Trotzdem Sanktionen wegen Kündigung?

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Hier scheint es sich um Arbeit auf Abruf zu handeln - Du hast aber einen Vergütungsanspruch auch wenn Du nicht abgerufen wirst - ist nichts an wöchentlicher Arbeitszeit vereinbart, dann gelten gesetzlich 10 Std. als Mindeststundenzahl, die vergütet werden müssen (§ 12 Abs.1 und Abs.2 Tz­B­fG - Teilzeit- und Befristungsgesetz).

Lag die durchschnittliche Arbeitzeit über 10 Std., entsteht ggf. ein höherer Mindestvergütungsanspruch.

Es kommt zudem auf die genauen Regelungen im Arbeitsvertrag an; oft sind die Klauseln bzgl. der Arbeitszeit aber unwirksam.

Ich gehe davon aus, daß Du überhaupt kein Geld erhälst, wenn Du nicht abgerufen wirst; für eine sanktionsfreie Kündigung wegen nicht gezahltem Lohn wird i. d. R. die Nichtzahlung von mind. 2 Monatsgehältern angesehen.

Auch wenn er nicht zahlt ist das Arbeitsverhältnis noch nicht beendet.

Auch wenn das Arbeitsverhältnis noch fortbesteht, kann der Arbeitnehmer
einen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben, wenn der Arbeitgeber kein
Gehalt mehr zahlt (Arbeitslosengeld im Rahmen der Gleichwohlgewährung).

Voraussetzung für einen Anspruch auf Arbeitslosengeld ist dabei
grundsätzlich, dass der Arbeitnehmer beschäftigungslos ist, weil er von
seinem Zurückbehaltungsrecht Gebrauch macht oder weil er
vom Arbeitgeber nicht mehr eingesetzt wird.

Grundsätzlich obliegt es dem Arbeitgeber, die geschuldete Arbeit
zuzuweisen und dem Arbeitnehmer die Leistungserbringung zu ermöglichen.

Kommt der Arbeitgeber dieser Obliegenheit nicht nach, gerät er in Annahmeverzug, ohne dass es eines Angebots durch den Arbeitnehmer bedarf.

Dies gilt im ungekündigten Arbeitsverhältnis jedenfalls auch dann, wenn sich der Arbeitgeber den Abruf der Arbeitsleistung entsprechend dem Arbeitsanfall vorbehalten hat.

Daher ist die Kündigung grundsätzlich aus wichtigem Grund (insbesondere wenn es sich um einen längeren Zeitraum handelt) erfolgt und dann wäre eine Sperrzeit nicht zulässig.

Es wird sicherlich geprüft, was unternommen worden ist, den bisherigen Zustand zu ändern.

Falls Du noch nicht gekündigt hast, solltest Du VOR AUSSPRUCH der KÜNDIGUNG, Dich mit der Arbeitsagentur in Verbindung setzen und die Frage der Sperrzeitproblematik vorab klären.

Solltest Du aber schon gekündigt haben und sollte die Arbeitsagentur eine Sperrzeit verhängen, so sollte gegen den Bescheid Widerspruch eingelegt werden; Du solltest Dich an eine entsprechende Beratungsstelle wenden; aufgrund der diffizilen Rechtslage bei Arbeit auf Abruf, wäre es aber ratsam, sich von einem Rechtsanwalt beraten zu lassen.

Zudem sollte das Dir zustehende Gehalt eingefordert werden.

Und warum kündigst Du in einer solchen Situation? Das JC hätte Dir doch, soweit kein eigenes Einkommen erzielt wird, den höchstmöglichen Satz bezahlt. Also solltest Du schnellstens zusehen, dass Du einen Job mit mindestens dem gleichen Einkommen findest.

Man kann sich also in der zwischenzeit einen Job suchen?

0
@anders1

Es ist sogar Pflicht sich um Arbeit zu bemühen um vom ALG II weg zu kommen, sofern nicht anders vom JC in der Eingliederungsvereinbarung abgesprochen.

 Also ja, du darfst dir selbstverständlich Arbeit suchen.

Da DU aber selbständig gekündigt hast, und das aus einem Grund der nicht anerkannt wird, kann und wird das JC das ggf. als Arbeitsverweigerung ansehen und dich entweder mit 30% oder 100% sanktionieren für 3 Monate.

Du hättest nämlich eher erstmal mit deinem SB sprechen müssen um ihn darüber in Kenntnis zu setzen bzw. auch mit deinem Chef. Wie @Schoppenhauer - ja sagte.

0
@Comp4ny

Wenn ich in der zwischenzeit einen Job finde dann ist alles wieder im grünen Bereich stimmts?

0

du hättest um kündigung bitten sollen oder wärst am besten zum amt gegangen und hättest bescheid gesagt das du nicht eingesetzt wirst und somit auch kein gehalt bekommst. dann hätte man sicher eine lösung gefunden. beihilfe, arbeitsgericht irgendwas.

aber durch deine eigenkündigung hast du wohl leider die ars...karte gezogen.

Na gut nun wusste ich das jedoch nicht und man kann nichts dagegen machen? sind es 3 monate die mir verweigert werden?

0
@anders1

ja ist meine ich die norm, 3 monate.

ich kenne es das man keinen anspruch auf alg1 hat und alg2 nur im geringen maße bekommt.

weiss aber wirklich nicht genau. du solltest am besten gleich montag dort hingehen und gucken ob du irgendwas machen kannst. 

im notfall gäbe es evt. lebensmittelgutscheine.

lass dich beraten

1

" Ich denke jedoch ich hatte einen guten Grund zu kündigen, da meine Arbeitsstelle mich seit Wochen nicht mehr zur Arbeit gerufen hat. "

Damit kriegst du eindeutig eine Sperre. Du kannst nur Sanktionsfrei kündigen wenn ein Arzt dir nach vorheriger langer Behandlung bescheinigt dass diese Arbeit dich körperlich oder seelisch kaputt macht (und selbst DANN ist das noch ein Kampf mit dem Jobcenter)

macht es einen unterschied wenn ich in einer Ausbildung bin? und das nur ein Minijob ist?

0

Was möchtest Du wissen?