Um was (z.B. Religion,Rohstoffe) wird in Syrien gekämpft?

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8 Antworten

Der Einfluss der USA in der Region schwindet rapide. 

Sie haben Irak zerstört aber sie können daraus keine Kolonie machen einfach. In Irak wächst nicht nur der iranische Einfluss sondern auch die Iraker selbst sind von Anfang an nicht besoders heiss drauf gewesen mit Besatzern zusammenzuarbeiten.

Die Beziehungen zu Pakistan sind auf einem neuen Tief. Viel zu lange haben sich dort die USA wie ein Elefant im Porzellanladen aufgeführt was ihre militärischen Aktionen angeht. Viel zu eng sind deren Verbindungen zu Islamisten. Und Pakistan will ähnlich wie Türkei ein vom Militär gestütztes säkulares Land sein. D.h. die Militärs dort wollen das Sagen haben und es nicht an Islamisten abtreten. Pakistan galt mal als amerikanischer Verbündeter und war Ausgangsbasis für die Aktionen in Afghanistan seit den 70ern. Nun suchen Pakistanis eine Annäherung an Russland. Es hat sogar schon ein erstes gemeinsames Manöver stattgefunden. Völlig undenkbar noch vor ein Paar Jahren. Gute Beziehungen zu Russland bieten Pkakistan 2 entscheidende Vorteile. Sie kriegen einen verbündeten, der nicht mit Islamisten liebäugelt. Und sie haben eine Aussischt auch auf friedlichere Beziehngen zu Indien zu dem Russland immer einen guten Draht hatte. Egal was die Propaganda erzählt. Beide Atommächte Indien und Pakistan sind nicht besonders scharf drauf sich gegenseitig in einem unnützen Konflikt auszulöschen. Im Kalten Krieg waren die Fronten klar. Pakistan war auf der Seite der USA(und musste Islamistencamps und Rückszugsgebiete bei sich dulden, damit die USA die Sowjetunion in Afghanistan ärgern konnten. Übrigens ist die Stimmung in Afghanistan auch nicht gerade pro-amerikanisch letzlich), Indien pflegte gute Beziehungen zur SU. Nun würden die USA das so gerne beibehalten und schüren auch aktiv die Gegensätze zwischen Indien und Pakistan. Das Spiel ist aber den Pakistanis zu heiss ubnd wie gesagt die Amerikaner haben nicht gerade viele Freunde gemacht in Pakistan mit ihrer Politik.

Iran kommt langsam aber sicher aus der Versenkung der Sanktionen. Es wird auch gerne in westlichen Medien das Bild von einem rückständigen Mullah-Land verbreitet. Das stimmt so einfach nicht. Iran ist eine durchaus potente Ökonomie(nicht nur durch Öl auch wenn die Ökonomie durch die jüngste Geschichte angeschlagen ist), keine fundamentalistisch-islamistische Monarchie wie Saudi Arabien z.B. und einfach ein grosses, ambitioniertes Land in der Region mit mehr Potenzial als es dem Westen lieb wäre. 

Wenn du jetzt auf die Landkarte schaust stellst du fest, dass Syrien eigtl. noch ein kleines Stück(auch noch mit Libanon zusammen) ist das aber einen ganzen Gürtel von eben erwähnten Staaten komplettieren würde vom Mittelmeer bis nach Indien. Dieser Gürtel würde die Arabische Halbinsel und Israel vom Landzugang zu Türkei, Kaukasus und letzendlich Europa abschneiden. Das bedeutet arabisches Öl und Gas könnten dunur durch Pipelines gen Norden gepumpt werden, die durch das Gebiet der Länder verlaufen, die keine Vassalen oder Kumpels der USA sind. Zusätzlich haben es sich die USA nun auch mit der Türkei verscherzt.

Hinter dem Ganzen stand natürlich ein Konzept der Beliefrung Europas von der Arabischen Halbinsel und eben Abschneiden Europas von Russland, Iran usw. Die europäische Wirtschaft ist genauso wie die japanische stark energieträgerabhängig(hohe Technologie, wenig Rohstoffe zu Hause). Deswegen ist seit jahrzehnten die amrikanische Politk darauf ausgerichtet ihre Quasi-Kolonien der 1.Klasse Deutschland und Japan durch Energietröägerströme unter Kontrolle zu halten. Kontrolle über diese Ströme ist eine wichtige Maxime der amerikanischen Geopolitik.

Im Laufe eines massiven Coups, der als "Arabischer Frühling" bekannt ist sollten generell in vielen arabischen Ländern Regierungen gestürzt werden und durch US-Marionetten ersetzt werden. Aber auch das Chaos-Szenario passt den USA ganz gut. Solange Bürgerkrieg herrsch in Ländern wie Libyen können die USA sicher sein diese werden keine vernünftigen Wirtschaftsbeziehungen aufbauen können. Es ist auch kein Geheimnis, dass die Israelis mit von der Partie waren. Ich erinnere mich lebhaft an meine Diskussionen mit Leuten aus Israel, die natürlich vom idealen Szenario des "Frühlings" ausgingen das für sie quasi den Konflikt mit Arabern gewinnen würde da in Nachbarländern nur noch Marionettenregierungen sitzen würden, die Israel kaum gefählich wären ab da. Da habe ich versucht denen etwas Weitsicht einzureden und die Gefahren zu erklären. Und eben die Tatsache, dass selten alles läuft wie geplant und es noch andere Spieler gibt am Spielbrett.

Vor diesem grossen Hintergrund ist Syrien einerseits fast Randerscheinung. In Syrien ist der Umsturz mit Hilfe der Islamisten nicht gelungen. Natürlich weil Russland sich eingemischt hat und das libysche Szenario verhindert hat. Nun gibt es aber in der Welt einen Präzendenzfall. Gaddafi hat sich mit den falschen Freunden eingelassen und wir wissen was mit ihm passiert ist. Bei Assad sieht es anders aus. Und das ist eine ärgerliche Niederlage für die USA. Das Lager der Länder, die sich von den USA emanzipieren oder emanzipieren wollen ist rapide gewachsen. Natürlich ist es weiterhin so, dass der schmale Streifen Syriens reichen würde um eine Pipeline durchzuziehen. Aber danach sieht es zur Zeit garnicht aus. Wenn der Gürtel der US-Nichtfreunde von Syrien un Libanon bis nach Indien reicht müssen sich USA und verbündete(faktisch Vassalenstaaten) Araber der Arabischen Halbinsel mit diesen Nichtfreunden arrangieren(passiert jetzt schon wenn die USA mit wenig Presse die Beziehungen zu Iran verbessern. Nicht weil es ihnen Spass macht sondern weil es eine geopolitische Notwendigkeit ist) und man kann den Europäern nicht einfach vorschreiben, dass sie ihr Gas un Öl von den Arabern kaufen müssen(das geht natürlich einher mit einer massiven Kampagne der antirussischen Angstmacherei in Europa, die du täglich auch aus deutschen Medien vernehmen kannst). 

Es geht nicht weniger als um eine Neurodnung der Welt. Deren Plan für die Region geht nicht auf und es formieren sich neue Machtverhätnisse und Bündnisse. Man könnte jetzt weiter schweifen zu den Kämpfen in Europa und Asien. Ist alles eng verflochten, aber das führt zu weit.

Das war ein kleiner Exkurs in die Geopolitik. Und lasse dir weniger von Religion erzählen. Sie ist nur Mittel zum Zweck. Sunnitisches Pakistan wird sich mit Freuden mit den Schiiten Irans arrangieren wenn es nötig ist. Und Russland hat sowieso alle Religionen anzubieten was es auch geschickt nutzt. Auf der Ebene der wildgewordenen Gotteskrieger spielt es natürlich eine Rolle. Denen redet man ein "tötet die Ungläbigen" ob es Christen oder Schiiten sind. Aber das ist eben das berüchtigte Opium des Volkes. Es geht grundsätzlich un Wirtschafts- und Machtverhältnisse der Zukunft.

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Ganz einfach erklärt.

Assad tanzt nicht nach der Pfeife der USA bzw. des Westens. Also unterstützt man radikale muslimische Gruppen (ähnlich wie Al Quaida) mit Waffen. Lustigerweise nennt man diese hier die "Freie syrische Armee" und lässt sie gegen die Regierung kämpfen. 

Damit du es dir besser vorstellen kannst: Stell dir vor China gefällt der Führungsstil von Merkel nicht da Merkel nach nach Chinas Willen tanzt. Also bewaffnet China die NPD und lässt sie anfangen das Land ins Chaos zu stürzen. Das passiert grob gesagt in Syrien. 

Wenn die syrische Bevölkerung Assad wirklich hätte loswerden wollen, hätte man es so machen müssen wie im Iran 1979.

Mfg 

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Kommentar von Fielkeinnameein
30.09.2016, 12:07

Zum Thema Syrien kann ich dir die Arbeit von Karin Leukefeld oder Daniele Ganser empfehlen. 

Was sich auch immer gut eignet um sich ein Bild zu machen ist politisches Kabarett. "Die Anstalt" z.B. oder Volker Pispers. Die Dinge die dort gesagt werden sind eigentlich immer näher an der Wahrheit als das was in den Nachrichten kommt.

Frau Gabriele Krone-Schmalz ist auch eine sehr glaubwürdige und vor allem sehr gebildete Frau deren Aussagen man durchaus mal Gehör schenken könnte. 





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Für die Syrische Armee geht es um die Verteidigung des soveränen Staates Syrien und um den Schutz der Bevölkerung.

Für den IS, al-nusra und wie sie nicht alle heißen, geht es um den Aufbau einer Islamischen Diktatur sozusagen, auch wenn man das nicht wirklich als Islam bezeichnen kann.

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Kommentar von Fielkeinnameein
30.09.2016, 11:19

Das kommt schon eher hin.

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Eine Gruppe minderbemittelter Menschen hat sich zusammengefunden und ist sich einig, dass sie nicht mehr aus der modernen Gesellschaft ausgeschlossen sein wollen.

Und um sich der modernen Gesellschaft anzunähern, verhalten sie sich wie Barbaren aus dem frühen Mittelalter. Nur filmen sie ihren Blutzirkus und veröffentlichen ihn weltweit. Was sie also offiziell auf die Liste des derbsten Abschaums der Menschheit setzt.

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Um die Macht

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Barbaren, nix anderes ergönsten sich an die Toden und feiern sich

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Die Rebellen/Terroristen whatever gegen Assad um die Herrschaft, Die USA gegen Assad und Russland gegen die Rebellen zur Unterstützung von Assad. Und der IS hat auch irgendwie seine Finger im Spiel. Kann sein das die Türkei auch noch mit einsteigt. Alles total sinnfrei.

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