Türkisch eine schöne Sprache?

6 Antworten

Ob eine Sprache "schön klingt", hängt völlig vom eigenen Geschmack und den eigenen Hörgewohnheiten ab. Denn es gibt wohl niemanden, dem seine Muttersprache nicht angenehm in den Ohren klingt, allein schon, weil man an sie gewöhnt ist und sich bei diesem Klang zu Hause fühlt.

Gibt es objektive Kriterien?

Italienisch udn Spanisch klingen für deutsche Ohren gut, weil sie vokalreicher sind als zum Beispiel slawische Sprachen und Deutsch selbst. Wegen ungewohnter Rachenlaute gilt Niederländisch als Anzeichen einer Halskrankheit. Das müsste dann auch für Englisch gelten, aber weil das alle lernen müssen und kennen, hört man dem Englischen gegenüber dieses Urteil nicht.

Nun zum Türkischen. Das ist auch vokalreich, aber die Wörter sind meist silbenreich und haben wegen der "Vokalharmonie" Ketten gleicher bzw. ähnlicher Vokale, wie übrigens auch im Ungarischen. Das geht schon zum Malegassischen oder zum Ceylonesischen über, mit Namen wie Antananarivo usw. die leicht "schnatternd" klingen.

Ich denke, dass Türkisch für deutsche Ohren durchaus annehmbar klingt (man hört es ja oft genug). Es ist sehr fremd, da man kaum ein Lehnwort wiedererkennt, weil es keine indoeuropäische Sprache ist. Dafür vom Typ her aber eine sehr interessante Sprache, die wie auch das Esperanto Wörter aus Ketten von Bildungssilben mit eigener Bedeutung zusammensetzt. Dadurch ist Türkischsprechen nur erlernbar, indem man stur auswendig lernt, denn das Zusammensetzen kann man nicht spontan beim Sprechen machen.

Geschriebene Texte sind eher zugänglich, weil man Zeit hat, die Wörter in ihre Bestandteile zu zerlegen.

Jede Sprache ist ein eigenes Abenteuer und ein Zugang zu einer neuen Kultur.

Viel Spaß beim Lernen!

Türkisch ist zwar keine Indo-Europäische Sprache, hat aber ca. 5000 französische Wörter, welches eine Indo-Europäische Sprache ist. Beispiel: lüks (Luxus), kuzen (Cousin), pantolon (Hose), kuaför (Friseur), hoparlör (Lautsprecher), kamyon (Lastwagen), sürpriz (Überraschung), sezaryen (Kaiserschnitt), gişe (Schalter), asansör (Fahrstuhl) Deshalb würde ich nicht sagen dass kaum erkennbare Lehwörter vorhanden sind.

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@GreekCypriot

Ich war 1 Woche in der Türkei, außer "kuaför" und "gişe" ist mir da nichts begegnet. Es kommt nicht auf die absolute Menge an (wobei mich 5.000 doch wundern würde), sondern auf die Vorkommenshäufigkeit im Alltag.

Danke aber für den Hinweis. Es ist beeindruckend, wie Türkisch diese Übernahmen lautlich und schriftlich integriert hat. Im Deutschen will man alles wie im Original stehen lassen und merkt nicht, dass das nur teilweise gelingen kann, (Schon das Wort "card" spricht kaum ein Deutscher wirklich korrekt aus. Warum dann nicht gleich bei "Karte" bleiben?)

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@RudolfFischer

das mit den ca. 5000 Wörtern kannst du mit Glauben!! Ich spreche türkisch und diese Fremdwörter sind alles Wörter für die es keine andere bezeichnung gibt.

Hier sind noch ein paar Fremdwörter aus dem englischen, griechischen, Iralienischen und deutschen (Indo-Europäische Sprachen)

aus dem Englischen: tişört (T-Shirt), futbol (Fußball), spiker (Nachrichtensprecher) aus dem Griechischen: liman (Hafen), kutu (Schachtel), banyo (Bad), manav (Gemüsehändler) aus dem Deutschen: şalter ([Licht-]Schalter), şinitsel (Schnitzel), Aysberg (Eisberg), otoban (Autobahn) aus dem Italienischen: stüdyo (Studio), bilet (Fahrkarte, Ticket)

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Wenn es das Hochtürkisch (Istanbul'er Dialekt) ist finde ich türkisch sehr schön, aber die restlichen Dialekte finde nicht so schön.

Die Frage ist: wie gefällt dir Türkisch?

Und obn türkisch wichtig ist? Interessierst du dich denn für Land und Leute (ein wichtiger Faktor beim erlernen einer Sprache) und würde es dir Spaß machen die Sprache zu lernen? Dann ist das doch Grund genug ;)

Wegen Berufe o.ä. - man kann da nie genau sagen was man da braucht da jedes Unternehmen da andere Sprachen benötigt. Man kann es da nie allen recht machen, deshalbn ist es ja wichtig das man die Sprache auch von sich aus lernen möchte.

Das Hoch-Türkisch ist durchaus eine schöne Sprache mit einem reinen, melodischen Klang. Genauso wie Italienisch oder Französisch. Was ich nicht angenehm empfinde, wenn Dialekte einfliessen. Sie verzerren die Sprache! Ob man sie braucht, oder ob sie wichtig ist? Das muss jeder für sich entscheiden.

Sehr schöne Antwort. Danke

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