Um welche Krankheit handelt es sich bei Suicid?

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3 Antworten

Vorweg: Ich fasse hier nur möglichst kompakt zusammen. Ich bin mir der Tatsache durchaus bewusst das viele Themen eindeutig zu kurz kommen aber es würde jeden Rahmen sprengen, wenn ich alles genau erläutern würde.

Der Suizid an sich ist keine Krankheit. Niemand erkrankt an Suizid, das gibt es nicht und auch die Motivationen und Auslöser für einen Suizid können sehr verschieden sein und mit den Genen hat das auch im großem und ganzen herzlich wenig zu tun.

Ein Auslöser für den Suizid sind psychische Erkrankungen. Beispiele dafür sind Depressionen, Post-traumatische Belastungsstörungen, Persönlichkeitsstörung (bsp. Borderline), Psychosen, Anorexie und noch viele mehr. Hier ist wohl eine der präsentesten Motivationen "Das man so nicht mehr leben kann und will." - eine Tat aus Verzweiflung und Perspektivlosigkeit. Stellenweise kommt es aber auch vor das parasuizidale Handlungen (Selbstverletzendes Verhalten) tödlich enden, obwohl dies nicht das Ziel war. In vielen Fällen ist der Suizid beziehungsweise der Suizidversuch eine impulsive Handlung, sie ist also nicht von langer Hand geplant, sondern ist eine "plötzliche Reaktion". Allerdings spielten Suizidgedanken in solchen Fällen schon länger eine Rolle. Alle Facetten jetzt aber aufzugreifen ginge zu weit, es gibt allerdings interessante Studien und Arbeiten, die sich damit beschäftigen, sofern es interessiert.

Eine weitere Form des Suizides finden wir in der in Deutschland nicht legalen Sterbehilfe. In dem Falle entscheiden sich Menschen, die durch unheilbare Krankheiten irreparabel geschädigt sind und keine Chance mehr auf Genesung haben, für den Suizid, um einem langen Leidensweg ausweichen. Hierbei liegt oftmals der Gedanke zu Grunde, dass die Betroffenen bei vollem Bewusstsein aus dem Leben scheiden wollen und nicht ihr "körperliches und geistiges Zugrundegehen an der Krankheit" erleben möchten. Sterbehilfe wäre dann ein assistierter Suizid.

Im nächsten Fall trennt sich der Suizid komplett von Krankheitsbildern. Denn es gibt auch Suizide die einen politischen Hintergrund haben oder aus einer Überzeugung heraus ausgeführt werden. Darunter fallen auch beispielsweise Hungerstreiks. Hierbei ist die Motivation einzig und allein einen Gedanken, eine Idee oder auch einen Protest zu bekräftigen. Ein bekannter Fall der mir in diesem Zusammenhang einfällt, ist der von Jan Palach - einfach mal bei Google suchen.

Zu guter Letzt kommen noch die "militärischen Suizide", die zum Beispiel von japanischen Kampffliegern ausgeführt wurden im zweiten Weltkrieg - eine Kamikaze-Aktion. Hierbei steht das beenden des eigenen Lebens nicht im Vordergrund, sondern die Selbsttötung im Sinne eines "höheren Zieles" - also die Vernichtung des Feindes. Ähnlich verhält es sich auch mit Attentätern, wie sie zuletzt auch in Frankreich agierten.

Der Suizid ist, wie man selbst an dieser kompakten Erklärung sieht, ein komplexes Themengebiet. Insbesondere weil es dann auch noch weitere Unterscheidungen gibt zwischen Mitnahmesuiziden, Doppelsuiziden, Gruppensuiziden und so weiter - wie aber bei den psychischen Krankheiten erwähnt führt das an dieser Stelle zu weit. Nachdrücklich sei aber gesagt, das die Gene damit relativ wenig zu tun haben. Es gibt Studien die zwar aufzeigen, dass durchaus genetische Dispositionen zu einer höheren Anfälligkeit führen können für psychische Erkrankungen aber die allein sind nie der Auslöser für einen Suizid, zumal sich ja auch zeigte, dass es durchaus noch andere Beweggründe gibt, den Suizid zu begehen.

Liebe Grüße.

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Kommentar von Geographie91
19.11.2015, 23:52

Ich denke schon das es es bei Depressionen u.A mit den Genen zusammenhängen kann.Leute die unter starken Depressionen leiden haben in den meisten Fällen ein schwaches Nervenkleid, dass Sie vor äußeren Stressoren schützt. Das muss unmittelbar mit den Genen zusammenhängen, denn diesen personen fehlt ganz offensichtlich etwas

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Suizid ist eine mögliche Folge verschiedener Krankheiten.

Das hat weder was mit Alkoholismus noch mit Schwäche zu tun.

Und auch nicht zwangsläufig mit Problemen mit Mitmenschen.

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Ist keine Krankheit. Das nennt man natürliche Selektion.

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