Umfrage zur Löschung von YouTube?

Das Ergebnis basiert auf 15 Abstimmungen

Das geht garnicht! 66%
Mir ist es egal! 20%
Ich finde es gut! 13%

11 Antworten

Folgenden Text finde ich sehr zutreffend.

Zitat von https://www.youtube.com/user/DiePixelHelden/community?disable_polymer=1:

"Aus gegebenem Anlass eine kurze Klarstellung zu Art. 13 und dem ganzen #savetheinternet-Quatsch.

Da alle sich im Moment von Youtube als Lobbyisten einspannen lassen und in den Trends die Leute im Dreieck springen, sehe ich mich jetzt doch gezwungen, mich zu äußern.

1. Youtube wird nicht abgeschaltet werden. Die Brief der YT-Chefin ist ein letzter verzweifelter Versuch Art. 13 in der jetzigen Fassung zu verhindern. Was mich da so sicher macht? Zum Beispiel, dass das Europägeschäft nach dem amerikanischen Markt der wichtigste für Google ist. Oder, dass es bei dem scheinbar so sicheren Wegfall des europäischen Marktes aktienrechtliche Reaktionen von Google hätte geben müssen (ad-hoc Mitteilungen in Form einer profit warning an die Aktionäre). Ist nicht passiert. Bereits das bedeutet, dass YT entweder davon ausgeht, dass Art. 13 noch geändert wird oder sich nichts in mitteilungsbedürftiger Weise ändert.

2. Was ändert Art. 13? Bis jetzt ist die Rechtslage so, dass YT als Plattformbetreiber erst haftet, wenn es auf Urheberrechtsverletzungen hingewiesen wurde (Opt-out-Verfahren). Art. 13 sieht vor, dass Plattformen wie YT bereits beim Hochladen prüfen muss, ob Urheberrechte beachtet werden und somit bei Verletzungen von Anfang an neben dem Hochladenden haftet.

3. Was ändert sich für uns Content Creator? Gar nichts. Man haftet bereits jetzt voll für jede Urheberrechtsverletzung. Viel mehr will die Urheberrechterichtlinie, in dem der sagenunwobene Art. 13 steht, das Urheberrecht von 1991 ins heutige Zeitalter bringen. Kernanliegen der Reform ist, dass Schöpfer von Inhalten besser geschützt und an den Umsätzen besser beteiligt werden. Anders gesagt: Die EU will uns Creator besser schützen. Weder wird verboten irgendwelche Meinungen zu äußern, noch die Art und Weise, wie man seinen Content präsentiert. Es ist und bleibt verboten fremdes geistiges Eigentum zu verwenden, wenn man keine Lizenz oder (gesetzliche) Erlaubnis hat. Wir werden weiterhin unsere Videos so machen können, wie jetzt und wir werden weiterhin nicht einfach fremde Inhalte, wie Songs, Filme oder Videos von Dritten verwenden dürfen. Das ist keine Zensur, wie überall behauptet wird. Es wird keine Vorabkontrolle der Äußerungen hinsichtlich ihres Inhalts stattfinden, sondern nur, ob fremdes Eigentum verletzt wird.

4. Warum macht YT das? Bis jetzt ist YT in einer sehr komfortablen Position. Es stellt nichts außer eine Plattform und mehr oder weniger sinnvolle Tools zur Verfügung. Den ganzen Rest am Erfolg verdankt YT den Creatorn, die so viel Zeit und Kreativität in ihre Videos stecken. Der Lohn ist eine Beteiligung am Umsatz von YT.

Nur bei Hinweisen muss sich YT zur Zeit um den Urheberschutz kümmern.

Durch die Rechtsänderung muss YT bereits früher aktiv werden. Das von YT entwickelte Conten-ID-Programm arbeitet dabei nicht so zuverlässig, dass es alle Urheberrechtsverletzungen abfängt. Also wird YT sein Verfahren ändern und erheblich in Technologie und Mitarbeiter investieren müssen. Das wird YT als Geschäftsmodell weniger profitabel machen. YT wehrt sich mit Händen und Füßen um sein simples aber hochprofitables Geschäftsmodell zu retten.

YT geht dabei unglaublich geschickt und emotional manipulierend vor. YT hat es geschafft, Youtuber und Zuschauer zu mobilisieren, um Druck auf die Abgeordneten auszuüben und so sich für einen schlechteren Schutz ihrer eigenen Werke einzusetzen.

5. Meine Vorhersage für die Zukunft: Am Ende wird sich YT den Vorgaben beugen und sein Verfahren zur Überprüfung ändern. Der EU-Gesetzgeber stellt sich dabei ein Lizenzsystem vor, wie es zB bereits heute bei Spotify gibt. Es soll nicht der einzelne Youtuber sein Urheberrecht durchsetzen müssen, sondern die Plattform, die sich in einer stärkeren Position befindet, soll dem Einzelnen zu seinem Recht verhelfen. Am Ende soll derjenige, der mit unseren Daten und Werken das große Geld verdient, auch entsprechend Verantwortung tragen.

6. Zum Abschluss: Da ich keine Lust habe, auf der Clickbaitwelle mitzuschwimmen, nur dieses längere Kommentar und kein Video. Das Thema ist kompliziert. Recht ist kompliziert. Recht im digitalen Bereich ist noch komplizierter. Ich rate euch ab, aktuelle Videos zu diesem Thema (zu viel) glauben zu schenken. Das wäre, wie wenn man seine Krankheitssymptome googelt - man landet immer bei Krebs.

Also einfach mal durchatmen, fragen, wer was für ein Interesse hat, ein Thema in eine bestimmte Richtung laufen zu lassen, dann nochmal durchatmen und schon geht die Welt nicht mehr unter.

Wir sehen uns spätestens auf Youtube in 2019,

euer bunteAbt (superheftig Rechtsassessor)"

Mir ist es egal!

Stell dir vor du verdienst dein Geld als Künstler. Du möchtest deine Songs verkaufen. Jetzt stellt ein Honk deinen Song bei YouTube ein und Du hast 5000 Zugriffe und jeder hat die technische Möglickeit diese Songs herunterzuladen, zu kopierern, Und der Künstler hat keine Einnahmen. Jetzt kannst Du juristisch gegen den Hochlader vorgehen. Die Gesetztesänderung besagt, das Du nun YouTube juristisch belangen kannst. Und um sich gegen eine Klagewelle zu schützen wird YouTube alle Kanäle löschen, die nachweislich Urheberverletzungen. Kanalbetreiber, die Urheberrechte an dem hochgeladenen Material besitzen bleiben bestehen. Und das sind meistens Plattenlabels.

Nochmal: YouTube wird nicht gelöscht, wohl aber Kanäle, wo die Betreiber keine Urheberrechte an dem angebotenen Material haben.

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