Tsunami in Fukushima?

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5 Antworten

Um eines vorab zu sagen: Vom Großbeben und Tsunami war nicht nur die Präfektur Fukushima betroffen, sondern auch in den Nachbarpräfekturen Iwate und Miyagi gab es viele tausend Todesopfer.

Natürlich war dann die Präfektur Fukushima besonders von den Kernschmelzen am AKW Fukushima Daiichi betroffen, aber die Opfer der Naturkatastrophe in den benachbarten Präfekturen werden häufig vergessen.

Die Regierung plant in der Tat einen Wiederinstieg in die Atomkraft und hat zwischenzeitlich ja auch schon Reaktoren in anderen Landesteilen wieder hochgefahren, sofern sie den neuen Bestimmungen entsprechen.

Es gibt meiner Ansicht nach nur eine Handvoll Gründe für eine Befüwortung der Wiederaufnahme des Betriebs in den Atomkraftwerken.

Direkte und indirekte Arbeitsplätze

Wie hier schon gesagt wurde, bieten die Atomkraftwerke sichere Arbeitsplätze und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht.

Nicht nur, dass man als Arbeitskraft direkt am AKW arbeiten kann - immerhin werden dafür ja gewisse Qualifikationen benötigt.

Sondern tatsächlich leben die ganzen Gewerbe an AKW-Standorten letztlich davon, dass die Kraftwerksarbeiter dort ihr Geld ausgeben

Geld für die Gemeinden

Die Betreiberunternehmen leisten regelmäßige Zahlungen an die örtlichen Verwaltungen - eine Art finanzieller Ausgleich für den Betrieb der Anlagen.

Da diese Zahlungen regelmäßig eingehen, können sie in öffentliche Einrichtungen, Bauprojekte, Sozialangebote usw. eingeplant werden.

Der Bürger profitieren also von den Zahlungen der Elektrizitätsanbieter an die Gemeinden, da diese so ein sicheres Finanzpolster haben.

Energie

Keine Umweltverschmutzung durch Kohle oder ähnliches und da die Anlagen bereits vorhanden sind auch günstiger als zB der Neubau von Solaranlagen.

Dass die Wartung der uralten Anlagen und die Entsorgung radioaktiver Abfälle langfristig größere Kosten/Probleme bringen, dürfte nicht jeden interessieren.

Man bleibt also beim bereits bekannten, akzeptiert das Risiko und hat dafür keine Probleme mit Ausgaben, die die Strompreise beeinflussen könnten.

Das mal als Punkte von meiner Seite.

Die Chronologie des "Wahnsinns":

https://de.wikipedia.org/wiki/Chronologie_der_Katastrophe_in_Japan_von_2011

Wenn man über die Gefahr von Erdbeben nachliest / nachdenkt, scheint es unmöglich, dass Bewohner im Umfeld von Fukushima auch nur ein Argument finden könnten, welches für die Wiederinbetriebnahme -aufbau eines solchen Kernkraftwerks sprechen würde.

https://netzfrauen.org/2016/06/27/der-wahnsinn-nimmt-kein-ende-trotz-erdbeben-japan-faehrt-einen-weiteren-atomreaktor-hoch/

Von den Bewohnern aus? Diese sind davon nicht betroffen, da die Anlage in Fukushima nicht wieder eingeschaltet wird. Diese ist irreperabel beschädigt und verstrahlt, an eine Nutzung ist nicht mehr zu denken.

Die Regierung plant die übrigen Kraftwerke wieder einzuschalten, wofür es durchaus Argumente gibt. Japan hat kaum natürliche Rohstoffe und nur sehr begrenzt Kapazitäten zur Erzeugung von erneuerbarer Energie. Es git sehr wenig Platz, gleichzeitig Mehacities und einen enormen Stromverbrauch. Atomkraft braucht wenig Platz und produziert viel Strom.

Da die Gegend um die Reaktoren von Fukushima radioaktiv verstrahlt ist, kann man sich da nur in Schutzanzügen und nur für kurze Zeit aufhalten. Deshalb ist das Gebiet ja auch immer noch evakuiert. Außerdem sind die Reaktoren von Fukushima kaputt. Die will also die japanische Regierung keinesfalls wieder anschalten. Nach dem Unglück wurden aber auch alle anderen japanischen Atomreaktoren abgeschaltet. Und die anderen Reaktoren sollen jetzt wieder Strom produzieren.

Das Argument dafür ist, das Japan keine nennenswerten Öl oder Kohlevorkommen hat, und seinen Strombedarf nicht über regenerative Energiererzeugung (Wind-, Solarstrom) decken kann. Wenn Japan also Öl- oder Kohlekraftwerke bauen würde, wäre es von Lieferungen aus anderen Ländern abhängig. Ein Atomkraftwerk hingegen muß nur alle paar Jahre mal neue Brennstäbe erhalten, und produziert (wenn nichts schief geht) dann jahrelang zuverlässig Strom. Wenn man also die Gefahren als nicht so gravierend ansieht, ist Atomstrom eine zuverlässige Energiequelle. (Allerdings ist es wohl jedem Rätselhaft, wieso ausgerechnet Japan das Risiko als nicht so gravierend ansieht.)

Wenn überhaupt etwas, dann höchstens Arbeitsplätze. Mehr fällt mir nicht ein, warum ein Bewohner dort für die Wiederaufnahme der atomaren Stromproduktion sein sollte. Höchtens sie hätten sonst keinen Strom dort, aber das ist ausschließbar.

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