Trifft das "Unwort 2019" zu und wird die Klimadebatte Eurer Meinung nach hysterisch geführt?

Das Ergebnis basiert auf 54 Abstimmungen

Ja, das wird sie 55%
Nein, das stimmt nicht 44%

28 Antworten

Ja, das wird sie

Als Einstieg möchte ich deutlich machen: Ich bin überzeugt, dass es den Klimawandel gibt. Ich denke der Mensch hat einen Einfluss darauf und beschleunigt ihn und ich denke auch, dass wir politisch handeln müssen, um unseren Einfluss darauf zurückzudrängen.

Zu der Frage: Ja, ich glaube dennoch, dass die Klimadebatte hysterisch geführt wird. Begreift man den Klimawandel als große Transformation der Gesellschaft, dann kann man die Hysterie an der Debatte erkennen, wenn man sie z.B. mit der Debatte um die Digitalisierung vergleicht. Denn die Digitalisierung ist auch ein großer Transformationsprozess.

Meine Wahrnehmung ist dazu folgende:

Digitalisierung: Alles wird gut. Jobs werden gehen, aber wir werden die Leute umschulen, dann gibt es neue Jobs, jeder wird was finden, keine Sorge, außerdem tolle Vorteile, manche Jobs waren eh doof, besser, dass sie dann von Robotern gemacht werden.

Klimawandel: Ahh, der Mensch muss sich einschränken, soziale Spaltung, Wirtschaftseinbruch, man muss vorsichtig sein, man darf nicht zu schnell handeln, usw.

D.h. in jeder Transformation sind Chancen für die Gesellschaft. Klimawandel heißt ja nicht nur verzicht. Das heißt auch, dass es neue Jobs gibt, dass es sauberere Luft gibt, sicherere Energieproduktion, mehr Platz in den Städten, bessere Ernährung, usw.

Die Politik versagt aus meiner Sicht komplett darin, die Chancen des Klimawandels bzw. der entsprechenden Politik herauszustellen oder sie kann die Chancen nicht erkennen, weil entsprechende Interessengruppen Kampagnen ohne Ende fahren, wo nur gewarnt wird, statt von Chancen gesprochen wird.

Ja, das wird sie
  • Nun, es gibt VIELE Teilnehmer an der Klimadebatte und MANCHE führen sie durchaus hysterisch, aber natürlich längst nicht ALLE:
  • Es gibt definitiv mehr als genug seriöse, sachliche und konstruktive Beiträge zum Klimawandel. Die Debatte ist keineswegs generell hysterisch.
  • Aber es gibt ebenso eindeutig mehr als genug Hysterie um dieses Thema. Das unsinnige Gerede von "das Ende der Welt, wie wir sie kennen" oder "keine lebenswerte Welt mehr für unsere Kinder" und so weiter. Das ist Panikmache, Gefühlsduselei und vor allem sachlich falsch.
  • Fridays for Future ist ein typisches Beispiel für Hysterie. Da wird die Schule geschwänzt, weil Klima wichtiger als Bildung sei. Die deutsche Anführerin räumt selbst ein, dass ihre Schulleistungen stark abgesackt sind und findet das in Ordnung. Das ist absurd und eindeutig ein Zeichen für Hysterie. Natürlich ließen sich Schulbildung und Aktivismus miteinander vereinen, wenn man nur wollte.
  • Hysterisch ist auch, ständig zu fordern, zu jammern, zu drohen, zu schaden, aber keine eigenen Lösungen anzubieten. Hysterisch ist, wenn man nur noch schreit, aber nicht konsequent an Lösungen arbeitet.
  • Überstürztes, unüberlegtes und unausgegorenes Handeln sowie blinder Aktionismus sind alles sichere Anzeichen der Klimahysterie.
  • Richtig ist aber auch, dass etwas geschehen muss. Das aber bitte wohl überlegt und technisch, wissenschaftlich und gesellschaftlich ausbalanziert und sinnvoll. Daran mangelt es derzeit leider ganz stark.

Habe es gerade mal durch die Hälfte der immer emotionaler werdenden Antworten und Kommentare geschafft. puuuh

Leute - es gibt Zahlen, Werte, die belegbar sind und keinerlei Glaubensrichtung unterliegen. Wir haben es verkackt und wir machen nix.

Das Unwort (was für'n Sch..ausdruck überhaupt) "Klimahysterie" kann vielfach interpretiert werden. Nach meiner (naturwissenschaftlichen) Meinung ist Hysterie längst nicht genug. Wir sollten alle schreiend und steinewerfend bei den Politikern aufschlagen und sofortige Maßnahmen fordern. Die besten Maßnahmen wären, China und Indien dermaßen unter Druck zu setzen, dass sie sich auch mal um das Problem kümmern.

Aber leider muss ich sagen - wir werden es nicht hinkriegen. Unsere Kinder und Enkel werden auf unsere Gräber pinkeln - falls sie noch genügend Wasser dafür haben.

So, jetzt muss ich aber meinen neuen SUV konfigurieren...

Um was geht es den Gegnern von Fridays For Future?

Ich frage mich genau, welche Interessen die Gegner von FFF verfolgen.

  • Geht es ihnen wirklich um die Kinder und sorgen sie sich um sie? Aber wenn dem so wäre, dann ist es ein Widerspruch, da die Antworten die sie geben sie eigentlich verletzen bzw. beachten sie nicht wirklich die Interessen der Kinder. Bestes Beispiel sind ja die Antworten "Diese Kinder sind doch alle nur Schwänzer. Sie sollen in die Schule gehen und was für's Leben lernen" - so oder in abgewandelter Form hört man das immer wieder. Also gehe ich nicht wirklich davon aus, dass dieser Punkt zutreffend ist.
  • Geht es eher um ihre eigenen Interessen? Die Kinder sollen später gut gebildet sein / ausgebildete Fachkräfte werden (die Wirtschaft fördern) und das würde nicht funktionieren, wenn sie einmal in der Woche sich für die Zukunft des Planeten einsetzen? Da verstehe ich aber einige Dinge auch nicht. Zum einen: Nicht jeder macht bei FFF mit, momentan sogar nur ein sehr geringer Teil. Diejenigen, die es aus Überzeugung machen, holen am Wochenende sogar den versäumten Schulstoff nach. Diejenigen, die das tatsächlich nur als Vorwand nutzen, um die Schule zu schwänzen, interessieren sich im Allgemeinen sowieso nicht für die Schule. Sie wären ansonsten nur körperlich aktiv im Unterricht und würden dann wahrscheinlich auch nichts lernen, geschweige denn am Wochenende irgendetwas für die Schule machen. Dieser Punkt ergibt auch wenig Sinn.
  • Geht es ihnen darum, dass sie selbst nicht an den menschengemachten Klimawandel glauben? Aber das ist auch wieder merkwürdig, weil sie die Kinder doch einfach nur in Ruhe lassen können und ihre Sicht der Dinge akzeptieren könnten?
  • Oder haben sie schlicht Angst davor, dass ihr eigenes Komfort gefährdet wird, z.B. aufgrund von CO2 Steuer?
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