Umgang mit ethnischen Minderheiten

...komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Da Großbritannien schon seit Jahrhunderten ein Vielvölkerstaat ist (Engländer, Waliser, Schotten, Iren) hat es gegenüber anderen Ländern einen gewissen Erfahrungsvorsprung den es auch bei denen im 20. Jahrhundert zugewanderten zur Anwendung bringen kann. Dies hat mich immer fasziniert, zumal die Briten als Inselvolk auch mehr von Xenophobie betroffen sind als andere. Das beste Beispiel für erfolgreiche Integration und Zuwanderung sind wohl die Polen die in 2 großen Schüben einwanderten. Zuerst 1947 als das Parlament 200.000 polnischen Kriegsflüchtlingen die Staatsbürgerschaft anbot und dann 2004 nachdem Polen in die EU aufgenommen wurde. Innerhalb von 10 Jahren stieg die Zahl der polnischen Einwohner von ca. 60.000 in 2001 auf fast 1 Millionen.

Aber England, und insbesondere London war schon im 19. jhd. das Ziel von großen Migrantenströmen. Dazu gehörten auch die Deutschen die bis zum 1. Weltkrieg eine große Kolonie im Londoner East End hatten (zeitweise über 100.000 stark). Diese waren aber nicht sehr weit integriert und hatten einen eigene Parallelgesellschaft. Es gab dutzende deutsche Tageszeitungen die in London erschienen, wie z.B. der Deutsche Hermann aus London, deutsche Turn- und Kegelvereine, deutsche Kirchen, deutsche Bäckereinen etc. Die Deutschen wurden gerne als Kellner, Kindermädchen, Bäcker und Musiker (meist in kleinen Music Hall Orchestern) eingestellt.

Ihre Integration war allerdings nur bedingt möglich. Das große Hinderniss war die britische Klassengesellschaft die den sozialen Aufstieg sehr erschwerte und auch den späteren Migranten aus Westindindien oder dem indischen Subkontninent schwer zu schaffen machte. Erst als auch dort die Barrieren fielen wurde es einfacher auch diese Volksgruppen besser zu integrieren. Heute gibt es Mitglieder des House of Lords oder Bischöfe mit westindischen oder asiatischen Wurzeln, genauso wie Abgeordnete, Manager oder berühmte Schuspieler und Musiker. Die inzige Ausnahme bilden dabei die Migranten pakistanischer Herkunft, die zum großenTeil noch ausgegrenzt von der Gesellschaft leben, vor allem in den nördlichen urbanen Zentren wie Bradford, Leeds oder York.

Christopher Caldwell hatte dieses Phänomen 2009 in einer stark umstrittenen und auch von Thilo Sarrazin aufgegriffenen These formuliert in der er sagte das die westliche Kultur sich eher an die islamische Kultur anpasst uals umgekehrt, da die westliche relativistisch, unsicher und formbar wäre wohingegen die kulturen der muslime durch den Islam in ihren Kulturkreisen geankert, selbstsicher und durch starke gemeinsame Dogmen, wie sie der Islam anbietet gefestigt sind und sich so den westlichen Einflüssen entziehen können.

In Großbritannien scheint die Integration recht gut zu verlaufen, zumindest im Großen und Ganzen. In den USA, ohnehin einem Kunst-Volk, scheint das aber nur an der Oberfläche zu sein. Zwar hat man inzwischen einen Farbigen zum Präsidenten gewählt und dieser ist, wie viele andere Bürger seiner Hautfarbe auch integriert. Doch es gibt in jeder größeren Metropole recht deutlich abgegrenzte Bezirke für die jeweiligen ethnischen Bevölkerungsgruppen und eine Durchmischung im Sinne eines Vielvölkerstaates findet nur in vergleichsweise kleinem Rahmen statt. Darüberhinaus schaffen es neu hinzukommende Volksgruppen ebenso nur zäh in führende Positionen von Gesellschaft und Politik. Weitestgehend gelungen erscheint mir die Integration da wo viel Geld bewegt wird. Dort finden sich alle Volksgruppen ohne nenneswerte Unterschiede wieder. Wer aus Geld mehr Geld machen kann ist Amerikaner.

Alles was man dazu sagen,kann endet in einer Verallgemeinerung.

Andrererseits gibt es schon auch ein par Fakten.

In den USA bewacht man die mexikanishe Grenze ohne Ende, weiß aber durchuas um die Notwendigkeit billige Erntehelfer im Süden zu haben und toleriert diese Betrieb auch.

Soweit ich weiss, erwerben diejenigen, die es schaffen, lange genug nachweislich illegal im Land zu bleiben, auch ein Anrecht eine Eibürgerung zu stellen.

Wie man das nach weisen kann, ist mir nicht bekannt.

Kubaner wiederum haben ien uneinegswchränktes Bleiberecht, wenn sie es schaffen, einen Fuß auf trockenes Land zu setzen - nicht jedoch wenn sie von der Küstenwache vorher aufgegriffen werden.

Nach meiner Kenntnis bleiben die ethnischen Gruppen stark unter sich - eben jene Kubaner, die weitestgehend in Miami beheimatet sind, und gerne auch als Wähler umworben werden.

Ansonsten gilt das amerikanische Prinzip - Die Erfolgreichen sind gerne gesehen, die andern nicht - so oder so gibt es überdurchschnittliche Verhaftungen bei ethnischen Minderheiten, die über dern Anteil hinausgeht und die Strafen sind härter.

England hingegen ist sich selbst unsicher - hier sind es die Inder und Pakistanis, die die Hauptgruppen bilden.

Besonders die Pakistanis sind als Zuhälter und Drogenhändler gefürchtet, dennoch traute sich die Regierung nicht, diese anzugreifen, um keine Extremisten anzuziehen, was selbst von der restlichen pakistanischen Bevölkerung als sehr kritisch gesehen wird.

Mit freundlichen Grüßen

Nasdaq

ES gibt positive Eingliederung und es gibt nicht positive. Das ist sehr schlecht zu verallgemeinern und haengt nicht nur von den eingesessenen Amerikanern ab. Manche Einwanderer sind eben auch nciht an einer Eingliederung interessiert, sid wollen nur den besseren Lebensstandard. Auch manche Einwanderer in Deutschland wollen nicht Deutsch werden!. Manche Tuerken zB. wollen halt ihr Kleinanatolien in Kreuzberg haben.

in england klappt die integration von minderheiten im grossen ganzen ganz gut. einerseits gibt es einen grossen anteil von ethischen minderheiten ,weil die bewohner von der commmonwealth hier vereinfachte einreiseerlaubnis haben.

anderseits wirkt sich das kindergarten und schulsysthem guenstig aus. beides ganztagseinrichtungen. rassismus wird scharf geahndet und bestraft...

im uge von ansteigender arbeitslosigkeeit etc gibt es aber auch wieder versteckten rassismus und ein ansteigen von waehllern die die britische national partei waehlen .

Wenn man bedenkt,dass in Amerika hauptsächlich die Brut der systhemunteuen Engländer-Iren, was weiß ich,sich dort angesiedelt haben,nachdem sie die Eingeborenen getötet/ausgerottet haben,würde ich mit keiner guten Einstellung denen gegenüber rechnen...Sie machen ja weiter in Afghanisten-Irak-Libyen-Palästina....

Wer sich legal im Land befindet hat die gleichen Rechte und Pflichten wie jeder andere Bürger. Angeblich sind in den USA Zuwanderer integriert aber auffällig ist, dass die verschiedenen ethnischen Gruppen auch oft eigene Viertel/Stadtteile bewohnen. Ob man das als gelungene Integration sehen kann, ist eher zweifelhaft.

Soviel ich weiß leben Minderheiten in Großbritannien nicht isoliert voneinander, ist mir so jedenfalls nie erzählt worden von Angehörigen, die dort leben.

Kulturelles Leben findet m.E. auch überall statt soweit es noch Bindungen und Erinnerungen daran gibt. Kenne ich aber von Deutschland her auch nicht anders und ich wüsste jetzt kein Ereignis, was nicht stattfinden darf.

Egal wo und wie Integration stattfindet, es verhindert keinen Rassismus und keine Diskriminierung ........... dafür braucht es auch nicht zwingend Zuwanderung.

danke dir.

0
@torgus100

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-04/Grossbritannien-Einwanderung

Vielleicht hilft dir das auch ein bisschen weiter.

Großbritannien hat ebenso wie Frankreich Zuwanderung gehabt aus ehemaligen (Kron)Kolonien. Es gibt also schon lange britische Bürger mit ganz anderem kulturellen Hintergrund und im großen und ganzen scheint die Integration gelungen.

In verschiedenen medizinischen Bereichen werden Fachkräfte aus dem Ausland angeworben. Ich weiß von etlichen gut ausgebildeten Pflegekräften aus Ghana. Das geht so weit, dass in Ghana Fachkräfte in Krankenhäusern mittlerweile fehlen. Es ist ähnlich wie in Deutschland, man benötigt gut ausgebildete Migranten.

0

Was möchtest Du wissen?