Übernehmen Krankenkassen die Behandlungen bei Unfruchtbarkeit einer Frau?

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4 Antworten

Hier ein paar Urteile und Infos:

Privileg für Ehepaare

Nichteheliche Lebensgemeinschaften haben weiterhin keinen Anspruch auf Krankenkassenleistungen für künstliche Befruchtungen. Die Privilegierung verheirateter Partner, die in solchen Fällen 50 Prozent von der gesetzlichen Kasse ersetzt bekommen, ist laut Bundesverfassungsgericht mit dem Grundgesetz vereinbar.

Mit einem Urteil vom Mittwoch lehnte das Karlsruher Gericht den Anspruch eines unverheirateten Paars aus Leipzig ab, das die Kosten für eine entsprechende Behandlung erstattet haben wollte.

Nach den Worten des Ersten Senats gibt es "hinreichende sachliche Gründe", die geltende Kostenerstattung von 50 Prozent auf Ehepaare zu beschränken. "Die ehelichen Bindungen bieten einem Kind grundsätzlich mehr rechtliche Sicherheit, von beiden Elternteilen betreut zu werden", argumentierte das Gericht. Denn die Ehe sei grundsätzlich auf lebenslange wechselseitige Verantwortung angelegt, während bei Unverheirateten diese Verantwortung nicht freiwillig wahrgenommen würde.

Es stehe dem Gesetzgeber allerdings frei, auch nicht verheirateten Partnern Kassenleistungen für eine künstliche Befruchtung zu gewähren.

Keine Künstliche Befruchtung Eltern über 40 sind die Dummen

Private Krankenkassen müssen Paaren mit einem Kind die Kosten für eine erneute künstliche Befruchtung der Frau meist nur bis zu deren 40. Geburtstag zahlen.

Grundsätzlich müssten die Versicherer eine künstliche Befruchtung zwar auch für ein zweites Kind bezahlen, hieß es in einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH). Das gelte jedoch nur für Erfolg versprechende Behandlungen. Bei einer Frau ab 40 Jahren sinke die Erfolgsquote aber meistens so signifikant ab, dass der Versicherer nicht in der Pflicht sei. Das Gericht gab damit zum Teil einem Paar Recht, das nach der Geburt seines mittels künstlicher Befruchtung gezeugten Sohnes ein zweites Kind wollte. Der BGH verurteilte die Bayrische Beamtenkrankenkasse zwar, zwei erfolglose Befruchtungsversuche in den Jahren 2000 und 2002 zu übernehmen. Weitergehende Maßnahmen für die 1960 geborene Frau muss der Versicherer jedoch nicht zahlen. (Az.: IV ZR 113/04)

Die Ärzte hatten bei dem Mann eine verminderte Fruchtbarkeit festgestellt. Sein Versicherer hatte die Kosten der ersten künstlichen Befruchtung übernommen, wollte die für ein weiteres Kind jedoch nicht tragen. Laut den Versicherungsbedingungen müsse nur die medizinisch notwendige Behandlung übernommen werden, hieß es. Das sei bei einem zweiten Kind, zumal bei den geringen Erfolgsaussichten nicht der Fall.

Die künstliche Befruchtung sei eine Heilbehandlung, mit der die Unfruchtbarkeit eines Mannes gelindert werden solle, argumentierte der BGH. Die Kosten dafür müssten aber nicht übernommen werden, wenn die Erfolgsquote der Behandlung unter 15 Prozent sinke. Das sei im Schnitt bei Frauen ab 40 Jahren der Fall. Im Einzelfall könne das Alter jedoch nach oben oder unten abweichen. Wie viele der bis zu 7.000 Euro pro Versuch kostenden künstlichen Befruchtungen dann bezahlt werden müssten, entschied der BGH nicht.

Immer weniger Behandlungen Retortenbabys nur für Reiche

In Deutschland bleiben nach Ansicht des Facharztes Klaus Bühler immer mehr Paare ungewollt kinderlos. Ein Grund dafür sei, dass sich viele gesetzlich versicherte Ehepaare Kinderwunsch-Behandlungen wie die künstliche Befruchtung nicht mehr leisten könnten, sagte Bühler in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Seit der Gesundheitsreform im Jahr 2003 müssten Ehepaare durchschnittlich bis zu 1.900 Euro pro Behandlungszyklus für Reagenzglas-Befruchtungen zahlen. "Seitdem ist die Zahl der Behandlungen um die Hälfte zurückgegangen, insbesondere in den östlichen Bundesländern und in Bremen", sagte der Reproduktionsmediziner aus Langenhagen bei Hannover.

Bühler schätzt, dass in den Jahren 2005 und 2006 als Folge der Einschränkungen im Zuge der Gesundheitsreform 13.000 bis 15.000 Babys weniger in Deutschland zur Welt kamen. Er ist Vorsitzender des Deutschen IVF-Registers, das die Zahlen künstlicher Befruchtungen außerhalb des Körpers auflistet. Gab es 2003 noch 105.000 Behandlungszyklen, wurden 2005 nur noch 56.000 registriert. "Ich finde es beschämend für unser Land, dass Kinderwunsch-Behandlungen in erster Linie vom Portemonnaie abhängen", sagte der Mediziner.

Bei der Arbeits- und Sozialministerkonferenz der Bundesländer steht seit November 2006 eine Prüfung der Finanzierung von Kinderwunsch-Behandlungen auf der Agenda, heißt es aus der Berliner Sozialverwaltung. Im September soll ein Bericht vorliegen. Bühler schlägt als Alternative zum heutigen Finanzierungsmodell eine einkommensabhängige Regelung vor. In einzelnen Bundesländern gebe es bereits Bestrebungen, die jetzige Regelung zu modifizieren, sagte der Arzt.

Während die privaten Krankenkassen Kinderwunsch-Behandlungen bei Ehepaaren voll finanzieren, unterstützen die gesetzlichen Kassen die ersten 3 Versuche bei Frauen zwischen 25 und 40 Jahren mit 50 Prozent der Kosten. Paare ohne Trauschein bekommen gar keine finanzielle Hilfe. Das erste deutsche Baby nach einer künstlichen Befruchtung war vor 25 Jahren in Erlangen zur Welt gekommen.

Lamai 20.01.2008, 23:08

Alles gefunden bei http://www.n-tv.de

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Nicht mehr meines wissens, ist auch keine Krankheit, die die Allgemeinheit belastet.

xyungeloest 20.01.2008, 23:11

in dem stadium noch nicht, kann sich aber durchaus zu einer krankheit entwickeln.

kenne eine frau, die ist deshalb seit jahren in psychatrischer behandlung.

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Selbsthilfegruppe: http://www.Wunschkind.de! Viel Glück!

Nein, nur noch in Ausnahmefällen.

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