Tun euch die Menschen auch leid (Mittelalter) und davor?

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3 Antworten

Es hatten nicht mehr oder weniger Menschen schlechte Zähne als heute. Im Gegenteil, bis Brot ein Grundnahrungsmittel wurde, hatten die Menschen sehr viel seltener Karies als heute. Mit dem im Mehl enthaltenen Abrieb der Mahlsteine kommt es auch zu einer stärkeren Abrasion, d.h. Abnutzung der Zähne. Allerdings ist auch hier ein Teil Veranlagung.

Es fehlte aber an einer medizinischen Behandlung jenseits des Ziehens von Zähnen. Nachdem es keine Betäubungsmittel nach heutigem Verständnis gab, war das sehr schmerzhaft. Am schlimmsten dürften Wurzelspitzenabszesse gewesen sein: starke Schmerzen ohne erkennbare Ursache, irgendwann greift die Entzündung auf den Kiefer über.

So wie es heute Leute gibt, deren Mund mit 30 voller Brücken und Kronen ist, gab es damals auch 60jährige mit einem vollständigen Gebiß, das gut in Schuss war. Die klischeehaften zahnlosen Alten hatte ich bisher verhältnismäßig selten auf dem Tisch.

Es kommen auch nicht alle Krankheiten von den Zähnen. Allerdings können entzündliche Veränderungen im Mundraum entzündliche Prozesse im restlichen Körper begünstigen. Darüber hinaus war Entzündungen während des Zahnens eine häufige Todesursache von Säuglingen.

Übrigens: Im Spätmittelalter gab es durchaus schon Zahnbürsten, wie viele andere Holzgegenstände sind sie allerdings selten erhalten. Das heißt natürlich nicht, dass sie flächendeckend genutzt wurden, wohl aber durchaus auch von Normalbevölkerung.

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Der "Zahnarzt" war meist der ortsansässige Schmied, denn er hatte die nötigen Werkzeuge.

Die meisten hatten schlechte Zähne, haben sich aber auch nicht darum gekümmert.

Auch zu der Zeit sind die Leute nicht alt geworden. Wer 50 Jahre alt wurde, war ein Greis. Das macht viel aus und setzt eine andere Relation.

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Kommentar von Jerne79
21.11.2016, 21:25

Zähne zu ziehen war v.a. Aufgabe des Baders, spätestens ab dem Hochmittelalter haben auch kleinere Orte in der Regel ein Badehaus.

Es hatten nicht die meisten schlechte Zähne, der Zustand des Gebisses ist abhängig von Ernährung und Veranlagung.

Auch im Mittelalter gab es zahlreiche Menschen, wie weit älter wurden als 50 Jahre. Wer seine Kindheit und als Frau die Geburten überlebte, hatte eine ordentliche Chance, deutlich über 60 zu werden, das zeigen uns sowohl schriftliche Quellen als auch anthropologisch bestimmte Bestattungen.

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War das nicht Ludwig der 14?

Nun ja, heute kann man sich ein Leben ohne Zahnpasta und Zahnbürsten nicht vorstellen.
Heutzutage duscht man und pflegt man sich.

Im Mittelalter gab es das ganze noch nicht die mussten irgendwo hin(kacken) und auf Massen war das sicherlich wiederlich. Geduscht oder gepflegt haben sich wenige.

-Max

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