerdem endlich mal alleine beschäftigen konnte ohne Playmobilmännchen oder Fernsehen. Wir fanden das alle klasse. Nach einer Woche war das Interesse abgeflaut, da er alle Spiele auswendig kannte.

Überlege mal, was POSITIV für deinen Bruder an der Sache ist: Was er lernt, dass er ein Thema hat, über das er mit Gleichgesinnten reden kann, dass das Interesse an den Spielen zu weiterem Interessen an anderen Gebieten führen könnte. 

Wenn ein Kind sich 20 Bücher aus der Bücherei pro Woche ausleiht und den ganzen Tag liest, sagt selten jemand was; kaum ist ein elektronisches Gerät im Spiel, wird aber kritisiert. Das muss man mMn auch mal bedenken. Ich kenne genug Erwachsene, die handysüchtig, chatsüchtig etc. sind. Die kritisiert keiner. 

Gib ihm jetzt die Chance, seinen Medienkonsum selbst steuern zu lernen, gibt ihm aber auch den Raum, das in seiner eigenen Zeit zu lernen und lass ihm die momentane Begeisterung für das Hobby. Behaltet das im Auge, wenn es zu viel wird, sprecht das an (wie gesagt, gern auch erst mal die Mama!) und fragt ihn, wie ER das regulieren würde. Und lasst ihm den Raum, das auch selbst zu machen, z.B. indem er sich die Zeiten aufschreibt und kontrolliert, wie oft er die eigenen Vorgaben eingehalten hat oder indem er sich pro Tag noch eine andere Sache (Hobby/ Aktivität) vornimmt und protokolliert, wie oft das klappt.

Bitte nimm ihm als ältere Schwester nicht das Ipad weg. Das wäre mMn sehr grenzüberschreitend, würde nur böses Blut und Frust auf seiner Seite geben und ihn evtl. dazu verführen, woanders (Freunde) heimlich zu spielen. Lass ihm die Kontrolle. Ihr seid Geschwister: Siehe ihn als mehr oder weniger gleichwertig an. Natürlich gibt es einen Altersunterschied, aber wie gesagt, du bist nicht die Mama. Wenn du dich so fühlst/ aufführst, ist das langfristig für alle drei nicht gut! Er wird frustriert, du wirst überfordert und deine Mutter wird evtl. auch frustriert, weil man ihr "den Job wegnimmt".

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Kommentar von cashewew
06.03.2017, 01:32

herzlichen Dank

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Kommentar von cashewew
06.03.2017, 01:35

nur bleibt noch die Frage, was tun in der Nacht? Er soll sich nicht ablenken lassen und somit morgens verschlafen. 

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In einer Familie sollte man sich über Erziehungsmethoden einig sein und an einem Strang ziehen. Deshalb kann ich dir nur empfehlen, dich mit deiner Mutter zu besprechen, um gemeinsam darüber zu entscheiden, wieoft dein kleiner Bruder das Tablet benutzen darf. Ich persönlich käme nie auf die Idee, meinem Sohn mit 10 Jahren ein Tablet zu schenken. Da er es jetzt hat, solltet ihr gemeinsam auch mit ihm die zeitliche Nutzung besprechen und ihm auch erklären, warum. Nur wegnehmen, bringt nichts.

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Kommentar von Tasha
06.03.2017, 00:04

Toll, dann hat der Kleine zwei Mütter, eine echte und eine Schwester-Mutter, die auch noch kontrolliert und straft! :-/

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Ich finde das toll, dass du dir um deinen kleinen Bruder Sorgen machst, und das auch zu Recht. Ich glaube er ist schon ein wenig süchtig.

Du musst ihm natürlich sehr einfühlsam klar machen, warum er das Tablett nicht mit ins Bett nehmen soll. Sicher ihm zu, dass du das Tablett über Nacht auflädst und mach das auch. Irgendwann wird er einsehen, dass es richtig war, aber zunächst wird er dich dafür hassen.

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Solange er nicht die ganzen Mainstream Schwuc*tel schaut, sollte eigentlich alles in Ordnung sein. Sollte er aber doch dazu neigen KSfreak usw. zu schauen nimm das Tablet weg und gib´s ihm nie wieder.

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Kommentar von cashewew
06.03.2017, 01:34

junge junge diese Antwort hat mich grad fertig gemacht, aber nein der ist gronkh etc weisst 

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