?Trennung von meiner Frau, wann besteht Trennungsunterhalt?

10 Antworten

Bis zur Scheidung hat die Frau Anspruch darauf, ihren derzeitigen "Lebensstandard", inklusive Arbeitszeiten etc... beizubehalten, darf sich nur nicht "ärmer machen". 

Erst nach der Scheidung muss sie für sich selbst sorgen (und dann ggf. Vollzeit arbeiten).

Das Trennungsjahr ist ja u.a. dazu da, den Ehepartnern ausreichend Zeit einzuräumen, sich "allmählich" auf die neuen (finanziellen) Bedingungen nach der Scheidung einzustellen....

Unterhalte (Kind und Frau)

Deine Frau hat bis zur Scheidung Anspruch auf Trennungsunterhalt von dir - falls du über den Kindesunterhalt hinaus überhaupt noch "leistungsfähig" bist.

Der Unterhalt für minderjährige Kinder hat Vorrang vor allen anderen Verpflichtungen. - Zuerst einmal muss also der Unterhalt für das Kind berechnet werden, er ist abhängig von deinem Einkommen.

Der Trennungsunterhalt wird berechnet anhand eurer beider "unterhaltsrelevanter Einkommen" (UE) - daraus wird die Differenz gebildet und von dieser stehen der Frau dann 3/7 als Unterhalt für sich selbst zu... Dir muss aber zumindest der "Selbstbehalt von deinem Einkommen verbleiben (derzeit 1200 Euro), auch wenn du der Frau dann nicht den "vollen" Trennungsunterhalt zahlen könntest. 

Rechenbeispiel: 

Läge dein UE (Durchschnittsnetto der letzten 12 Monate abzüglich anrechenbarer Beträge bei rund 2500 Euro, würdest du für die Tochter Kindesunterhalt in Höhe von 347 Euro an die Frau zahlen müssen.

Die Differenz eurer beider Einkommen (Frau 450 Euro, Mann 2500-347=2153) läge bei 1703 Euro; 3/7 davon sind 730 Euro. Der Frau stünden also 730 Euro an Trennungsunterhalt zu. 

Da dir aber dein Selbstbehalt verbleiben muss, bräuchtest du der Frau tatsächlich nur (1703-1200=) 503 Euro Trennungsunterhalt zahlen.

Zugewinnaufteilung

Wenn ihr keinen extra Ehevertrag geschlossen habt, gilt eure Ehe als "Zugewinngemeinschaft": 

Alles das, was jeder vor der Ehe hatte (MöBel, Auto, Ersparnisse) bzw. der Geldwert dessen.., gehört ihm nach der Ehe allein.

Alles das, was während der Ehe dazugekommen ist (ganz egal, wie viel jeder dazu beigetragen hat) bzw. der Geldwert dessen..., wird auf beide gleichmäßig aufgeteilt.

Ihr solltet euch selber einigen, wer die Möbel, wer das Auto etc.... bekommt - und wer wem ggf. einen Ausgleich zahlen müsste. Solltet ihr dafür Anwälte hinzuziehen, wird teuer... (Mit dem Unterhalt hat der Zugewinn nichts zu tun - ihr könntest ggf. selbst etwas "verrechnen"...)

Versorgungsausgleich

Wenn ihr länger als drei Jahre verheiratet seid, so wird ein "Versorgungsausgleich" (Aufteilung der Rentenansprüche) vorgenommen:

Dazu werden alle Rentenansprüche ("Rentenpunkte"), die ihr zusammen während der Ehe erarbeitet habt, zusammengerechnet. Jeder bekommt dann die Hälfte davon auf sein eigenes Rentenkonto (für die spätere Rente) gutgeschrieben.

Dem ist nichts mehr zuzufügen.

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Der Anspruch auf TRennungsunterhalt besteht immer und zwar mindestens für ein Jahr bei Kindern ab 3 Jahren. Es ist hier nicht in Stein gemeisselt, aber wenn dein Tochter zur Schule geht, kann deiner Frau eine Teilzeittätigkeit zugemutet werden, dh. sie muss sich einen Job suchen. Ein Jahr hat sie somit Zeit sich eine Arbeit zu suchen. Das ist die Gesetzeslage. 

Da es aber nicht immer einfach ist alles zu bewerten solltest du auf jeden Fall einen Anwalt aufsuchen und dich beraten lassen. Mit dem Unterhalt  wird gar nichts verrechnet und schon gar keine Möbel etc. Was du und deine Frau zusammen in de Zugewinngemeinschaft erwirtschaftet habt, wird zu gleichen Teilen geteilt. Da jede Trennung anders ist, geht zum Anwalt. Was beim einen so war, muss bi dir zwangsläufig nicht auch so sein.

Ja, Trennungsunterhalt bis zur Scheidung kann Deine Frau einfordern.

Es ist unerheblich, dass sie voll arbeiten könnte. Sie hat ja nicht jetzt ihren Job gekündigt um Trennungunterhalt zu bekommen, sondern sie hat keinen gehabt.

Etwas anderes wäre nachehelicher Unterhalt.

Aber solange ihr nicht geschieden seid, seid ihr verheiratet und Du musst mit Deinem Gehalt für die Familie sorgen. Natürlich hast Du einen gewissen Selbstbehalt.

Möbel, etc. müsst ihr über Anwälte klären, wenn ihr Euch nicht einigen könnt.

Aber ich habe gelesen, dass man verpflichtet ist zu arbeiten wenn man es kann und sie kann ja auch in ihrem jetzigen Betrieb mehr arbeiten, so ist das ja nicht !

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@pierre1185

Man darf lediglich nicht sein Einkommen mutwillig verringern indem man z. B. seinen Job ohne Not kündigt. Das hat sie aber nicht getan und solange ihr verheiratet seid (BIS zur Scheidung) ist der Trennungsunterhalt bis zur Scheidung dafür da, damit ein Ehepartner der sich um Haushalt und Kinder gekümmert hat seinen gewohnten Lebensstandard halten kann.

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@pierre1185

Ach ja - und noch ein Hinweis. Freu Dich schon mal drauf, wenn dann vor der Scheidung noch der Versorgungsausgleich durchgeführt wird und Du die Hälfte Deiner während der Ehe erarbeiteten Rentenpunkte Deiner Frau geben musst.

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