Trotz Krankschreibung zur Arbeit gehen?

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7 Antworten

Auch wennn bei solchen Fragen immer wieder was Anderes geantwortet wird:

Man kann sehr wohl früher wieder gesund werden, als es der Arzt erwartet hat. Man geht in den Betrieb und meldet sich wieder anwesend. Damit ist auch der Versicherungsschutz gegeben.

Sicherheitshalber kann man mit dem Arzt Rücksprache halten, ob er keine Bedenken hat. Eine "Gesundschreibung" gibt es nicht. Höchstens eine formelle Bescheinigung vom Arzt, dass gegen eine vorzeitige Wiederaufnahme der Arbeit keine Bedenken bestehen. Die kann man sich besorgen, es muss aber nicht sein.

Aber nun die andere Seite der Medaiile: eigentlich sollte man auf solche Vorschläge grundsätzlich nicht eingehen. Weil dahinter vorrangig meist die Personalnot des Betriebs steht und die Gesundheit des Betroffenen möglicherweise gefährdet wird. Ein Betrieb sollte für eine ausreichende Vertreterregelung sorgen und keinen kranken Mitarbeiter dazu heranziehen.

Falls man früher zur Arbeit zurückkehrt, muss man aber unbedingt auch offiziell am Arbeitsplatz als anwesend geführt sein, weil es sonst tatsächlich Probleme geben kann.

Besonders deftig wird es dann, wenn dem Mitarbeiter ein schlechtes Gewissen eingeredet wird, wenn er krank ist und wenn (unterschwellig oder offen) im Raum schwebt, dass er dadurch seinen Job verlieren könnte.

Beschäftigte, die krank zur Arbeit gehen, erzeugen (nach einer letztens veröffentlichten Untersuchung) immense finanzielle Schäden, weil sie möglicherweise andere anstecken, weil sie unkonzentriert arbeiten und Fehler machen.

PeterSchu 02.07.2011, 22:38

Zur Ergänzung:

"Aber wenn nun genau dann, wenn der Arbeitnehmer eigentlich krankgeschrieben ist und dennoch seine Arbeit wieder aufnimmt, etwas passiert, was ist dann mit dem Versicherungsschutz? Ist der Beschäftigte in diesem Fall gesetzlich unfallversichert?

Die Antwort lautet: Ja.

Dass der Versicherungsschutz entfällt, wenn Beschäftigte trotz Krankschreibung zur Arbeit gehen, ist ein Irrglaube. Mit der Krankschreibung durch den Arzt wird nur eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt, jedoch nicht ein Arbeitsverbot. Die Krankschreibung ist daher nur eine Einschätzung des Arztes, wie lange der Beschäftigte voraussichtlich arbeitsunfähig ist. Eine "Gesundschreibung", die manche Arbeitgeber verlangen, weil sie fürchten, der Versichungsschutz würde nicht greifen, wenn Beschäftigte krankgeschrieben zur Arbeit erscheinen, ist absolut überflüssig und hat keinerlei gesetzliche Grundlage.

Dennoch ist der Arbeitgeber nicht von seiner Fürsorgepflicht entbunden. Diese besagt, dass der Arbeitgeber für den Erhalt der Gesundheit seiner Mitarbeiter Sorge tragen muss. Das heißt: Hat der Arbeitgeber den Eindruck, dass der Krankgeschriebene zu Arbeit erscheint, obwohl er noch nicht in der Lage ist, seine Arbeit ohne Einschränkung aufzunehmen, sollte er ihn bis zu seiner vollständigen Genesung wieder nach Hause schicken."


Quelle: http://www.sifa-news.de/news/arbeitsschutzorganisation/arbeiten-trotz-krankschreibung-wie-es-dann-mit-dem-versicherungsschutz-aussieht

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Wenn Du Dich in der Lage fühlst leichte Tätigkeiten zu verrichten....ok

Aber besprich das vorher mit Deinem Arzt , nicht , daß es im Falle eines Falles zu Komplikationen führt !

Darius02 02.07.2011, 15:55

Danke für die schnelle Antwort. Eine Frage hätte ich aber noch dazu. Ist das auch irgendwo gesetzlich geregelt, dass während man krankgeschrieben ist, man arbeiten darf?

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SarahL94 02.07.2011, 21:29
@Darius02

Hey, ich antworte mal =) Naja ob das gesetzlich geregelt ist weiß ich nicht, aber du wenn du dich gesund schreiben lässt hast du keine Probleme!

Dein Chef darf dich aber NICHT beschäftigen wenn du Krankgeschrieben bist soweit ich das weiß ist das Verboten. Und sollte dir was passiere hat nicht nur der Chef Probleme sondern auch du, weil das deine Versicherung nicht übernehmen wird, und du die kosten vermutlich alle selber tragen musst, ein Arzt schreibt nicht ohne Grund solange Krank, weil er weiß was passieren könnte auch wenn du dich gut fühlst.

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Auf keinen Fall: wenn Dir etwas bei der Arbeit passiert bekommst Du Ärger mit der Krankenkasse! Dein Arzt hat Dich nicht ohne Grund so lange krank geschrieben!

Dürfen darfst Du wohl , aber du solltest alle Risiken, auch ggf. sogar langfristig finanziel beachten. Wer dazu rät könnte leichtsinnigen Rat gegeben haben ohne an den Risiken beteiligt zu sein. Ich rate dringend ab.

Wenn du trotz Krankschreibung arbeiten gehst und dir etwas passiert wird die Krankenkasse vermutlich nicht bezahlen. Dein Arzt wird es Dir vermutlich nicht erlauben.

PeterSchu 02.07.2011, 22:14

Das ist falsch. Wenn er ordnungsgemäß als anwesend geführt wird, ist die Krankheit als beendet zu betrachten, auch wenn das Attest noch gelten würde. Jeder kann früher wieder gesund werden, als es der Arzt erwartet hat.

Auch wenn es rechtlich geht, würde ich auf einen solchen Vorschlag wohl kaum eingehen.

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Also, wenn du wieder Arbeiten gehen willst hast aber ein Krankenschein bist du nicht VERSICHERT! Also das heißt wenn du das willst musst du zum Arzt gehen und dich wieder Gesundschreiben lassen! Das machen Ärzte aber sehr sehr Ungern, sonst wenn du arbeiten gehst und du aber Krank geschrieben bist und dir passiert was aus einem dummen Zufall hast du den Zappen ! Also wenn du das willst musst du dich gesund schreiben lassen, aber ruhe dich doch lieber noch aus! Als wenn du Gesund geschrieben wirst du Arbeiten gehst und dann gleich wieder Krank geschrieben wirst. Auf die eine Woche kommt es sicher auch nicht mehr an.

Lg Sarah

Wenn dein Arzt dich gesundschreibt, darfst du arbeiten gehen. Sonst nicht. Der Arbeitgeber macht sich sogar strafbar, wenn er dich beschäftigt obwohl du krankgeschrieben bist.

PeterSchu 02.07.2011, 22:32

"Der Arbeitgeber macht sich sogar strafbar, wenn er dich beschäftigt obwohl du krankgeschrieben bist."

Nein. Das gilt nur dann, wenn offensichtlich ist, dass der Mitarbeiter noch krank ist. Dann hätte der Betrieb die Pflicht, ihn heimzuschicken.

Es kann aber durchaus sein, dass die Grippe ein paar Tage früher verschwunden ist, als der Arzt es eingeschätzt hatte. Ein "Gesundschreiben" in diesem Sinn gibt es nicht und es ist nicht zwingend notwendig. Wer sicher gehen will, sollte aber mindestens eine mümdliche, vielleicht sogar schriftliche Bestätigung des Arztes holen, dass er keine Bedenken hat.

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