Übernahme der Kosten bei einer Geburt in einer Familienversicherung

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3 Antworten

Es kommt letztendlich darauf an, ob der Familienangehörige einen ausländerrechtlichen Aufenthaltsstatus besitzt, der dem des Stammversicherten entspricht. Ist das der Fall und hat der Angehörige des Ausländers seinen Wohnsitz oder Aufenthaltsort nach innerstaatlichem Recht in der BRD genommen, ist die Bedingung des § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB V grundsätzlich als erfüllt anzusehen. Der gewöhnliche Aufenthalt im Inland ist in der Regel bei folgenden Nachweisen gegeben:

• Aufenthaltserlaubnis (Daueraufenthalt),

• Aufenthaltsbefugnis (Daueraufenthalt aufgrund humanitärer Gründe),

• Aufenthaltsberechtigung (Daueraufenthalt Stufe vor Einbürgerung),

• Aufenthaltsbewilligung (Befristung zweckgebunden bis maximal 10 Jahre),

• Asylberechtigung (Daueraufenthalt blauer Pass) und

• Asylverfahren (Aufenthaltsgestattung oder Duldung).

Kein Anspruch auf kostenfrei Familienversicherung besteht bei Aufenthaltsgestattung (Ausnahme Asylverfahren) und Besuchervisum. Gründe der verzögerten Nach- bzw. Einreise von Angehörigen insbesondere in Verbindung mit der Notwendigkeit einer sofortigen Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen sind kritisch zu hinterfragen. Gleiches gilt bei Angehörigen, die unmittelbar vor der Einreise geheiratet haben und ebenfalls kurzfristig umfassender Hilfe bedürfen. Die Beurteilung des nicht nur vorübergehenden Inlandsaufenthalt sowie die Beibringung entsprechender Personenstandsurkunden (bei ausländischen Heirats- und Geburtsurkunden mit beglaubigter Übersetzung) spielen hier eine zentrale Rolle. Zur Beurteilung der tatsächlichen Verhältnisse können auch nachfolgende Nachweise / Bescheide anderer ermittelnder Einrichtungen / Behörden zusätzliche wichtige Informationen liefern:

• Anerkennung der rechtmäßigen Ehe nach deutschem Recht (Einwohnermeldeämter)

• Lohn- oder Gehaltsabrechnungen (Arbeitgeber)

• Steuerbescheide Lohnsteuerklasse (Finanzamt)

• Kindergeld (Bundesagentur für Arbeit)

• Arbeitslosengeld II , Sozialgeld (Arbeitsagenturen bzw. Kommunen)

• Leistungen für Mehrbedarfe beim Lebensunterhalt, Unterkunft und Heizung

Also, so ganz einfach ist es nicht. Gehen sie direkt nach der Eheschließung mit allen Papieren zu ihrer Krankenkasse und beantragen sie die Familienversicherung, ich hoffe für Sie, dass es klappt. Alles Gute!

Lost811 05.09.2013, 21:45

Danke für die hilfreiche Antwort.

Zusätzlich habe ich noch selbst herausgefunden, dass der Eintritt in die Familienversicherung nur möglich ist, sofern der Mutterschutz noch nicht begonnen hat (6 Wochen vor dem voraussichtlichen Entbindungstermin).

Damit haben wir noch ca. 7 Wochen Zeit, um alle Problemchen zu lösen ...

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in deutschland sind sogar für illegale einwaderer geburten kostenlos. ich denke mal, dass das bei deiner freundin ähnlich sein wird, zumal sie ja sogar deine frau ist. ruf doch einfach mal bei der kasse an?

Kein Problem, heiraten (alle Papiere OK? Heiratsfähigkeitszeugnis? Geburtsurkunden, übersetzt und apostiliert?), dann steht der Entbindung nichts mehr im Wege.

Viel Glück!

P.S. Wenn das mit der Heirat in DE zu kompliziert wird, hier ein kleiner Tip: Tönder, Dänemark. Gleich hinter der Grenze. Die machen nicht so viel Brimborium. Oder USA, wenn Ihr Euch das leisten könnt.

Lost811 04.09.2013, 12:43

Danke für die schnelle Antwort! Genauso haben wir es vor ... wir wollen in Tönder, Dänemark heiraten. Hierfür haben wir alle Papiere. Sie hat ein nationales Visum erhalten für die Entbindung und die Heirat. Das nationale Visum wird nach der Ankunft in eine Aufenthaltserlaubnis geändert. Damit können wir ja dann in Dänemark heiraten.

Die wichtigere Frage ist aber: Wird meine Freundin dann auch in meine Krankenversicherung aufgenommen, nachdem ich den Antrag gestellt habe. Oder gibt es bei besondere Fristen bei Schwangeren zu beachten? Kann der Krankenversicherer sie ablehnen, weil Sie schwanger ist oder sich weigern die Entbindungskosten zu übernehmen? Eine Antwort hierzu wollte wirklich toll.

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