U bahn durch die Berliner Mauer?

9 Antworten

Es gab zwei U-Bahn-Linien, die von Westberlin durch Ostberlin fuhren, das waren die U6 und U8. Die U8 fuhr direkt durch von Voltastrasse bis Moritzplatz, die U6 hielt Friedrichstrasse, wo Westberliner die Möglichkeit hatten, in die S-Bahn Richtung Westkreuz umzusteigen. Der U-Bahnhof war ein beliebter Zwischenstop für Westberliner, um im Intershop billig Alk und Kippen aufzunehmen. Allerdings lauerte in der Reinickendorfer Str. bzw. Kochstrasse der Westberliner Zoll. Die haben Tüten und Taschen kontrolliert, machten aber keine Körperkontrolle. Also wer unter jeder Achsel eine Stange Kippen eingeklemmt hatte, kam davon.

Geisterbahnhöfe gibt es nicht mehr.

Es gab Bahnen, die unter der Mauer hindurchgefahren sind, allerdings begannen und endeten diese auf der "eigenen" Seite. Die Stationen, die auf dem Territorium des jeweils anderen Staates lagen, waren stillgelegt und dort durfte nicht angehalten werden. Dadurch sind dann die sogenannten "Geisterbahnhöfe" entstanden. Und so konnte man auch nicht wirklich per U-Bahn fliehen.
Vom Bahnhof Friedrichstraße aus konnte man auch legal unterirdisch nach Westen reisen, aber natürlich nur mit den entsprechenden Papieren.

Meine Mutter ist vor dem Mauerbau in Berlin in den Westen geflohen. Die S-Bahn fuhr auch von Osten auch durch Westberlin und hielt dort. Dramatisch war,der Bahnsteig war dann aber noch DDR-Gebiet. Alle,die ausstiegen und sich auf dem Bahnsteig umarmten und dachten,sie wären aus der DDR raus,fielen sofort der Stasi in die Hände. Meine Mutter und ihre Freundin wussten das zum Glück,stiegen aus und rannten durch die Unterführung,erst auf der anderen Seite waren sie „im Westen“.

Die DDR hat auch Untertage, soweit es ging, alles abgeriegelt. Bahnstrecken wurden eben still-gelegt/ unterbrochen. Manche Geisterbahnhöfe, sind immer noch Geisterbahnhöfe, im Originalzustand. Es blieben nur bestimmte Bahntrassen offen. Um den Waren und Personentransport besser kontrollieren zu können. Eher oberirdisch.

Diese U Bahnen sind durch Ostberlin ohne halt durchgefahren. Die Eingaenge zu diesen Tunnel auf der Ostberliner Seite waren "versiegelt".

In meinem Buero konnte ich die durchfahrenden U Bahnen jeweils hoeren.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ist Dir dabei manchmal was durch den Kopf gegangen?

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@dataways

Ich hatte bis 1959 teilweise in Westberlin gearbeitet, an der Charlottenburger Schleuse da wurde im Bogen gerade die Autobahn nach Siemensstadt gebaut.

Dann war ich erst wieder ab 1966 permanent wohnhaft in Berlin und fuehrte ab 1969 privat einen Baubetrieb. Diese Gedanken welche du hier ansprichst, dafuer gab es bei mir keinen Grund darueber nachzudenken, ich kam gut zurecht.

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