Überrascht über Ende des Wachstums der Weltbevölkerung?

9 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Nein, in ausnahmslos allen Ländern der Welt ist die Geburtenrate in den vergangenen Jahrzehnten stetig gefallen - insbesondere in vielen Entwicklungsländern, z. B. Indien und Bangladesch von ehemals 7 auf nunmehr 2 Kinder pro Frau.

In manchen dieser Ländern liegt sie jetzt sogar unter dem Schwellenwert von 2 Kindern, der für eine stabile Bevölkerungszahl nötig wäre, z. B. Brasilien (1,78) und Iran (1,75).

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Geburtenrate

s. "Historische Entwicklung"

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Genau so ist es. Mich würde im Bezug auf meine gestellte Frage noch folgendes interessieren: Zu irgendeinem Zeitpunkt wirst du das von dir in der Antwort wiedergegebene Wissen erlangt haben. Ich weiß das ungefähr seit 4 Jahren und es hat mich sehr überrascht, weil ich zuvor dem Irrglauben des unkontrollierten Bevölkerungswachstums anhing (das ungute Wort von der "Bevölkerungsexplosion") War das bei dir auch so überraschend, oder hast du zu keiner Zeit gedacht, es gäbe ein unkontrolliertes bedrohliches Weltbevökerungswachstum? Danke dass du den Iran erwähnst. Die Schrumpfung dort scheint ja dramatisch zu sein

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@filmfan69

Als (Klein-)Kind habe ich mir keine große Gedanken darüber gemacht, aber schon realisiert, dass ich und viele meiner Freunde keine Geschwister haben. Und in der Schule habe ich zum ersten Mal von der Ein-Kind-Politik in China gehört und mitbekommen, dass die Bevölkerung in Deutschland und Japan (Wohnort einiger meiner Verwandten, die ich regelmäßig besuche) schrumpft, da zu wenige Kinder geboren werden. Von einem ungebremsten Bevölkerungswachstum bin ich nie ausgegangen.

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@barfussjim

Du Glücklicher, da bist du vermutlich einer von wenigen. Ich habe den Eindruck, dass dieser Glaube unglaublich weit verbreitet ist.

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Daß bei beschränkten Resourcen eine Sättigugn eintreten wird (und muß) ist offensichtlich. Ob die Leute nun wegen Mangel verhungern oder wegen des Resourcenkampfes sterben ist letztlich gleichgültig.

Sollten wir natürlich die Resourcennutzung und -verfügbarkeit signifikant verbessern, sähe das womöglich anders aus. Von daher sind solche Prognosen immer mit Vorsicht zu genießen.

Ein weiterer Knackpunkt ist die weitere soziale Evolution.

Der Blick nach Indien, Bangladesch, Indien, Indonesien, Pakistan, Iran und andere Länder lehrt, dass Bevölkerungswachstum nicht durch Ressourcenkampf oder Hunger ganz stark gesenkt wurde, sondern durch Bildung.

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@filmfan69

Du hast meine Aussage nicht verstanden. Es ging nicht darum, wie man sie (die Wachstumsrate) synthetisch senken kann (Bildung und Emanzipation sind hier tragend), sondern daß es eine zwingende Begrenzung gibt udn sie somit sinken muß.

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@KarlRanseierIII

Ach so, ich hatte deinen Beitrag gar nicht so verstanden, als habe er eine zentrale Aussage, die du damit zum Ausdruck bringen wolltest. Auf mich wirkte er mehr wie ein Brainstorming, in dem du schnell ein paar Gedanken, die dir zu dem Thema kommen, aufschreibst. Und zu einem dieser Gedanken habe ich dir eine Rückmeldung gegeben.

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@filmfan69

Ne, es ging vor allem darum, daß ein Ende des Wachstums allgemein nicht überraschen kann (Das ist garnicht mal auf die Bevölkerung der Erde beschränkt).

Daß sich mit Bildung und Emanzipation (Wir sind doch keine Gebärmaschinen!) das Wachstum runterregeln lässt ist wohl definitiv plausibel und nachvollziehbar. Eine weitere wichtige Komponente ist natürlich das Staatswesen: Wenn ich eine brauchbare Zusicherung für die Versorgung im Alter habe, dann brauche ich nicht entsprechend viel NAchwuchs, der mich direkt absichert.

Letztlich ist das Bevölkerungswachstum in einem Staat also schon stark mit der sozialen Entwicklung des Staates (dazu zähle ich auch Zugang zu Bildung) verwoben. Da habe ich keine Zweifel. Wenn wir mal die arabische Halbinsel nehmen, scheint aber auch Wohlstand einzubremsen, man vergleiche die VAE mit dem Jemen.

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@KarlRanseierIII

Ich denke auch, dass da verschiedene Faktoren maßgeblich eine Rolle bei spielen, von denen sicherlich Bildung der stärkste ist. Ich denke auch, dass Wohlstand und soziale Entwicklung von gewisser Bedeutung sind, wobei die Wirkungen mir da sehr komplex und schwer zu durchschauen scheinen, besonders da, wo gesellschaftliche Entwicklungen sich vom Wohlstand weg bewegen und soziale Errungenschaften abgebaut werden. Anders gesagt: Wenn es mit dem sozialen Standard bergab geht, steigt nicht unbedingt wieder die Geburtenrate. In den ehemaligen GUS-Staaten sind die Geburtenraten ja ganz überwiegend sehr niedrig, ebenso in Brasilien. Im Iran sind sie anscheinend bedenklich niedrig, dort beobachtet man mit Sorge eine massive Überalterung der Gesellschaft, die in einer so sanktionsgebeutelten Volkswirtschaft absolut bedenklich ist: Wie sollen bei so geringen Ressourcen in einigen Jahrzehnten die wenigen Jungen die vielen Alten mit ihren altersspezifischen Bedürfnissen und Krankheiten ernähren?

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@filmfan69

(IMHO) kann einem demographischen Wandel generell nur mit einem guten Sozialsystem begegnet werden, wenn es um die Folgen geht. Andererseits ist der Resourcenhunger bei uns beispielsweise so hoch, daß bei Wohlstandserhaltung ein Rückgang der Bevölkerung unumgänglich ist.

Es stimmt schon, es sind nie einzelne Faktoren, die alles ändern. Daß Bildung als Basis unumgänglich ist, steht wohl außer Frage.

Die Sache ist die, hohe soziale Standards scheinen beim Senken der Rate zu helfen, eine Äquivalenz (Gegenrichtung) muß sich daraus aber nicht ergeben.

Als Beispiel:

Wenn alles Land verteilt ist, nutzen mir Nachkommen zur Vorsorge nichts mehr, weil sie kein Land haben, das sie bestellen könnten - Ich habe absichtlich mal eine einfache Agrargesellschaft als Projektion verwendet. Also ja, die verschiedenen Abhängigkeiten sind nicht immer offenkundig und einfach.

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Was die "Experten" sagen kann man nicht für bare Münze nehmen!

Die wissen auch nicht mehr als du und ich was die Anzahl der Bevölkerung angeht. Die haben bestimmt keine Glaskugel wo sie reinschauen können und auch keine Zeitreisemaschine.

Es ist nur so, dass wenn die Anzahl eine bestimmte Marke überschritten hat, Pandemien noch viel schneller um sich greifen werden, was dazu führen wird, dass die Menschen schneller durch Viren und Bakterien wieder dezimiert werden. Dagegen wirkt die Corona-Pandemie wie ein Spaziergang was die Opferzahlen angeht.

Und ja, der Mensch ist nur ein Tier, das sieht man daran wie er sich ohne Verstand vermehrt bis es nicht mehr geht.

Die Überbevölkerung ist die Mutter aller Probleme. Wer was anderes behauptet, kann nicht klar denken.

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Da wird also etwas für das Jahr 2064 prognostiziert und dann sogar noch etwas für das Jahr 2100.

Das Dumme bei Prognosen ist, dass sie allesamt die Zukunft betreffen.

Um nach dieser Einstein zugeschriebenen Sentenz wieder ernsthaft zu werden: Angesichts solcher Zeiträume ist jede derartige Voraussage nicht das Papier wert, Experten hin oder her. Hier kann bestenfalls von Trends oder der Fortschreibung von Trends die Rede sein, nicht mehr und nicht weniger. Wer anderes behauptet, ist nicht seriös.

Wer weiß: Vielleicht sorgt Corona etc. gar für ein weiteres "Abflachen der Kurve"? Oder die Geburtenraten schießen nach Corona in die Höhe?

Gruß, earnest

Ich hatte ebenfalls einen Bericht zu dieser Studie gelesen und war mehr als überrascht. Um es mit Goethe zu sagen:

Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube."

Gut wäre es für diesen Planeten für alle Fälle. Dringend notwendig.

Ich habe das auch erst nicht glauben können. Aber es ist absolut plausibel. In Indien, Indonesien China, Bangladesh, Pakistan, im mittleren Osten, alles Regionen mit noch in den 60-Jahren riesigem Bevölkerungswachstum, ist das Bevölkerungswachstum nur noch sehr gering. Und diese Regionen sind einfach wesentliche Schwerpunkte der Weltbevölkerung. In Europa und den Amerikas ist ja bekannt, dass es dort schon lange kein erhebliches Bevölkerungswachstum gibt. Bleiben nur noch die Länder Afrikas, aber auch dort fängt das Wachstum bereits an zu bremsen.

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@filmfan69

Ja, eigentlich fand ich bisher nur die Entwicklung in Afrika sehr bedenklich. Wenn man bedenkt, dass die Weltbevölkerung im Jahr 1500 bei etwa 500 Millionen lag, etwa um 1800 dann 1 Milliarde erreicht hat... dann sollte sich doch, bei den riesigen Problemen mit Wasser, Luft, Klima, Ernährung etc. jeder vernünftige Mensch fragen, ob nicht die Bevölkerungszahl das Problem ist, und der Rest sind nur die Symptome. Ich finde, 1 Millarde Menschen sind für diesen Planeten noch verträglich. Na, ich hoffe das Beste.

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@anselment

Ich denke, auch 2 Milliarden wird der Kontinent verkraften. Er ist ja um ein mehrfaches größer als Europa. Nur in einzelnen Regionen finde ich es bedenklich, zum Beispiel 700 Millionen in Nigeria. Das ist zwar ein Land voller Bildungsressourcen, voller Rohstoffe, aber ob diese Bevölkerungszahl dann am Ende nicht doch die Fläche überfordert....

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