Türsteher - Ab wann machen diese sich strafbar?

9 Antworten

Hallo ProMuRaT,

wie Du schon richtig festgestellt hast, dürfen die Türsteher in der Regel durch Rechteübertragung ein Hausverbot / Betretungsverbot aussprechen.

Die Person muss sich an dieses Verbot halten, weil sie sich sonst nach folgender Rechtsgrundlage strafbar macht:

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§ 123 StGB - Hausfriedensbruch 

(1) Wer in die Wohnung, in die Geschäftsräume oder in das befriedete Besitztum eines anderen oder in abgeschlossene Räume, welche zum öffentlichen Dienst oder Verkehr bestimmt sind, widerrechtlich eindringt, oder wer, wenn er ohne Befugnis darin verweilt, auf die Aufforderung des Berechtigten sich nicht entfernt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. 

(2) Die Tat wird nur auf Antrag verfolgt.

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Die Türsteher, haben das Recht das Hausverbot / Betretungsverbot durchzusetzen und den gegenwärtigen Hausfriedenbruch nach folgender Rechtsgrundlage abzuwehren:

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§ 32 StGB - Notwehr 

(1) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig. 

(2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

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Wenn Du aber schreibst:

 Der Gast sagt: was denkst du, wer du bist? Daraufhin hat er paar Schläge aufs Gesicht bekommen

wird der Türsteher sicherlich im Falle einer Anzeige mit einer Verurteilung wegen Körperverletzung rechnen müssen, denn der Türsteher wird nicht glaubhaft darlegen können, dass er das Hausverbot nur durch Schläge in das Gesicht durchsetzen konnte.

Jeder (völlig unabhängig ob Türsteher oder "Otto-Normalbürger") der Notwehr geltend machen will, muss immer darlegen können, dass die Maßnahme die er getroffen hat auch Notwendig war um den rechtswidrigen Angriff zu beenden und dass es kein geringeres erfolgversprechendes Mittel gab. Gab es ein geringeres Mittel, kann keine Notwehr geltend gemacht werden.

Im Falle Deiner Frage, hätte es sicher gelangt, dass der Türsteher alleine oder mit Hilfe von Kollegen den Typen durch leichte körperliche Krafteinwirkung aus dem Geschäft gedrängt hätte.

Schöne Grüße
TheGrow

Im Fall des Fragestellers ist zu hinterfragen, ob selbiger sich überhaupt im Geschäft oder auf dem Grundstück des Partyveranstalters befand.

Wenn nicht, dann ist eine Strafbarkeit des Türstehers im vollem Umfang zu bejahen.

Falls sich der Fragesteller auf dem Grundstück befand, würde das Schubsen wohl noch straffrei bleiben. Die Schläge ins Gesicht sind aber hier durch nichts zu rechtfertigen und strafbar.

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Ja, mit den Schlägen ins Gesicht hat er sich strafbar gemacht. Aber erst damit. Alles andere war zwar nicht schön, aber nichts verbotenes. Wenn die Türsteher das Hausrecht ausüben, dürfen die auch Leute verweisen. Und die Worte "verp- iß dich" sind zwar nicht schön, aber nichts beleidigendes. Und wenn die der Aufforderung, den Platz zu verlassen, nicht nachkommen, kann er die Leute auch wegdrängen und schupsen.

Aber mit den Schlägen ist die Verhältnismäßigkeit nicht mehr gewahrt. Es ist nur ein Hausfriedensbruch. Da hätten die die Polizei rufen können. Die Körperverletzung ist da keine Notwehr. Also wenn es für die Tat Zeugen gibt, würde ich den Türsteher auf jeden Fall anzeigen.

Aber mal ehrlich. Wenn man in so einem Club nicht willkommen ist, würde ich doch darauf pfeifen und wenn die ihre Kunden so behandeln auch gar nicht da rein wollen. Da hätte ich nicht weiter diskutiert und wäre freiwillig gegangen und hätte in meinem Freundeskreis erzählt, was vorgefallen ist. Ist ja sehr negative Werbung für den Club.

Ja, ich muss dir Recht geben:) Dennoch sehr interessant solche Vorfälle. Irgendwann kann man ja selbst betroffen sein und man sollte ja bestens informiert sein. Ich glaube eher weniger, dass dieser Club Kunden verliert. Es kommen immer neue Kunden irgendwo her. Anscheinend ist es dort eh überfüllt.

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Türsteher haben keine Rechte wie die Polizei, sie haben von Besitzer das Hausrecht und dürfen Personen aus der Disco und von dazugehörigen Grundstück verweisen. Ansonsten haben Türsteher nur die Jedermannsrechte, wenn sie selbst angegriffen werden dürfen sie sich also in Notwehr dagegen verteidigen und dabei auch die zur Abwehr des rechtswidrigen Angriffs notwendige körperliche Gewalt einsetzen. Ein weiteres Jedermannsrecht ist, Straftäter die auf frischer Tat erwicht wurden bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten, wenn also z.B. eine Person Gegenstände zerstört, darf man die Person bis zum Eintreffen der Polizei festhalten.

Wenn ein Türsteher jemanden beleidigt, macht er sich wegen Beleidigung strafbar, wenn der Türsteher körperliche Gewalt anwendet ohne das er vorher selbst angegriffen wurde, ist das Körperverletzung. 

"Wer lange diskutiert und trotzdem nicht geht, macht sich des Hausfriedensbruchs schuldig und kann sich schon mal eine einfangen wenn er stört."Stimmt diese Aussage? Ab wann wird es denn eine "Lange Diskussion"?^^

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