Trinkwasseruntersuchung in Mietwohnungen

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Hallo

die Wasserversorgungsunternehmen sind nur für die Qualität des Trinkwassers bis zum Übergabepunkt (das ist die Wasseruhr) zuständig und verantwortlich. Deshalb kümmert sie die Problematik der Testung in Wohngebäuden nur wenig.

Fakt ist, dass jeder Vermieter für die Qualität des Trinkwassers in seinem Mietshaus verantwortlich ist. Auch schon bislang hat sich jeder strafbar gemacht, der Wasser zur Verfügung stellt, das nicht den Trinkwasservorschriften entspricht. Im Zweifelsfall musste auch schon jetzt der Vermieter dies nachweisen! Neu ist nur, dass eine periodische, regelmäßig wiederkehrende Prüfung des Trinkwassers auf Legionellen durchgeführt werden muss, sofern der Warmwasserspeicher mehr als 400 Liter fasst oder in der Leitung zwischen Speicher und der am weitesten entfernten Zapfstelle mehr als 3 Liter Wasser sind. Bei einer 1Zoll-Leitung sind das so um die 5-6 Meter. Somit sind im Endeffekt alle Mehrfamilienhäuser betroffen. Nach der W551 könnten allerdings 1- und 2-Familienhäuser davon ausgenommen sein. Die Wasserproben müssen von geschulten Probennehmern (meist Mitarbeiter der Laboratorien, vielleicht auch Wasserinstallateure, sicher Gesundheitsaufseher) gezogen werden. Die Zapfstellen sind in der Nähe des Boilers am Vor- und Rücklauf der Warmwasserleitung, und dann noch am Ende jeder Steigleitung. Für die Probennahme sind spezielle Abflammhähne zu installieren (Kosten zwischen 25 und 1 50 Euro pro Hahn + Arbeitszeit) Laborkosten zwische n 40 und 90 Euro pro Zapfstelle + ggf. Anfahrtkosten für den Probennehmer. DieProbennahme durch den Auftraggeber ist nicht erlaubt.

Als Vermieter muss man die Kosten nicht fürchten, denn die sind Bestandteil der Nebenkosten)

Ich würde empfehlen, die Testung möglichst frühzeitig durchführen zu lassen, denn die Laborkapazitäten sind sehr begrenzt und es drohen Bußgelder bis zu 25000 Euro.

Und nicht vergessen: Jeder Vermieter muss innerhalb eines Monats eine Bestandsmeldung (formlos oder per Formular) ans zuständige Gesundheitsamt schicken. Wegducken ist zwecklos, denn bei der letzten Volkszählung wurden die Daten zur Vermietung und der Art der Warmwasserbereitung schon abgefragt.

Viel Glück

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