Trotz Vorfahrt nach Unfall 25% Teilschuld weil ein Scheinwerfer nur mit Abblendlicht aktiv war?

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4 Antworten

Es ist ein ganz typisches Verhalten von Versicherungen, sich wenigstens teilweise um Zahlungen zu drücken, wenn es irgendwie möglich zu sein scheint, und sei es mit den schwachsinnigsten Begründungen. Ich glaube kaum, dass man es einem Richter wird weismachen können, dass die einseitig kaputte Standlichtbirne bei ansonsten voll funktionsfähigem Abblendlicht dazu geführt haben soll, dass das Fahrzeug übersehen werden konnte. Das ist schon wirklich sehr, sehr mächtig weit hergeholt. Aber trotzdem versuchen Versicherungen so etwas immer wieder.

Ich würde den Fall einem Anwalt abgeben. Der Anwalt soll die ganzen 100% fordern. Wenn die Versicherung sich weiter bockig stellt, kann es natürlich sein, dass geklagt werden muss. Aber die Aussichten halte ich hier für gut. Und m.E. kann es auch sehr gut sein, dass die Versicherung auf den Anwaltsbrief hin einknickt, bei Prozessverlust zahlen die nämlich alle Rechtskosten und auch Deine Anwaltskosten, das wird für die nur unnötig teuer.

Bei einer Vorfahrtverletzung kommt es in der Regel zur Alleinhaftung des Vorfahrtverletzers. Im vorliegenden Fall ist dabei allerdings zu beurteilen und zu berücksichtigen, inwieweit das defekte Licht des Vorfahrtberechtigten zu dem Unfall beigetragen hat.

Die Versicherung des Vorfahrtverletzers wird natürlich auf einer Mithaftung bestehen und so wirst du vor Gericht ziehen müssen, um deinen Anspruch durchzuseztzen. Ob das gelingt, kann man natürlich schlecht vorhersehen. Eine Chance besteht durchaus.

Die notwendigen Rechtsanwaltskosten der Beteiligten gehören zum Gesamtschaden des Unfalls und sind gemäß der ausgeurteilten Haftungsquote von den Beteiligten zu tragen.

Sie brauchen zuerst einmal den Polizeibericht, indem bestätigt wird, dass das Verschulden nicht bei Ihrer Frau liegt. Gibt es eine Rechtsschutzversicherung?

jurafragen 14.06.2013, 20:41

Sie brauchen zuerst einmal den Polizeibericht, indem bestätigt wird, dass das Verschulden nicht bei Ihrer Frau liegt.

Die Meinung eines Polizeibeamten spielt dabei - wenn überhaupt - eine ganz untergeordnete Rolle. Im Zweifel beauftragt das Gericht einen Gutachter und auch der wird zu dem Ergebnis kommen, dass ein Mitverschulden vorliegt.

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Keine Chance.

Dein Frau haftest aus der Betriebsgefahr ihres geführten Kraftfahrzeuges heraus.

siehe hierzu:

§ 7 StVG Haftung des Halters, Schwarzfahrt

JotEs 14.06.2013, 20:56

Das ist allerdings nur die grundsätzliche Vorschrift. Lies dazu auch § 17 Abs. 1 und 2 StVG. Dort wird klargestellt, dass bei Beteiligung mehrerer Fahrzeuge an einem Schaden die Ersatzpflicht und deren Umfang insbesondere davon abhängt, inwieweit der Schaden vorwiegend von dem einen oder dem anderen Teil verursacht worden ist.

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user3096 15.06.2013, 01:57
@JotEs

wenn vorwiegend von einem anderen Teil etwas hervorgerufen worden ist, dann trifft der nicht überwiegende Teil demnach die andere Seite.

Alles klar? zB. 75% der vorwiegende Teil und die restlichen 25% den anderen Teil

Was willst du mir da jetzt eigentlich erklären??

In so einer Situation besteht immer eine Haftung aus der Gefahrenhaftung, da der Beste Fahrer aller Fahrer damit hätte rechnen können, daß ein Fahrzeug die Vorfahrt mißachten könnte und hierbei dann vorsichtiger gewesen wäre.

Wäre das Fahrzeug, welche die Vorfahrt nicht beachtet hat z.B. ein 9 jähriges Kind auf einem Fahrrad gewesen, so hätte hier das vorfahrtsberechtigte Fahrzeug ebenfalls eine Teilschuld aus der Gefahrenhaftung gehabt.

Da die Möglichkeit hierzu immer besteht, hat man auch entsprechend umsichtiger zu sein.

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