Übersetzung von Zitat (Plato)!

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3 Antworten

Hi.
Bei Deiner Übersetzung mußt Du das "the" vor "music" streichen (abstrakter Begriff, im allgemeinen Sinn benutzt).
Welche Version näher am Original ist, kann ich nicht beurteilen. Nr. 2 klingt schon schon recht elegant und hört sich "klassisch" an.

Gruß, earnest

Danke für deine Antwort & Hilfe! :)

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Hallo,

  • kein the vor music, wie earnest schon geschrieben hat.
  • rhythm and sound würde ich im Singular verwenden
  • find their way into the secret places of the soul / to the inmost soul

(siehe auch: quotes-encouraging.com/by/plato/, www3.dbu.edu/naugle/pdf/institute _ handouts/plato/plato _ aristotle _ notes.pdf)

Leerschritte vor und hinter den Unterstrichen bitte löschen.

:-) AstridDerPu

Die Stelle ist Platon, Politeia 401 d.

Der Originaltext ist in altgriechischer Sprache.

Ein mit ihm beginnender Abschnitt (401 d – 402 a) ist:

[401 d] ἆρ᾽ οὖν, ἦν δ᾽ ἐγώ, ὦ Γλαύκων, τούτων ἕνεκα κυριωτάτη ἐν μουσικῇ τροφή, ὅτι μάλιστα καταδύεται εἰς τὸ ἐντὸς τῆς ψυχῆς ὅ τε ῥυθμὸς καὶ ἁρμονία, καὶ ἐρρωμενέστατα ἅπτεται αὐτῆς φέροντα τὴν εὐσχημοσύνην, καὶ ποιεῖ εὐσχήμονα, [401 e] ἐάν τις ὀρθῶς τραφῇ, εἰ δὲ μή, τοὐναντίον; καὶ ὅτι αὖ τῶν παραλειπομένων καὶ μὴ καλῶς δημιουργηθέντων ἢ μὴ καλῶς φύντων ὀξύτατ᾽ ἂν αἰσθάνοιτο ὁ ἐκεῖ τραφεὶς ὡς ἔδει, καὶ ὀρθῶς δὴ δυσχεραίνων τὰ μὲν καλὰ ἐπαινοῖ καὶ χαίρων καὶ καταδεχόμενος εἰς τὴν ψυχὴν τρέφοιτ᾽ ἂν ἀπ᾽ αὐτῶν καὶ γίγνοιτο καλός τε κἀγαθός, [402 a] τὰ δ᾽ αἰσχρὰ ψέγοι τ᾽ ἂν ὀρθῶς καὶ μισοῖ ἔτι νέος ὤν, πρὶν λόγον δυνατὸς εἶναι λαβεῖν, ἐλθόντος δὲ τοῦ λόγου ἀσπάζοιτ᾽ ἂν αὐτὸν γνωρίζων δι᾽ οἰκειότητα μάλιστα ὁ οὕτω τραφείς;

ἐμοὶ γοῦν δοκεῖ, ἔφη, τῶν τοιούτων ἕνεκα ἐν μουσικῇ εἶναι ἡ τροφή.

Hinsichtlich einer Übersetzung kann nach einer gesucht werden, die den vollständigen Wortlaut bei Platon übersetzt.

Was als Zitat genannt wird, ist eine Kürzung, die aus einem längeren Satz eine Kernausage herauszieht und zu einem alleinstehenden Satz umbaut.

Wo „Rhythmen und Töne“ übersetzt wird, steht im Griechischen Singular (ῥυθμὸς καὶ ἁρμονία; „Rhythmus und Harmonie“). Was mit „erschüttert“ nicht ganz falsch wiedergegeben wird, ist ἅπτεται. Das Verb heißt im Infinitiv Medium ἅπτεσθαι und bedeutet in diesem Zusammenhang: sich heften an, anknüpfen, anfassen, ergreifen, berühren

Platon. Werke in acht Bänden : griechisch und deutsch. Herausgegeben von Gunther Eigler. Band 4: Platon, Politeia. Bearbeitet von Dietrich Kurz. Griechischer Text von Émile Chambry. Deutsche Übersetzung von Friedrich Schleiermacher. 4., unveränderte Auflage (unveränderter Nachdruck der 1. Auflage 1971). Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2005, S. 227:
„Beruht nun nicht eben deshalb, o Glaukon, sagte ich, das Wichtigste in der Erziehung auf der Musik, weil Zeitmaß und Wohlklang vorzüglich in das Innere der Seele eindringen und sich ihr auf das Kräftigste einprägen, indem sie Wohlanständigkeit mit sich führen und also auch wohlanständig machen, wenn einer richtig erzogen wird, wenn aber nicht, dann das Gegenteil? Und weil auch wiederum, was verfehlt und nicht schön durch Kunst gearbeitet oder von Natur geartet ist, der hierin wie es sich gebührt Erzogene am schärfsten bemerken und daher mit gerechtem Unwillen darüber das Schöne loben wird und freudig in die Seele es aufnehmend sich daran nähren und selbst gut und edel werden, das Unschöne aber mit Recht tadeln und hassen wird auch schon in der Jugend und ehe er noch imstande ist, vernünftige Rede anzunehmen; ist ihm aber diese erst nahegetreten, dann auch der so Erzogene sie am meisten lieben wird, da er sie an der Verwandtschaft erkennt?

Mir wenigstens, sagte er, scheint solcher Ursache wegen die Erziehung auf der Musik zu beruhen.“

Platon, Sämtliche Dialoge. In Verbindung mit Kurt Hildebrandt , Constantin Ritter und Gustav Schneider herausgegeben und mit und mit Einleitungen, Literaturübersichten, Anmerkungen und Registern versehen von Otto Apelt. Band 5: Platon, Der Staat. Unveränderter Nachdruck. Hamburg : Meiner, 2004 (Philosophische Bibliothek ; Band 80), S. 110:
Sokrates. Ist nun, mein Glaukon, die Erziehung durch die Musik nicht darum von entscheidender Wichtigkeit, weil Rhythmus und Harmonie am meisten in das Innere der Seele eindringen und sie am stärksten ergreifen, indem sie die rechte Haltung mit sich bringen und den Menschen demgemäß gestalten, wenn er richtig erzogen wird, wo nicht, das Gegenteil? Und nicht anderseits auch darum, weil, wer die richtige musikalische Erzeihung genossen hat, auch am schärfsten das Mangelhafte und Unschöne an Werken der Kunst oder Natur bemerkt und in gerechtem Unmut darüber sein Lob nur dem Schönen zuwendet, an ihm seine Freude hat, es in seine Seele aufnehmen und daraus seine Nahrung ziehen und dadurch gut und edel werden wird, das Häßliche dagegen tadeln wird, wie es sich gehört, und es hassen wird von jung auf, noch ehe sein Verstand reif genug ist, die Gründe dafür zu begreifen? Stellt sich aber der Verstand ein, so wird er von keinem willkommener geheißen als von dem in dieser Weise Erzogenen; denn er erkennt in ihm seinen Verwandten.

Glaukon. Mir wenigstens scheint es, daß um deswillen die Erziehung ihren eigentlichen Halt in der Musik hat.“

Platon, Der Staat : (= Politeia). Übersetzt und herausgegeben von Karl Vretska. Bibliographisch ergänzte Ausgabe. Stuttgart : Reclam, 2000 (Universal-Bibliothek ; Nr. 8205). S. 183 – 184:
„«Deshalb also, mein Glaukon», sagt ich, «ist die Erziehung duch Musik so überaus wichtig, weil am tiefsten in die Seele Rhythmus und Harmonie eindringen, sie am stärksten ergreifen und ihr edle Haltung verleihen; solch edle Haltung erzeugen sie, wenn man richtig erzogen wid, wenn nicht [e], dann die entgegengesetzte. Und zum andern, weil das Fehlerhafte und Schlechte am Kunstwerk wie in der Natur am schärfsten der erkennt, der in der Musik richtig erzogen ist, und weil er - aus gerechtem Unwillen darüber - voll Freude das Schöne lobt, es in seine Seele aufnimmt und sich nährt davon und schön wird und trefflich; das Häßliche aber tadelt er mit Recht und haßt es schon in früher Jugend, [402 a] ehe er noch den Grund zu erfassen fähig ist. Wenn dann die Vernunft erwacht, begrüßt sie freudig und erkennt sie durch die Wesensverwandtschaft am meisten jener, der so erzogen ist. »

«Deshalb ruht, wie ich glaube, die Erziehung vor allem in der Musik."

Plato, The republic. With an English translation by Paul Shorey: Volume 1: Books I – V. Revised and reprinted. London : Heienmann ; Cambridge, Massachusetts : Harvard Unversity Press, 1946 (The Loeb classical library ; 237), S. 257:
„And is it not for this reason, Glaucon,” said I, „that education in music is most sovereign, because more than anything else rhythm and harmony find their way to the inmost soul and take strongest hold upon it, bringing with them and imparting grace, if one is rightly trained, and otherwise the contrary? And further, because omissions and the failure of beauty in things badly made or grown would be most quickly perceived by one who was properly educated in music, and so, feeling distaste rightly, he would praise beautiful things and take delight in them and receive them into his soul to foster its growth and become himself beautiful and good. The ugly he would rightly disapprove of and hate while still young and yet unable to apprehend the reason, but when reason came the man thus nurtured would be the first to give her welcome, for by this affinity he would know her.”

„I certainly think,” he said, “that such is the cause of education in music.”

Benjamin Jowett, The Works of Plato, Vols. I & II (in 4 Volumes): Analysis of Plato & the Republic: 1-2. New York : Cosimo Classics, 2010, S. 108 – 109:
„And therefore, I said, Glaucon, musical training is a more potent instrument than any other, because rhythm and harmony find their way into to the inward part of the soul, on which they mightily fasten, imparting grace, and making the soul of him who is rightly educates graceful, or of him who is ill-educated ungraceful; and also because he who has received this true education of the inner being will most shrewdly perceive omissions or faults of art and nature, and with a true taste, while he praises and rejoices over and receive into his soul the good, and becomes noble and good, he will justly blame and hate the bad, now in the days of his youth, even before he is able to know the reason why; and when reason come he will recognise and salute the friend with whom his education has made him familiar.

Yes, he said, I quite agree with you in thinking that our youth should be trained in music and on the grounds which you mention.”

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