Turnier Springprüfung zu hoch aufgebaut. Was tun?

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5 Antworten

Ein Bauchnabel ist zwar ein guter Anhaltspunkt, jedoch nicht wirklich ein immer zuverlässiges Maß. Du brauchst ja nur ein wenig breitbeiniger stehen, oder nach vorne geneigt und schon verändert sich das Maß gewaltig. So viel zu der von Dir angenommenen Höhe.

Ein A*-Springen hat laut LPO folgende Anforderungen: 

Sprunghöhe: 0,90m-1,00m
Sprungweite: 0,85m-1,15m
Maximale Anzahl an Kombinationen: 2 / - (zweifache Kombination / dreifache Kombination)
Mindestanzahl Hindernisse: 6 / 7 (in der Halle / im Freien)

Mindestens 25% der Sprünge müssen die erforderlichen Maße der jeweiligen Klasse haben, davon mindestens ein Steilsprung und ein Ochser

Abweichungen bis zu 5 cm in der Höhe und 10 cm in der Weite sind zulässig.

Je nach Dichte eines Starterfeldes kann es durchaus sein, dass der Parcours tatsächlich vom Parcoursbauer an die jeweiligen Limits gezogen wird, um das Feld platzierungstechnisch auseinander zu bringen. Das will heißen: je mehr Starter, desto schwieriger unter Umständen die Anforderung, weil man es spannend halten will - auch für die Zuschauer. Sich zwei Stunden lang nur O-Fehler-Ritte anzuschauen, ist für viele nicht spannend. Dann hat man keine Zuschauer, wird nicht verzehrt, ist das schlecht für den Veranstalter, der meist so oder so nicht ohne Verluste aus einem Reitturnier hervorgeht.

Das bedeutet aber nicht, dass er ein L aufbauen darf, wenn es nur ein A* ist

. Aber das bedeutet, dass er schon an die erlaubten Maximalhöhen heran darf und diese sogar an einzelnen Stellen um 5 cm überschreiten darf.

Jeder Parcours wird vor Beginn der Prüfung vom Richter, zusammen mit dem Parcoursbauer abgeschritten und besprochen und nur dann freigegeben, wenn auch der Richter befindet, dass die Anforderungen machbar und in Ordnung sind.

Ich habe schon oft genug erlebt, dass Sprünge auf Anordnung von Richtern verändert wurden, weil sie diese zu hoch oder zu niedrig empfanden.

Früher gab es eine einfache Faustregel:

Springst Du zu Hause locker ein L, kannst Du auf dem Turnier ein A gehen.

Hast Du dann im A einen Haufen Platzierungen gesammelt, dann kannst Du weiter gehen und auch mal im L-Bereich starten.

Demnach war die logische Schlussfolgerung, dass man solange erst mal "nur" E-Springen gehen sollte, bis man dort wirklich sicher ist, auch hier eine ganze Menge an Schleifen gesammelt hat und erst in A-Springen starten sollte, wenn man zu Hause schon deutlich weiter ist. 

Dass das heutzutage nicht mehr der Fall ist, sehe ich eigentlich jedes Wochenende. Da wird schon mit dem Parcoursbauer diskutiert, wenn das E-Spingen nach Meinung der Eltern oder Reiter zu hoch gebaut ist. Wenn aber 95 maximal mögliche Zentimeter schon ein Drama sind, dann hat weder das Pony/ Pferd noch das Kind Turnierreife. Aber dieses Argument zieht leider oftmals nicht.

Ich will Dir nicht zu nahe treten und auch nicht deine Leistungen oder Deine Turnierreife bezweifelt. denn ich kenne weder Dich, dein Training, noch das Potential Deines Pferdes. Aber ich möchte Dich einen wirklich lieb gemeinten Rat geben: Starte erst noch eine Weile im E-Bereich. Und zwar genau so lange, bis Du mindestens 5 Siege in Zeitspringen in der Tasche hast. Trainiere mit einem richtig guten Trainer, der Dich fundiert und gut weiter bringt und steigere Dich solange, bis auch 1,20m ein Klacks für Dich ist. Dann bist Du höchstwahrscheinlich sicher genug, für das nächste Level und ein hohes A ängstigt Dich nicht mehr.

SuperB18 07.08.2017, 11:25

Wahrscheinlich hast du Recht aber um so viel Erfahrung im E Bereich zu sammeln bräuchte ich wahrscheinlich noch 5Jahre, denn aufgrund meines Alters (27) darf ich nur bei etwa jedem 4. Turnier überhaupt noch im E starten.

Bisher kamen wir auch immer gut durch die A-Springen. Es macht auch einfach mehr Spaß wenns anspruchsvoll wird. Aber es ist nunmal ein Unterschied zwischen 1m und 1,15m. Besonders wenn man da gerade erst Fuß fässt. Irgendwann muss man halt anfangen. Ich bin keine Mimose aber das war nicht regelkonform!

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Sallyvita 07.08.2017, 14:03
@SuperB18

Sorry, aber bitte guck Dir mal ein Lineal an - visualisiere 15 cm. Das ist die Spanne meiner Hand (und ich habe echt kleine Hände). Und dann führe Dir vor Augen, dass realistisch betrachtet, Dein Pferd zu 99% exakt gleich hoch über einen Sprung von 1,00m sowie über 1,15m springen wird. Die paar Zentimeterchen dürfen Dich nicht ins Bockshorn jagen. 

Zum Springen braucht es Biss. Jammern und Lamentieren hilft Dir da gar nichts. Ist der Parcours vom Richter abgenommen, dann ist er machbar. Du blockierst Dich nur selber, wenn Du Dir schon vorher ins Hemd machst.

Es hilft wirklich, Dir ganz klar vor Augen zu führen, wie hoch der maximale Unterschied ist. Und dass das Pferd beim Hüpfer darüber keinen Unterschied macht. Das Ganze spielt sich nur im Kopf des Reiters ab.


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Beim Parcours abgehen, wo du ja anscheinend nachgemessen hast, lief die Prüfung ja noch nicht. Da wäre der Zeitpunkt gewesen zum Richter zu gehen, der den Parcours ja eigentlich auch abnimmt, und deine Bedenken zu schildern. Was in solch einem Fall ja auch völlig berechtigt wäre. 

(Der Richter der den Parcours abnimmt, mißt nach und gibt sein okay oder verändert zB Höhe oder Weite, also im Prinzip war es Fehler des Richters der nicht ordentlich abgenommen hat. Und das sind alles erwachsene Leute, von Tatsachen sind die nicht direkt persönlich gekränkt, bringe es einfach normal vor.)

Wieso auch erst später? Entweder du beanstandest etwas am Parcours oder nicht. Nicht erst warten bis du siehst ob du selbst oder deine mitreiter gut oder schlecht klarkommen und hinterher sagen "es war ja aber auch zu schwierig!!" Das gehört sich nicht.

Dein Argument wäre gewesen: die Sprünge sind zu hoch gebaut, es ist eine A* ausgeschrieben, und dem entspricht das nicht.

Ob die Reiter mit dem Parcours klarkommen oder nicht, das ist kein Argument. Es gibt immer mal stärkere und schwächere Abteilungen, auch wenn es ein regelkonformer Parcours ist.

Was ich, selber Turnierreiter, nun auch wirklich merkwürdig finde ist, dass du nachmißt, wieso das denn bitte? Wozu auch? Was bringt es dir denn, entweder du siehst einen Parcours, gehst ihn ab und sagst ich fühle mich gut mit dem Aufbau und den Linien und reite rein, oder du fühlst dich so unwohl dass du nicht reitest.

Wer hat dich denn auf die Idee gebracht einen Zollstock oder was auch immer mitzunehmen und nachzumessen? 

Hast du einen Trainer der dich begleitet, den Parcours mit abgeht, mit beurteilt ob du das kannst und dich auch beim abreiten unterstützt?

SuperB18 06.08.2017, 21:46

Also beschweren bevor der Erste reitet, ging leider nicht, da die Hindernisse bis zum ersten Starter noch verändert wurden. Ich hoffte, man baut alles etwas niedriger aufgrund der Beschwerden anderer Starter. Dem war aber nicht so. Ich musste mehrmals von vorne beginnen mit abgehen und letztendlich vom Platz rennen, weil der erste Reiter plötzlich reinritt. Mir fällt echt kein Zeitpunkt ein, wo das noch geangen wäre. Du kennst sicherlich die Hektik, die beim Abgehen häufig ensteht...Außerdem grübele ich immernoch, ob das nicht eigentlich regelkonform ist solange 25% der Sprünge die korrekte Höhe haben.

Ich messe übrigens nicht mit Zollstock nach, sondern ich habe meinen Bauchnabel vermessen. Ich kann also wenn ich vorm Sprung stehe ziemlich genau nachmessen wie hoch die Sprünge im A Bereich sind (+-2cm) Mein Bauchnabel liegt bei 106cm. Der höchste Oxer war zwei Hand breit über meinem Nabel. Ich stand davor und dachte: So hoch bist du noch nie im Leben gesprungen. Wenn du den schaffst, musst du wissen wie hoch der war! Ich weiß, ist etwas albern...

Der Nachteil an der Nabelmethode ist, dass man unbewusst jeden Sprung so Pi mal Daumen vermisst... :-)

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CarosPferd 06.08.2017, 23:02
@SuperB18

Wenn nur an der Höhe noch was gemacht wird, gehe zu Ende ab, die Linie verändert sich ja nicht, und dann kannst du allgemein nochmal drübergucken ob es dir nun zu hoch ist oder nicht. Auch wenn alles korrekt läuft ist die Zeit zum abgehen nicht so lang bemessen dass man mehrmals neu anfangen könnte.

Ein Parcours muss freigegeben werden ehe man abgehen darf, und es wird kein Parcours freigegeben wenn noch keiner steht (wenigstens die Linien, wenn sie denn sehr hinter der Zeit sind..)

Höre echt auf mit diesem, sorry aber blödsinnigen 'nachmessen' mit deinem Bauchnabel..., stehst du höher/tiefer auf evtl tiefem Sand/schrägem Platz  wars das mit deinen 106cm..., und du machst dich nur verrückt damit, wie du ja auch merkst, auf einmal denkst du dir: mein Gott wie hoch! . Und sowas raubt dir auch Zeit..., übe lieber Distanzen mit meterschritten korrekt abzugehen, das ist was nützliches ;).  Schau dir den Sprung an, fühlst du dich wohl und traust es dir zu? Oder nicht? Da brauchst du keine cm Angaben für.

Hast du keinen Trainer oder jemanden erfahrenen der dich auf dem Turnier unterstützt? In genau solchen (überforderten) Situationen?

Letztendlich, es passiert, dass man nennt, sich den Parcours anschaut und schon weiß das geht nicht. Und einfach wieder fährt. Das ist nunmal so manchmal wenn man zwischen den Klassen steht. Ist bei jedem so, und ganz wichtig ist, man sollte sich das dann auch eingestehen und einfach fahren, ehe man überfordert da rumgurkt, so passieren dann auch Unfälle im Parcours. Also mach dir nicht zu viele Gedanken, nächste A* nennen, trainieren und neu hinfahren und anschauen.

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Bin kein Turnierreiter, kann also nicht wirklich fachlichen Rat dazu geben.

Abe so rein menschlich würde ich mal in den  Regelwerke der FN nachsehen ( wobei ich vermute, dass für A 110cm korrekt sein dürften) und im Zweifels- oder gar Beschwerdefall gleich bei der FN nachfragen. Mich bei den .Verantwortlichen in meiner Umgebung in die Nesseln zu setzen, fiele mir auch nicht ein. 😉

Du gehörst definitiv noch nicht in ein A-Springen. Auch wenn du schon 27 bist, verfügst du leider noch nicht für das erforderliche Maß an Routine und Sicherheit. Und wenn es nicht so viele E-Springen für ältere Leute in deinem Umkreis gibt, dann suche dir zusätzlich Hunter-Prüfungen aus. Da bist du unter älteren Reitern und hast es in der Regel mit moderateren Anforderungen zu tun. Aber an der Stelle, an der dir ein paar Zentimeter den Turnierstart versauen, bist du definitiv noch nicht Turnierreif. Und schon gar nicht für den A-Bereich. Nimm dir einen guten Trainer und übe, übe, übe - solange bis du sicher bist und es wurschtegal ist, ob der Sprung 90cm hoch oder sagenhafte 1,10m hoch ist. 

nimm einen Zollstock mit - wenn's dann nicht paßt: ab zu den Richtern, aber bitte vor dem ersten Starter...

am besten du zeigst den anderen, die den Parkour abgehen, die Maße und ihr geht zu mehreren zum Richtertisch.

auch ein uralten Parkourbauer kann sich "irren"...

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