Überlebenschancen bei einer schwerer Paracetamolvergiftung?

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Liebe/r Baerenpfoetchen,

wir sind keine Plattform für medizinische Fachfragen. Von daher sind Anfragen an die Community zu Themen wie Einnahme von Medikamenten, Wechselwirkungen, (Über-)Dosierung und Medikamentenmissbrauch sehr kritisch: Wirklich fundierte, korrekte und richtige Angaben dazu kann nur ein Mediziner oder anderes Fachpersonal treffen.

Herzliche Grüße

Ben vom gutefrage-Support

5 Antworten

Paracetamol wird zu einem Metaboliten verstoffwechselt, der z.B. im Falle einer Überdosierung oder bereits vorhandenen Leberschädigung oder Alkoholismus, nicht mehr vom Körper entgiftet werden kann und mit Proteinen der Leberzellen reagiert und diese dadurch schädigt. 

Bei gesunden Personen sowie bei normaler Dosierung kann die Glucuronsäure, die im Körper vorhanden ist, diesen Metaboliten binden, sodass dieser ausgeschieden werden kann. 

Bei einer Überdosis Paracetamol muss schnell gehandelt werden, da es zu einer dauerhaften Leberschädigung bishin zu Leberversagen kommen kann. Das Antidot ist, wie du bereits geschrieben hast, ACC, also Acetylcystein. Von der Glucuronsäure, die normalerweise den Metaboliten abfängt, ist bei einer Überdosis nicht genug vorhanden und muss nachgebildet werden, was natürlich einige Zeit dauert. Da man diese Zeit nicht hat wird ACC gegeben, was ähnlich wie Glucuronsäure an den Metaboliten bindet, sodass dieser nicht die Leberzelle angreift, sondern ausgeschieden werden kann. 

Deine Freundin kann Glück haben, sie kann aber auch Pech haben und ihre Leber dauerhaft geschädigt haben (bis hin zum Leberversagen, bei suizidalen Absichten wird sie aber wohl kaum auf die Liste für eine Lebertransplantation gesetzt werden). Ob und wie ihre Chancen sind, können  nur ihre Ärzte sagen.

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Kommentar von Baerenpfoetchen
18.06.2017, 18:05

Danke für deine ausführliche Antwort Was wird denn dann gemacht, wenn sie nicht auf die Liste der Lebertransplantation gesetzt wird?.

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Bei dieser hohen Einzeldosierung kann es zum dauerhaften Leberversagen kommen. Dann hilft nur eine Lebertransplantation. Es kann aber sein, dass durch das Erbrechen und die ärztliche Versorgung noch nicht die gesamte Wirkstoffmenge vom Körper aufgenommen wurde, dann kann sich die Leber wieder erholen.

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Es hat mal bei Kindern infolge Überdosierungen von Paracetamol Todesfälle gegeben. Ob das alleine auf das Paracetamol zurückzuführen ist, ist aber auch nicht geklärt.

Bei Erwachsenen ist m.W. sowas aber  noch nie beobachtet worden. Man ist in der Hinsicht aber allgemein vorsichtig geworden: Diese Angabe von 10 mg als potenzielle tödliche  Dosis ist m.W.  aus reinen Vorsichtsgründen eingeführt worden; deshalb wird auch höchstens eine Packung a 20 Tabletten abgegeben.

Das eine ist die tödliche dosis, das andere sind akute und chronische Schäden. Die Leber kann in der Regel einiges verkraften, und kann sich auch wieder erholen, was durchaus auch einige Wochen dauern kann. 

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Möglicherweise ist übergangsweise eine Leberersatztherapie (MARS) erforderlich, deshalb wahrscheinlich Uniklinik. Inwieweit sich die Leber wieder erholt, lässt sich nicht vorhersagen.

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Eine schlechte Idee sich umzubringen.
Sie kann Glück haben zu überleben, muss aber mit schweren Leberschädigungen rechnen.
Das tückische dabei ist, das es zunächst erst mal so aussieht das es besser geht und dann ein neuer Zusammenbruch der Leber kommen kann.
Hoffen wir das beste...

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