üpber germanische mythologie

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Bei der Reise nach Walhalla fehlt ein näherer Bezug. Walküren führen im Kampf gefallene Helden im Auftrag Odins nach Walhalla. Zum Ende der Erde kommen Feinde der Götter Richtung Walhalla. Das Schiff Naglfar bringt viele herbei. Auch andere Erzählungen der Götter- und Heldensage können gemeint sein, stehen aber mi den andren Themen nicht in einer so engen Verbindung.

Darstellungen stehen in der Eddaliedern und der Snorii-Edda (einem Lehrbuch der Skaldendichtkunst, um 1220 von Snorri Sturluson verfaßt). Nachschlagewerke und Bücher über die Germanische Mythologie enthalten Informationen.

Rudolf Simek, Religion und Mythologie der Germanen. Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2003, S. 179 – 182 (Eschatologie)

Rudolf Simek, Lexikon der germanischen Mythologie. 3., völlig überarbeitete Auflage. Stuttgart : Kröner, 2006 (Kröners Taschenausgabe ; Band 368), S. 102, S. 245, S. 246, S. 292, S. 340 – 341, S.481 – 482

Anders Hultgård, Ragnarök, ragnarök. In: Reallexikon der germanischen Altertumskunde. Von Johannes Hoops. Band 24: Quadriburgium - Rind. 2., völlig neu bearbeitete und stark erweiterte Auflage. Herausgegeben von Heinrich Beck, Dieter Geuenich, Heiko Steuer. Berlin ; New York : de Gruyter, 2003, S. 102 -106

Anders Hultgård, Wiederentstehungsmythen. In: Reallexikon der germanischen Altertumskunde. Von Johannes Hoops. Band 33: Waagen und Gewichte - Wielandlied. 2., völlig neu bearbeitete und stark erweiterte Auflage. Herausgegeben von Heinrich Beck, Dieter Geuenich, Heiko Steuer. Berlin ; New York : de Gruyter, 2006, S. 592 - 598

Fimbulwinter

Fimbulwinter (altnordisch fimbulvetr „der Riesenwinter, der verheerende Winter) ist bei Snorri Sturluson (Gylfaginning 50) der strenge Winter, der dem Weltuntergang zu den Ragnarök einleitet, in den Vafþrúðnismál 44 scheint er für die Ragnarök überhaupt zu stehen.

Laut Snorri war der Fimbulwinter eine Folge von drei Wintern ohne Sonne dazwischen, mit Schnee von allen Himmelsrichtungen, Frost und kalten Stürmen.

Lif und Lifthrasir

Líf (altnordisch líf „Leben) und Lifthrasir (altnordisch Lifþrasir „der nach Leben Strebende“) heißen Vafþrúðnismál 45 die beiden Menschen, welche die Ragnarök überleben und zu den Ahnen eines neuen Menschengeschlechts werden. Es handelt sich offensichtlich um eine Reduplikation der Anthropogonie, die aus dem zyklischen Aufbau der eddischen Eschatologie verständlich wird. Vafþrúðnismál 45 und Gylfaginning 52 sprechen davon, daß Lif und Lifthrasir „im Holze Hoddimirs“ (í holti Hoddmímis) überleben und sich von Morgentau ernähren. Dieses Holz Hoddimirs ist nicht als Wald aufzufassen, in dem die beiden sich versteckt halten, sondern ist wohl eine Umschreibung für den Stamm der Weltesche Yggrdrasil, womit als auch beim neuen Menschengeschlecht die Schöpfung der Menschen aus Baumstämmen nachvollzogen wird.

Vom Menschenpaar Lif und Lifthrasir stammen ganze Menschengeschlechter und die Menschheit erneuert sich so.

Walhall

Walhall (altnordisch Valhöll „Halle der Gefallenen“) heißt der Wohnort Odins in Asgard, wo er die im Kampf gefallenen Krieger um sich schart.

Am ausführlichsten beschrieben wird Walhall in der Liste der Götterwohnungen in den Grímnismál (8 – 14, 18 – 26) und im Anschluß daran von Snorri (Gylfaginning 37 – 40).Walhall steht in dem Teil Asgards, der Glaðsheimr heißt. Die Halle ist mit Speeren und Schilden gedeckt, auf den Bänken darin liegen Brünnen. Die Walküren führen die gefallenen Helden (die Einherier) in diese Halle zu Odin, wo sie mit dem Fleisch des Ebers Sæhrímnir (den der Koch Andhrímnir im Kessel Eldhrímnir zubereitet) bewirtet werden; alle werden von diesem Fleisch satt, und er erneuert sich ständig. Dann trinken die Einherier Met, der aus den Eutern der Ziege Heiðrún fließt, die auf dem Dach von Walhall steht und wie der Hirsch Eikthyrnir vom Laub des Baumes Læraðr (=Yggdrasil?) äst. Odin aber trinkt nur Wein, mit seinem Essen füttert er die Wölfe Geri und Freki.

Ein Tor von Walhall heißt Valgrind (vielleicht das, durch welches die Gefallenen einziehen?), davor befindet sich ein Wolf, darunter schwebt ein Adler. Die Einherier kämpfen den ganzen Tag lang miteinander, am Abend aber sind alle wieder lebendig und sitzen trinkend beisammen (Vafþrúðnismál 41), was einen Eindruck vermittelt, wie sich wikingerzeitliche Krieger das Paradies vorstellten. In den Ragnarök aber werden die Einherier ausziehen, je 8000 durch jedes der 540 Tore von Walhall, und werden an der Seite der Götter gegen Fenris und die Mächte der Unterwelt kämpfen.

Ende der Welt und Neuentstehung

Ragnarök (altnordisch, Plural, „Endschicksal der Götter“) ist die Bezeichnung für die nordische Eschatologie in den Götterliedern der Edda, während die Snorri-Edda (so wie die Lokasenna 39) durchweg ragarökr („Götterdämmerung“) verwendet, was aber erst einen spätere (verfälschende) Umdeutung darstellt. Hauptquelle für alle Vorstellungen vom Weltuntergang sind die Völuspá 44 – 66 und deren kommentierte Prosabearbeitung durch Snorri in der Gylfaginning 50 – 52.

Das Schiff Naglfar (altnordisch „Nagel-Schiff, „Toten-Schiff“), das Totenschiff der eddischen Mythologie, wird flott und kommt mit den Riesen, von Hrymir (Gylfaginning 50; nach Völuspá 51 dagegen von Loki) gesteuert. Die Musellsöhne werden zum Kampf mit den Göttern herangeführt (Gylfaginning 42 und 50). Es ist das größte aller Schiffe und aus den unbeschnittenen Nägeln der Totengebaut, weswegen man die Nägel der Toten schneiden soll, um die Ankunft von Naglfar und damit das Weltende zu verzögern (Gylfaginning 50)

Ereignisse nach den Edda-Liedern:

Hund/Wolf Garm (ein Wesen der Unterwelt/des Schattenreiches) reißt sich von seinen Fesseln los und heult.

Brüder töten einander, Unfrieden zerreißt die Welt.

Heimdall bläst das Gjallarhorn, Odin berät sich mit Mimirs Haupt.

Garm heult noch einmal, die Midgardschlange wird rasend, das Schiff Naglfar wird flott und kommt aus Osten mit den Muspell-Söhnen unter Führung Lokis.Der Feuerriese Surtr fährt von Süden mit flammenden Schwert, er kommt mit seinem Heer.

Odin kämpft mit dem Wolf, Freyr fällt im Kampf gegen Surtr. Víðarr rächt seinen toten Vater Odin und stößt dem Wolf ein Schwert durch den Rachen bis ins Herz. Thor fällt durch die Midgardschlange.

Die Sonne verfinstert sich, die Sterne fallen von Himmel.

Gram heult schon wieder.

Eine neue Welt taucht auf, die Asen treffen sich wieder auf Iðavöllr und die toten Götter wie Balder und Höðr ziehen in die strahlenden Hallen.

Der Drache Niðhǫggr kommt nach der letzten Strophe (66) von den düsteren Bergen der unteren Welt mit Leichen unter seinen Flügeln fliegend und senkt sich nieder (die Deutung, ob dies seinenTod meint – Bericht über seinen Untergang - oder mit ihm auf die neue Welt ein bleibender Schatten fällt, ist nicht eindeutig klar).

Ereignisse nach der Snorri-Edda:

  1. Anzeichen, die den bevorstehenden Untergang ankündigen: große Krieg brechen in der Welt aus, innerhalb der Familie kommt es Totschlag und Blutschande (sifiaslit)

  2. kosmische Umbrüche: Fimbulwinter, Sonne und Mond werden von zwei Wölfen verschlungen, die Sterne verschwinden vom Himmel, die Erde bebt, so daß Bäume entwurzelt werden , Felsen/Berge einstürzen und alle Fesseln (Ketten und Bande) brechen und reißen.

  3. Ausbruch der feindlichen Elemente: Der Fenriswolf und die Midgardschlange (verursacht eine Überschwemmung) kommen frei, das Schiff Naglfar wird flott.

  4. Aufmarsch der bösen Mächte: Der Riese Hrymir steuert Naglfar, der Fenriswolf läuft mit geiferndem Rachen, die Midgardschlange an seiner Seite sprüht ihr Gift. Die Muspell-Söhne mit Surtr an der Spitze reiten über die berstende Brücke Bifröst. Alle Riesen gesellen sich zu Hrymir, Loki kommt mit Hels Gefolge.

  5. Aufmarsch der guten Mächte: Heimdall bläst das Gjallarhorn, die Götter versammeln sich zum Thing, Odin reitet voran, um Rat von Mimir zu holen, die Esche Yggdrasil erzittert und alle werden von Angst ergriffen. Asen und Einherier ergreifen ihre Waffen und reiten mit Odin an der Spitze, mit den Speer Gungnir bewaffnet, auf die Kampfebene Vígríðr.

  6. großer Endkampf: Odin kämpft gegen den Fenriswolf, der ihn verschlingt, Thor gegen die Midgardschlange, die er zwar tötet, aber nach neun Schritten von ihrem Gift tot umfällt. Freyr trifft auf Surtr, geht jedoch ohne sein Schwert zugrunde. Garm, der sich losgerissen hat, kämpft gegen Tyr und beide sterben im Kampf. Odins Sohn Víðarr rächt seinen Vater, setzt einen Fuß mit einem wunderbaren ledernen Schuh auf den Unterkiefer des Fenriswolfes, packt mit einer Hand den Oberkiefer und reißt ihm den Rachen entzwei, woran der Fenriswolf stirbt. Loki und Heimdall treffen im Zweikampf aufeinander und erschlagen sich gegenseitig.

  7. Weltenbrand: Am Ende schleudert Surtr Feuer über die Erde und verbrennt die ganze Welt.

  8. Erscheinen der Jenseitsorte: Die guten und schlechten Wohnungen im Jenseits werden geschildert.

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  1. Welterneuerung: Die Erde steigt ein zweites Mal aus dem Meer empor und ist wider grünend. Gewässer strömen, ein Adler fliegt darüber, um auf dem Hochland Beute zu fangen. Die Götter Víðarr und Vali, die sich aus dem Weltenbrand retten konnten, treffen sich auf der Ebene Iðavöllr („Feld der Betriebsamkeit“), dem Ort des früheren Asgard. Sie erinnern sich an das, was geschah, die großen Ereignisse und de Geheimnisse Odins. Sie werden im Gras die Goldtafeln wiederfinden, die sie einst besaßen. Äcker werden wachsen, ohne besät zu seinThors Söhne Móði und Magni kommen ebenso nach Iðavöllr wie Balder und Höðr, beide der Hel entstiegen, die nun zusammen in den Wohnstätten ihres Vaters Odin leben werden. In einer schönen Halle mit goldenem Dach werden treue Söhne wohnen und alle Zeit das Glück genießen.

Von den beiden Menschen Líf und Lifþrasir, die den Fimbulwinter überlebten, kommen so viele neue Geschlechter, daß die Welt erneut besiedelt wird.

Die Sonne hatte eine Tochter geboren, die nun die Bahn der Mutter wandeln wird.

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