Trockene Hufe, was tun?

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Sehr guter Besitzer! Ein Glück für das Pferd.

Pferde haben für trockene Umgebung trockene Hufe und für feuchte Umgebung feuchte Hufe. Der größte Unsinn, den man machen kann, ist Hufe wässern, es sei denn für den Bearbeitungstermin. Denn dann macht man einen Huf feucht, der aber bei Trockenheit genutzt werden soll. Das passt nicht. Natürlich hat ein Pferd nicht gleich Probleme, wenn es mal ins Wasser geht an einem trockenen Tag, aber künstlich jeden Tag wässern wäre richtig, richtig fies für's Pferd.

Friesen haben oft etwas mehr Saumhorn als andere Pferde - ein Wunderwerk der Natur. Am Saum oben ist so eine Hornschicht außen am Huf, die bei Feuchte ganz viel Wasser aufnehmen kann und bei Trockenheit so abgibt, dass es richtig hart wird. Da es auf dem Huf aufliegt, wirkt es da blättrig. Wenn was abgeht, ist das nicht weiter schlimm, blöd wär's, wenn man es abpopeln würde oder beraspeln oder so, denn dann trägt man mehr ab als nachgebildet wird. Das Saumhorn in seiner Variabilität ist super für den Anschluss der Hornkapsel an die anschließenden Strukturn und damit extrem wichtig für's Pferd.

Mit Fetten und Ölen macht man diese ganze super ausgeklügelte Funktionseinheit funktionslos.

friesen sind vor allem sumpfpferde. gemacht für weichen boden mit viel feuchtigkeit. ähnlich wie z.b. dartmoorponies. merkmal unter anderem behänge, die am fesselkopf den boden erreichen, eine hohe fessel und im vergleich zu andern pferden gleicher grösse flache, grosse und sehr runde hufe.

genau wie du esel nie ins feuchte stellen darfst, darfst du sumpfpferde nie ins trockene stellen. oder du musst es mit feuchtigkeit - nicht fett - ausgleichen. wenn du einen esel - oder auch einen kiang, ein przwalskij oder auch einen turkmenen, ein mongolenpony oder einen araber, also ein steppenpferd dauerhaft ins feuchte stellen musst, hilft fett durchaus - unterm huf. einmal täglich die sohle eine stunde trocknen lassen und dann fetten. und da hilft dann auch die farblose schuhcreme mit bienenwachs (erdal, aus der dose...). besser wäre mastix.

geeignet ist notfalls wasser in eimern, besser ist aber der morgentau von wiesen oder wasser, dem man pro 10 liter eine gute handvoll torf zugegeben und es über nacht hat ziehen lassen.

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@ponyfliege

Die Meinung teile ich nicht - da vertraue ich vollständig dem Wissen der Huforthopäden, denn das deckt sich mit meinen Beobachtungen. Der Huf passt sich an an neue Bedingungen. WENN man ihn lässt und eben nicht eingreift durch z. B. Wässern oder Wasser ausschließen. Greift man ein, nimmt man ihm die Chance der Anpassung oder reduziert eben die Anpassungsfähigkeit.

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Mein Hufbearbeiter sagte mir letztens das meistens nichts auf die Hufe muss und wir das nur machen um unser gewissen zu beruhigen (ich mache ja was dagegen usw). Und er sagte wenn man da irgendwas drauf schmieren will (oder muss) hat er sachen die auch wirklich was bringen dabei, von den standard saßen bei Krämer, Loesdau, Equiva usw hat er abgeraten. Bei allem was da drinnen ist, ist nur eine kleine menge vom benötigten Wirkstoff drinnen und seine sachen haben mehr davon. Kurz gesagt: Warten (Natur regelt probleme meistens selbst, auch bei Tieren) oder Hufbearbeiter/Schmied fragen.

Da hat der Besitzer recht, weil Huffett trocknet den Huf erst recht aus. Wenn, dann müsstet du vorher das Pferd 10 Min ins Wasser stellen u. dann fetten, damit die Feuchtigkeit drin bleibt. Es wird sich ändern, wenn das Pferd auf die Wiese kommt, dann ziehen die Hufe Feuchtigkeit u. das Gras befeuert auch das Huf Wachstum.

Hufe passen sich idR gut an das Umfeld vom Pferd an u. oft macht Mensch mit seinem Eingriff (Fett, Teer,...) beim gesunden Huf mehr kaputt als gut.

Mal den Hufbearbeiter befragen? Evtl. Hufstabi drauf machen, das macht man auf den trockenen, sauberen Huf etwa Pinselbreit auf die Sohle und außen auf den Huf.

Woher ich das weiß:Beruf – Pferdewirtschaftsmeister

Der Huf passt sich immer der Umgebung an. Ich tippe mal, dass dieses Pferd auf einem trockenen Paddock steht.

Etwas von außen drauf schmieren ist auch nur für den Kopf des Menschen gut, aber nicht fürs Pferd. Warum, erklärt Hjalti schon sehr gut.

Russe entstehen durch unphysiologische Bearbeitung. Das kann man also ausnahmslos dem Hufbearbeiter in die Schuhe Schieben.

Der Besitzer hat also definitiv recht. Da gehört nix dran. Du bist die RB und das fällt definitiv nicht unter Vernachlässigung oder ähnliches. Einfach mal auf den Besitzer auch hören.

Ich glaub gar nicht, dass die Hufwand Risse hat, sondern hier sieht jemand zum ersten Mal bewusst Saumhorn. Wie so oft. Ich weiß nicht, was den Leuten am Pferd erklärt wird, wenn die in den Reitschulen sind, aber ganz offensichtlich ziemlich nichts. Ich kenne Pferdebesitzer (!), die nasses Saumhorn mit Sagrotan besprühen, weil sie denken, der Huf würde schimmeln.

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Also ich stelle die Hufe, wenn das vorkommt, kmmer in einen Eimer mit Wasser. Huffett würde ich tatsächlich auch nicht drauf machen, dadurch trocknet der Huf noch mehr aus

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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