Überstunden trotz Krankheit

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9 Antworten

Beruf + Karriere Geld, Recht, Versicherung Krank geschrieben - was ist erlaubt? Abbildung: Niesende Frau Mit Grippe im Bett und der Kühlschrank ist leer - was nun? Wer krank geschrieben ist, weiß oft nicht, was er machen darf und was nicht. Dabei gibt es eine einfache Regel, so das R+V Infocenter für Sicherheit und Vorsorge: Ein erkrankter Arbeitnehmer muss sich so verhalten, dass er möglichst bald wieder gesund wird. Grundsätzlich ist deshalb alles erlaubt, was die Genesung nicht verzögert oder gefährdet. Wer jedoch gegen den Rat des Arztes handelt, riskiert eine Abmahnung oder - im schlimmsten Fall - sogar die fristlose Kündigung.

"Was ein Patient tun darf und was nicht, hängt von der Krankheit und der individuellen Situation ab", sagt Axel Döhr, Arbeitsrechtler des R+V-Infocenters. Denn nicht jede Krankheit fesselt den Patienten ständig ans Bett. Vor allem gegen Aktivitäten, die die Heilung fördern, können Arbeitgeber und Krankenkasse keine Einwände haben. Im Zweifelsfall rät Döhr, geplante Unternehmungen mit einem Arzt zu besprechen und sich diese schriftlich genehmigen zu lassen. Die Tipps des R+V-Experten:

Einkaufen: Sich mit Lebensmitteln zu versorgen, ist eigentlich immer erlaubt - außer der Arzt hat absolute Bettruhe verordnet.
Spazieren gehen: Bewegung an der frischen Luft gilt als heilungsfördernd. Ein Patient sollte darauf allerdings verzichten, wenn der Arzt ihn bis zur Genesung im Bett sehen möchte.
Ausgehen: Ein Besuch in Kino, Kneipe oder Restaurant ist vertretbar, wenn der Patient nicht im Bett bleiben muss. Nicht gesundheitsfördernd: Sich mit einer schweren Bronchitis in einer verrauchten Kneipe aufhalten.
Verreisen: Mit Gipsbein oder Magengeschwür kann man verreisen, wenn dies den Heilungsprozess nicht beeinträchtigt. Beispielsweise ist ein Urlaub am Toten Meer für einen Neurodermitiker heilsam, während ein Langstreckenflug für Menschen mit Rückenschmerzen zu strapaziös ist. Einer geplanten Reise muss aber derjenige zustimmen, der während der Erkrankung Zahlungen leistet: der Arbeitgeber, wenn noch keine sechs Wochen vergangen sind, die Krankenkasse danach. Wer ohne Genehmigung wegfährt, riskiert die Einstellung der Lohnfortzahlung beziehungsweise des Krankengeldes.
Sport: Bei sportlichen Aktivitäten ist es besser, vorher mit dem Arzt zu sprechen. Gezielte Gymnastik kann bei Rückenproblemen die Genesung beschleunigen, Tennis spielen hingegen eher schaden.
Arbeiten: Wer krank geschrieben ist, darf seiner Arbeit streng genommen nicht nachgehen - das gefährdet den Versicherungsschutz. Wenn man sich wieder fit fühlt und etwas früher an seinen Arbeitsplatz zurückkehren möchte, sollte man mit seinem Arzt sprechen. Der Arbeitgeber braucht sich hierauf aber nicht einzulassen. Nicht vergessen: Die Krankenkasse über einen früheren Arbeitsbeginn informieren.
Nebentätigkeit: Ein erkrankter Mitarbeiter darf seine Nebentätigkeit nur dann fortsetzen, wenn sie den Genesungsprozess nicht verzögert oder gefährdet.

Quelle: Infocenter der R+V Versicherung

ralosaviv 19.03.2012, 12:16

Lol . Jetzt wird´s albern........

Und das soll jetzt belegen, dass der Arbeitnehmer nicht das Recht hat während der Krankmeldung zu entscheiden, dass er wieder arbeitsfähig ist oder dass sein Versicherungsschutz n icht mehr besteht, weil er innerhalb der noch andauernden AU eine Telefonkonferenz für den AG führt......!?

Was du hier vorträgst ist eine Orientierung,, was der AN tun darf bzw. unterlassen muss, damit er seine Genesung während der Krankheit nicht be- oder verhindert um so schnell wie möglich seine Arbeitskraft wieder herzustellen. Alles andere könnte abmahnungswürdig oder sogar ein Kündigungsgrund sein.

Und trotzdem darf der AN selbst entscheiden, wann er sich wieder für arbeitsfähig hält und arbeiten gehen, auch wenn die AU noch nicht abgelaufen sein sollte.

Es gibt weder ein Gesetz, noch ein Urteil, dass etwas anderes sagt. Alles andere ist an den Haaren herbei gezogen.

Ende von meiner Seite.

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Krankheit begründet den Anspruch auf Lohnfortzahlung für die reguläre Arbeitszeit. Wenn der AN entscheidet, während der AU zu arbeiten ist er in dieser Zeit nicht krank und hat Anspruch auf die reguläre Vergütung für seine Arbeitsleistung. Durch Krankheit können idR weder Plus- noch Minusstd. entstehen. Auch gibt es keine Sondervergütung für 1,5 Std. Besprechung während der Dauer der AU.

skimarion 19.03.2012, 13:30

genau dies ist die Antwort keine Sondervergütung während einer AU !!!!!!!

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blumeerna 28.11.2016, 21:15

ich finde die Antwort super, aber worauf beziehst Du dich hier, gibts da eine gesetzliche Reglung ?

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Also ich finde das okay....sie war ja schließlich krank und hat Anspruch auf die Stunden. Wenn sie ganz normal gearbeitet hätte und hätte dann noch diese Konferenz gehabt hätte sie sich die Stunden ja auch aufgeschrieben. Anderes Bsp.: wenn ich Urlaub habe, aber ich noch etwas ganz wichtiges für die Arbeit erledigen muss, habe ich ja die Stunden für meinen Urlaub und schreibe mir die Stunden, die ich an dem Tag gearbeitet habe einfach an einem anderen Tag auf.

Virginia47 19.03.2012, 11:24

Nein, ist nicht okay. Sie ist krank und darf nicht arbeiten.

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Ich kenne mich leider nicht mit den Gesetzten aus aber ich würde es so handhaben:

War die Telephonbesprechung eine Pflicht für sie an der sie unbedingt teilnehmen musste, dann würde ich es als Überstunden gelten lassen!

War es allerdings eine freiwillige Beteiligung der Mitarbeiterin, dann würde ich es nicht geltend machen!

Krank ist krank und da sollte man erst garkeine Telefonbesprechungen machen, oder?

Also ich würd mal sagen rein rechtlich steht ihr nichts zu, da sie im Krankenstand war. Aber aus Kulanz würde ich das schon gelten lassen, wenn sich mein Mitarbeiter noch trotz der Krankheit so einsetzt.

ich habe noch nie gehört, dass man an einem Krankheitstag Überstunden abrechnen kann.

Das geht weder im öffentlichen Dienst, noch in einem Verein, noch in städt. Kindergarten.

Bespreche mit ihr, diese Stunden eventuell gesondert in Freizeit zu nehmen.

blumeerna 28.11.2016, 21:18

Freizeitausgleich oder Bezahlung ist ggf. das Selbe

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Nein. Hat sie nicht.

  1. ist sie krank. Und bekommt das entsprechend vergütet.

  2. darf sie gar nicht arbeiten, wenn sie krank ist.

  3. darf sie die Zeit nicht in Rechnung stellen, wenn sie trotz Verbots arbeitet.

  4. leidet die Glaubwürdigkeit drunter, wenn sie trotz Krankschreibung arbeitet.

  5. wenn sie das macht, ist es ihr "Privatvergnügen".

Ich habe das zwar auch oft gemacht. Es hat mir jedoch im zum Nachteil gereicht. Jetzt kommt das nicht mehr in Frage.

ralosaviv 19.03.2012, 11:31
2.darf sie gar nicht arbeiten, wenn sie krank ist

.

Wer erzählt denn sowas?

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Virginia47 19.03.2012, 12:25
@ralosaviv

Ich

Nein, mal im Ernst: Bei uns wird peinlich darauf geachtet, dass man während der Krankschreibung nicht arbeiten darf.

  1. ist man da nicht versichert.

  2. ist es ein Widerspruch in sich: Entweder man ist krank und somit arbeitsunfähig. Oder man ist arbeitsfähig und somit nicht krank.

  3. wenn man sich arbeitsfähig fühlt, kann man zum Arzt gehen und sich gesundschreiben lassen.

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war sie denn bei der telefonbesprechung dabei?? wenn sie krank geschrieben war darf sie doch gar nicht arbeiten.

ralosaviv 19.03.2012, 11:36
wenn sie krank geschrieben war darf sie doch gar nicht arbeiten

.

Das ist nicht wahr! In welchem Gesetz soll das denn stehen?

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petersg 19.03.2012, 11:41
@ralosaviv

wozu sollte es dann eine krankschreibung geben wenn es dann doch egal ist ob du arbeitest. sollte dir während einer krankschreibung ein arbeitsunfall ect. passieren bekommst du aber gewaltigen ärger. eventuell zahlt die krankenkasse dann nicht mehr. meinst du es könnte sich einer krankschreiben lassen und dann woanders arbeiten gehen um mal für einige zeit doppelten lohn zu haben?? mag ja sein das es länder gibt wo so was möglich ist, in der brd aber nicht.

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petersg 19.03.2012, 11:58
@ralosaviv
  1. Teilarbeitsfähigkeit:

Eine Teilarbeitsfähigkeit war bisher im deutschen Arbeitsrecht nicht anerkannt. Der Arbeitnehmer konnte nur arbeitsfähig oder arbeitsunfähig sein. Eine Mischform gab es nicht. Mit Einführung des § 74 SGB V ist nunmehr ein erster Schritt in Richtung auf Anerkennung einer Teilarbeitsfähigkeit gemacht worden. Danach soll der behandelnde Arzt, wenn ein arbeitsunfähiger Arbeitnehmer seine bisherige Tätigkeit teilweise verrichten könnte und eine stufenweise Wiederaufnahme seiner Tätigkeit voraussichtlich seine Eingliederung in das Erwerbsleben verbessert, auf der Bescheinigung über die Arbeitsunfähigkeit ausnahmsweise auch Art und Umfang der möglichen Tätigkeiten angeben. Aus dieser sozialversicherungsrechtlichen Pflicht des Arztes leiten sich jedoch keine Pflichten der Arbeitsvertragsparteien ab, ein solches Wiedereingliederungsverhältnis tatsächlich durchzuführen. Auch wenn der Arbeitnehmer den Wunsch äußert, für wenige Stunden in dem Betrieb des Arbeitgebers tätig sein zu wollen, kann der Arbeitgeber diesen Wunsch

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ralosaviv 19.03.2012, 12:00
@petersg
könnte sich einer krankschreiben lassen und dann woanders arbeiten gehen 

Was ist das denn für ein Argument? Wir reden hier von arbeiten trotz AU bei einem Arbeitgeber. Und dagegen spricht NICHTS!

Während der AU woanders arbeiten kann ein Grund für eine fristlose Kündigung sein. Das sowas nicht geht, steht wohl auf einem ganz anderen Blatt.

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ralosaviv 19.03.2012, 12:03
@petersg

Gib wenigstens die Quellen an.

Das ist vollkommen unpassend, weil es sich auf Langzeiterkrankungen und Wiedereingliederungsmaßnahmen bezieht, die evtl. sogar auf eine EU-Rente hinaus laufen.

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