Trotzdem Medizinstudium möglich?

8 Antworten

Momentan gibt es wohl kaum einen anderen Studiengang, in dem es schwerer ist, einen Studienplatz zu erhalten.

Aktuell spielt vor allem die Gesamtnote des Abiturs eine Rolle bei der Auswahl von Studienbewerbern. Da sollte man aber schon eine 1,0 oder 1,1 haben, um direkt zugelassen werden zu können.

Allerdings wird das Auswahlverfahren für Medizin im Moment umgebaut. Obwohl noch nicht ganz klar ist, wie das Bewerbungsfahren in einem Jahr mal aussehen wird, ist aber sicher, dass die Eignung für das Studium abseits der reinen Note eine größere Rolle als jetzt spielen wird. Möglicherweise werden dann - so wie es an einigen Unis jetzt schon gemacht wird - auch die Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern mit ins Auswahlverfahren einbezogen. Wenn du Bio abgewählt hast, wäre das allein deshalb ein Problem, weil du dann keine Punkte ins Verfahren einbringen kannst.

Davon mal abgesehen baut das Medizinstudium inhaltlich natürlich auf dem Stand auf, den man in den relevanten Fächern bis zum Abitur erworben haben sollte. Du solltest also, wenn du tatsächlich an einen Studienplatz kommst, so viel wie möglich auffrischen und angleichen. Oft gibt es an den Unis dafür auch Vorbereitungskurse.

Denn an den Unis wird der Stoff wahnsinnig schnell vermittelt. Wenn dir dann die Grundlagen fehlen, die die anderen schon mitbringen, dann ist die Gefahr groß, dass du schon nach wenigen Wochen den Anschluss verlierst, weil du dich noch mit Grundlagen herumschlagen musst.

Also ja, möglich ist das natürlich, aber du solltest die Defizite so schnell wie möglich ausgleichen.

Beste Grüße!

Die Abiturnoten als Zulassungskriterium waren das einzige Element, was das Bundesverfassungsgericht als NICHT problematisch in dem Zulassungsverfahren gesehen hat ;). Die ganzen anderen Kriterien, die sind es, die überarbeitet werden müssen und wo die Eignung wohl eine größere Rolle spielen soll. Heißt aber, dass der direkte Weg sehr wahrscheinlich weiterhin der über besonders gute Abischnitte bleiben wird und halt nur bei den "Umwegen" mit Vorerfahrungen und Co. was geändert wird...

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@HappyMe1984

Das stimmt, danke für den Hinweis. Ich wollte aber etwas bestimmtes verdeutlichen: Momentan gibt es Unis, die vergeben 80% der Plätze nach Note und 20% nach Wartezeit. Das wird es zukünftig nicht mehr geben, so dass es zukünftig schwieriger wird, einen Studienplatz nur durch die Note zu erhalten und ohne Ansehen anderer Qualifikationen.

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Interessierst du dich denn abseits der Schule für naturwissenschaftliche Zusammenhänge? Gehst du freiwillig in Museen zu solchen Themen, liest du Bücher darüber, interessiert es dich, "was die Welt im Innersten zusammenhält"?

Physik und Chemie nehmen einen großen Raum im Medizinstudium ein. Schließlich ist unser Körper eine kleine Chemiefabrik ;). Wenn dich diese Themen überhaupt nicht reizen, wirst du bereits im Grundstudium keine Freude mehr an diesem Studium haben. Und damit man irgendwann mal Menschen helfen, sie behandeln, vielleicht sogar aufschneiden kann und das zum Erfolg führt, MUSS man diese Zusammenhänge zwingend verstehen.

Worüber du dir weniger Sorgen machen musst, ist der Faktor, dass dir was Oberstufenwissen aus der Schule in diesen Fächern fehlt. Mit einem Abischnitt, der dir einen Platz in Medizin sichert, hast du bewiesen, dass du klug UND fleißig bist und somit das Handwerkszeug hast, um dir Wissen anzueignen und Zusammenhänge zu verstehen. Zudem gibt es teilweise auch Vorbreitungskurse für solche Sachen. Und natürlich schreibt man nicht am ersten Tag des Studiums direkt die Prüfung, sondern hat auch dort erst mal Vorlesungen, Übungen, Seminare und Co., wo man das prüfungsrelevante Wissen vermittelt bekommt ;).

Hey, warum interessiert dich denn Medizin wenn Biologie dir nicht liegt oder du es nicht interessant fandest? Physik abgewählt ist kein Problem, aber Bio hätte dir wahrscheinlich geholfen oder dir zumindest mal ein Gefühl für Medizin gegeben.

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