Überblick über Sanitäter Ausbildung und Arbeitsmöglichkeiten?

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2 Antworten

Hallo,

Zuinächst, bevor man darauf antworten kann, ein paar Begriffsbestimmungen:

Es gibt den "einfachen" Sanitäter (SAN A/B/C). Das sind in der Regel ehrenamtliche Kräfte, die Mitglied einer Hilfsorganisation (DRK,Malteser,ASB,Johanniter....) sind und gelegentlich bei Veranstaltungen den Sanitätsdienst durchführen/unterstützen.

Dann den Rettungshelfer (RH), der auch in der Regel über eine Hilfsorganisation eine 4-6wöchige Ausbildung durchläuft und zusammen mit einem Rettungssanitäter (Definition kommt gleich) einen Krankentransportwagen (KTW) besetzen kann. Ein KTW kommt i.d.R. bei Patientenverlegungen, Dialysefahrten,leichten Verletzungen, bettlägerigen Patienten etc. zum Einsatz. Auch das sind im Regelfall ehrenamtliche Kräfte, die für o.g. Hilfsorganisationen tätig sind.

Der Rettungssanitäter (RS): Dies setzt eine ca. 3-monatige Ausbildung in einer anerkannten Rettungsdienstschule voraus, aufgeteilt in Theorie-und Praxisausbildung an einer entsprechenden Schule und Praktika in einem Krankenhaus (Notaufnahme,OP,Station). Der RS wird in der Regel als 1. Mann auf dem KTW oder als 2. Mann auf dem Rettungswagen (RTW) eingesetzt. Standardmäßig werden FSJler und BUFDI´s (ehemals Zivis) bei den Hilfsorganisationen zum RS ausgebildet und anschließend auf dem KTW, gelegentlich auch bei Personalmangel als 2.Mann auf dem RTW eingesetzt. Private Krankentransportunternehmen stellen mitunter auch RS fest ein. Bei den großen Hilfsorganisationen ist das jedoch die absolute Ausnahme.

Der Rettungsassistent (RA): Ist eine anerkannte Ausbildung mit abschließendem Staatsexamen und erstreckt sich, je nach gewählter Form und Schule, über 2-3 Jahre. Auch diese besteht aus einem Schulischen Teil mit Theorie und Praxis, mehreren Krankenhauspraktika sowie aktivem Praktikum auf einer Rettungswache mit Einsatz auf Kranken- und Rettungswagen. Mittlerweile bieten Bundeslandabhängig einige Organisationen eine vergütete Ausbildung an ("Lehrgeld"), oftmals ist jedoch die Ausbildung selbst zu finanzieren. Der RA ist auch i.d.R. die Grundvoraussetzung, um eine feste, bezahlte Anstellung im Rettungsdienst zu erhalten. Und dazu kann ich Dir ein paar Eckdaten nennen, in der Hoffnung, dass Du Dir die Sache gründlich überlegst:

  • Bescheidenes Einkommen von etwa 1500-1600 € netto/Monat.
  • Schichtdienst (24 h oder 12 h im Wechsel Tag/Nacht)
  • ca. 200 h Arbeitszeit monatlich, zzgl. Einspringen bei Ausfällen durch Krankheit o.ä.
  • nicht zu unterschätzende psychische Belastungen durch täglichen Umgang mit Tod, Krankheit, Anfeindungen, Unfällen
  • erhebliche Körperliche Belastungen: Regelmäßiges tragen von Patienten in den schwierigsten Situationen....

Ich habe den Job 7 Jahre lang hauptberuflich ausgeübt und würde es nicht wieder tun. Miese Bezahlung, schlechte Arbeitsbedingungen und Verantwortung für Leib und Leben von Menschen, die in keiner Weise honoriert wird. Dazu noch als "Bonus" einen Bandscheibenvorfall, der mich bis heute verfolgt und Schlafstörungen seit einem Einsatz, bei dem ich 2 kleine Kinder aus einem brennenden Auto nicht retten konnte und mich die Angehörigen hinterher verklagten.

Vergiss alle Berichte, Sendungen und Fernsehserien über den Job, die Realität sieht anders aus. Wenn Du ein schönes Leben und vernünftiges Einkommen möchtest, such Dir was anderes aus.

Aber auch mir hat das damals jemand gesagt, und ich wollte es trotzdem machen. Habe mein Lehrgeld bezahlt... ;-)

Gruß C.

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Kommentar von lindalein2
03.07.2014, 21:29

Endlich verstanden. Ich habe mich schon öfter darüber informieren wollen, aber jedes Mal aufgegeben, weil ich einfach nicht durchgeblickt habe, an welche Organisationen ich mich für was wenden soll, oder welche verschiedenen Sparten und Bezeichnungen es alles gibt. Danke !

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Es gibt mehrere Möglichkeiten: Im Rettungsdienst oder als Betriebssanitäter (meist im Rahmen des Werkschutzes). Man fängt an wie in jedem Beruf: Man bewirbt sich um eine Ausbildungsplatz und ´macht eine dreijähruge Ausbildung mit Staatsexamen - danach ist man Notfallsanitäter. Der Job ist sicher (wenn man denn einen bekommt) man verdient sich keine goldene Nase dabei, hat aber trotz hoher Arbeitszeiten relativ viel Freizeit. Allerdings ist das von Bundesland zu Bundesland verschieden. Als Betriebssanitäter eingestellt hat man dieselben Arbeitszeiten wie der übrige Werkschutz.

Rettungsdienst ist ein Job für den man geboren sein sollte. Wer das nicht aus absoluter Überzeugung und gerne macht, der machts nicht lange. Man muß den Beruf lieben sonst ist er unattraktiv.

Das Berufsbild nennt sich Notfallsanitäter und ist ganz neu. Noch nicht alles ist ganz ausgereift - vorsichtig ausgedrückt. Und es wird gewiss noch einige Zeit dauern, bis man Ausbildungsstellen bekommen wird.

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