Trotzgefühl wegbekommen

5 Antworten

Hat der Umstand, dass dir starke Kritik quasi gefällt, vielleicht etwas damit zu tun, dass du

a) die gewünschte Aufmerksamkeit bekommst, ohne jedoch

b) dich in die vermeintlich verhasste Normalität einzufügen?

Ich würde mal annehmen, dass du dir überlegen könntest, was dieser Trotz eigentlich bezwecken soll. Scheinbar bist du ja 'kontra' eingestellt - gegen die derzeitige Gesellschaft, gegen das heutige System, gegen das 'normale' Leben. Irgendwie weißt du aber doch gar nicht, wie die Gesellschaft, das System, das normale Leben sind, weil du alles daransetzt, nur ja nicht in selbiges einzupassen. Ich glaube, du begehst da einen Denkfehler: Das System gibt lediglich gewisse Rahmenbedingungen vor - unter anderem eben auch soziale Einrichtungen wie die Psychiatrie, die du im Augenblick ja sehr wohl in Anspruch nimmst. Mit Systemfeindlichkeit sitzt du also einem Irrtum auf. Die Gesellschaft ist so ein Begriffsmonster, das ungefähr so treffend wie 'die Jugend' ist. 'Die Jugend' als Ganzes existiert nicht als Einheit, nur als Altersgruppe, ist in sich aber äußerst heterogen. Du musst nicht in die Mauerblümchenfraktion passen, du musst auch nicht zu den Punkern zählen. Deinen Platz in der Gemeinschaft zu finden, den unsere Gesellschaft darstellt, ist eigentlich ein Vorgang, der in der Pubertät stattfindet. Manchen fällst das leichter, anderen weniger. Die einzige Frage, die sich stellt, ist doch, ob du so, wie du jetzt lebst, auch den Rest deines Lebens verbringen willst. Nein? Dann MUSST du etwas unternehmen - und sei es in noch so kleinen Schritten. Freundlich oder offen zu sein heißt doch nicht, dass man seine Persönlichkeit verliert oder gar keine hat. Fröhlich oder zumindest zuversichtlich zu sein heißt auch nicht, dass man mit dem ganzen Mist, den wir Menschen fabrizieren, einverstanden ist. Nur kannst du für dich selbst und auch in deinem Umfeld keinerlei Änderungen bewirken, wenn du dich selbst gegen jegliche Versuche, für dich selbst einen Wandel herbeizuführen, sperrst. Ich habe fast den Eindruck, deine Reaktion auf Kritik ist quasi eine Genugtuung und Bestärkung darin, dass du „noch nicht gleichgeschaltet“ bist. Das bedeutet auch, dass du die Außenwelt eigentlich für deinen Feind hälst, die ihre Persönlichkeit abgegeben haben. Das ist allerdings ein Zerrbild - denn du weißt nichts von deiner Umwelt, weil du dich trotzig zurückziehst und dich mit dem zufriengibst, was du kennst: der Kritik. Trau dich doch auch einen Schritt vor die Tür: Alles, was neu, ungewohnt, anders ist, kann für dich doch nur von Vorteil sein. Was dir nicht gefällt, musst du ja nicht weiter verfolgen. Am Anfang ist das Unbekannte immer beängstigend - das ist ja das größte Problem und ein typischer Indikator z. B. für ungesunde Beziehungen. Stell dir vor, das Ganze wäre ein Spiel, und zwar nur um der Spielfreude willen, und horche genau in dich rein, ob du tatsächlich alles so dermaßen übel finden musst. Velrange keine zu großen Schritte von dir, aber nimm dir jeden Tag einen kleinen Schritt vor. Sicher kannst du auch mit jemandem aus der Psychiatrie eine Art Aktionsplan ausarbeiten, an dem du dich orientieren kannst. Der Plan muss ja nicht in Stein gemeißelt sein, dürfte dir aber dabei helfen, das Tages-, Wochen- oder Monatsziel nicht aus den Augen zu verlieren. Die Hauptarbeit musst aber eben du selbst leisten. Gute Besserung!

Wie wäre es wenn du mal deine Probleme versuchst bei der Wurzel anzugehen? Mach dir mal ein neues Welt und Lebensbild. Ich mein damit keine Esoterik. Sondern das du anfängst zu glauben das deine Überzeugungen (ob gut oder schlecht) dein Leben ausmachen. Du hast es selbst in der Hand. Du bestimmtst dein Leben, deine Gedanken bestimmen dein Leben und machen deine Realität aus. Kuck dir mal unvoreingenommen Gregg Braden auf Youtube an.

Du bist diejenige, die ihre Lebensentscheidungen trifft. Und wenn diese so aussieht, dass es dir genügt, negative Aufmerksamkeit zu kriegen, dann ist das eben so.

Deinen anderen Wunsch, ein erfolgreiches Leben zu führen, hast du ebenso in den eigenen Händen.

Kein anderer ist dafür verantwortlich, ob du diesen oder jenen Weg gehst. Was immer du tust, liegt in deiner eigenen Verantwortungen - dein Glück ebenso, wie dein Unglück.

In dem Moment, wo du andere Menschen durch dein Verhalten tangierst - wie z.B. deine Eltern - solltest du damit rechnen, dass dieses sich irgendwann zur Wehr setzen und dir die Unterstützung entziehen. Auch das liegt in deinem eigenen Verantwortungsbereich, denn andere Menschen zur eigenen Bedürfnisbefriedigung zu benutzen, steht dir nicht zu.

Dein Leben - deine Entscheidungen - deine Verantwortung. Ziemlich einfach, wie ich finde.

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