Überstunden, weil man keine Urlaubstage hat (unverschuldet)?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Ist das rechtens?

Schlicht und einfach: Nein!

Ich beschränke mich nur auf die rechtlichen Aspekte, gehe also nicht - wie z.T. in Antworten hier - auf "moralische" Überlegungen ein ("Geben und Nehmen").

Wenn Deinem Freund in 2015 mehr Urlaub genehmigt wurde, als im anteilmäßig "eigentlich" zustand, dann hat der Arbeitgeber selbst sich das anzulasten!

Urlaubsansprüche entstehen immer nur für das jeweilige Kalenderjahr; wenn in 2015 zu viel Urlaub genehmigt wurde, darf das nicht auf den Urlaubsanspruch für 2016 angerechnet werden.

Jetzt zur Situation in 2016:

Da das Arbeitsverhältnis Deines Freundes in der 2. Jahreshälfte 2016 endet (Ende Juli) und insgesamt schon länger als 6 Monate besteht, hat er Anspruch auf den gesamten Jahresurlaub für 2016 (mindestens, wenn vertraglich eine anteilige Berechnung vereinbart worden ist, auf den gesetzlichen Mindesturlaub) gemäß dem Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 4 "Wartezeit" in Verbindung mit § 5 "Teilurlaub" Abs. 1.

verlangt man jetzt von ihm ordentlich Überstunden zu sammeln, 40 um genau zu sein, um es ausgleichen zu können

Diese Forderung ist völliger Unsinn und steht nicht in Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen!

Dein Freund ist nicht verpflichtet, aus den behaupteten Gründen auch nur eine einzige Stunde nachzuarbeiten.

Selbst wenn er - die bereits genommenen 15 Tage und die 3 Wochen Betriebsurlaub zusammengerechnet - mehr Urlaub hätte, als ihm für 2016 insgesamt zusteht, so hat sich auch das der Arbeitgeber selbst anzulasten, da er ihm trotz des Betriebsurlaubs die 15 Tage genehmigt hat.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

»Geben und Nehmen«. Der Arbeitgeber ist ihm entgegengekommen und hat ihm - ohne das es überhaupt einen Anspruch darauf gibt - ein paar Tage Vorschuss gegeben. Daher gehört es nun eigentlich zum guten Ton das auch er sich entsprechend kulant verhält. Ihm wird ja nichts weggenommen, er muss - wie alle anderen auch - die Arbeitsleistung erbringen für welche er bezahlt wird.

Wobei 40 Stunden schon heftig sind, das sind die Stunden einer komplette Arbeitswoche, also 5 Tage. Er wird ja keine 5 Tage Urlaubsvorschuss erhalten haben?

Fehler des Arbeitgebers bzw. der Leitung: Sie hätten gleich von Anfang an den Urlaub entsprechend vorplanen müssen.

Da er erst Ende Juli ausscheidet steht ihm der volle Mindesturlaub zu -> 20 Tage (von 30 Tagen Jahresurlaub ausgehend). Mit wie viel Tagen Urlaub rechnet er denn bzw. die Einrichtung?

Zum Lesen:

http://www.n-tv.de/ratgeber/Anspruch-auf-vollen-Urlaub-article81234.html

Wie man auf die 20 Tage kommt ist hier nachzulesen:

http://www.info-arbeitsrecht.de/Urlaub/urlaub.html

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Davon abgesehen, dass ich noch nie verstanden habe, dass ein Kindergarten im Sommer über Wochen schließt, verstehe ich das als verordneten Betriebsurlaub. Wer also die Zeit vorher seine normale Arbeitszeit arbeitet, soll dann warum Überstunden machen? Die Erzieher machen doch auch keine Überstunden?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Gaskutscher
30.04.2016, 08:27

Warum auch Kita und Kiga im Sommer schließen? Weil auch diese Mitarbeiter evtl. schulpflichtige Kinder haben und nur dann verreisen können.

Zudem: Gerade in den ersten 4 Ferienwochen sind viele Familien mit ihren Kindern im Kindergartenalter selbst im Urlaub (sprich nicht daheim). Daher bieten sich die Schließtage für diesen Zeitraum an.

In diesem Zeitraum werden auch dringend notwendige Renovierungs- und Wartungsarbeiten vorgenommen. Wäre doch etwas unpassend wenn z.B. im Hochbetrieb kein Wasser zur Verfügung steht, die elektrischen Leitungen aus den Wänden hängen oder der frisch verlegte Fußboden von den Kindern nicht betreten werden darf. :)

0

Klar wäre es toll gewesen, wenn die Kita selbst daran gedacht hätte. Aber "müssen"??? Dein Freund ist kein Kleinkind mehr, der muss "seinen" Urlaub schon selbst koordinieren! Oder nachfragen, wenn er nicht sicher ist.

Es ist ja wirklich kein Staatsgeheimnis, dass viele Kitas Sommerferien machen...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Familiengerd
30.04.2016, 12:26

Und was willst Du mit Deiner Antwort jetzt konkret (!) sagen?!?!

1

Hätte man ihm nicht schon viel früher darüber informieren müssen, dass er für Januar-Juli 15 Tage Urlaub braucht, da die Kita komplett schließt in einer Zeit, wo er noch da ist? Dann hätte er letztes Jahr viel weniger Urlaub genommen...

Er haette sich sehr viel frueher informieren koennen, ob die Planung dann im naechsten Jahr auch so klappt. Ich finde nicht, dass die Kita hier in der Bringeschuld ist. Das nur so als Tipp fuer die Zukunft. Wenn man etwas wissen will oder sich nicht sicher ist, dann sollte man selber zur Tat schreiten und nicht warten, bis andere das fuer einen tun.

Bei deinem rechtlichen Problem kann ich dir nicht helfen, wuerde aber spontan sagen, dass daran nichts auszusetzen ist.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Nashota
30.04.2016, 08:24

Die (Urlaubs)Gepflogenheiten eines Betriebes sind Aufklärungspflichten eines Betriebes.

1
Kommentar von SuMe3016
30.04.2016, 08:44

Du weißt doch gar nicht, ob er aufgeklärt wurde oder nicht. Vermutlich hat er es wieder vergessen und sich dafür einen schönen Urlaub gemacht. Da ist es nicht mehr Sache des Betriebs, hinterherzulaufen. Weshalb sollen Erzieher Überstunden machen, wenn sie ihre Urlaub vernünftig planen? Dein Ansatz macht keinen Sinn. Wenn man 30 Tage Urlaubsaspruch hat und die Kita 15 Tage im Jahr schliesst, bleiben noch 15 Tage zur eigenen Verfügung. Es heisst nicht, man soll alle 30 Tage nehmen und dann die Schliessungstage mit Überstunden abarbeiten. Ich glaube du verstehst da was nicht...

1
Kommentar von Familiengerd
30.04.2016, 12:31

Ich finde nicht, dass die Kita hier in der Bringeschuld ist.

Was Du "findest", ist nicht maßgeblich!

Wenn der Arbeitgeber Betriebsferien beschließt, muss er sie rechtzeitig ankündigen - nicht der Arbeitnehmer muss danach fragen; das hat der Arbeitgeber hier sogar mit dem Vorlauf von 1/2 Jahr getan.

Diese Betriebsferien haben aber überhaupt nichts damit zu tun, dass in 2015 zu viel Urlaub bewilligt wurde - das hat sich der Arbeitgeber selbst anzulasten!

wuerde aber spontan sagen, dass daran nichts auszusetzen ist.

Nur "spontan" eben!

Das Verlangen des Arbeitgeber ist absolut unberechtigt!

0

Was möchtest Du wissen?