Traumnovelle - Tipp für Klausur?

4 Antworten

Hallo Juliian. Also... Reintheoretisch könntest du allgemein das Thema: "Traum" sehen. Liegt nahe, ich weiß. Hat aber einen bestimmten Grund. In der Traumnovelle gibt es viele Aspekte zum Thema Traum. Albertine träumt zb, dass sie fremd geht. Man sieht aber ganz viele metaphorische Traumstellen: wie zb: Der Maskenball, der unterteilt ist in: Anreise, AUfenthalt und Abreise. Der Maskenball ist für Fridolin ein Traum, alles, was er sich erwünscht (Seine Triebe und Bedürfnisse) wird dort wahr. Die Unbekannte, Baronin D. Sie steht für das, was Fridolin ersehnt. Er mag nicht gehen, da sie ihn so fasziniert,auch wenn das seinen Tod bedeuten könnte. Als er dann geht, sie sich opfert und er sie im Leichenschauhaus wiedersieht, vergeht der Traum...die Attraktivität ist vergangen, das was er begehrte ist "schrumpelig, ...etc" Er beschreibt sie sehr kühl, unerotisch und ihm fallen viele Details auf, die ihn abstoßen. Da hört der Traum auf..........Außerdem könntest du den Traum im Bezug zum Instanzenmodell von Sigmund Freud deuten. Er hat auch den Traum darauf bezogen. Im Bezug auf Albertines "Fremdgehtraum": Sie musst jungfräulich in die Ehe gehen, durfte nichts ausprobieren und ausleben. Das ist auch in der Ehe von Fridolin und Albertine so: Ihre Triebe/Wünsche (Das "Es" im Instanzenmodell) kommen im Traum zum Vorschein: Erklärung für ihren Traum (Kurz gefasst.) Schnitzler kritisiert Freuds Instanzenmodell; es könnte demnach auch eine Kritik oder eigene Idee von Schnitzlerkommen: Sachtext!!--> Kannst du ja mal etwas darüber lesen, wenn du Langeweile hast. Ich hoffe, ich konnte dir helfen. Liebe Grüße Evil...p.s.Das sind alles mögliche Dinge, die vorkommen könnten...Aber auch klassische Charakterkonstellation, Gesprächsanalysen etc... Wenn du Fragen hast, meld dich =)

Super, vielen Dank! Da muss ich wirklich noch ziemlich viel nachlesen bei Freud, das hatten wir in der Schule nicht so detailliert. Danke, danke, danke.

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...ohne Worte ! 1+

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Albertinens Traum ist sicher ein guter Tipp, nur werden sicher viele auf die Idee kommen und zweitens ist die Stelle wirklich symbolträchtig, da kommt man ohne eine eingehende Beschäftigung mit der Traumdeutung nicht aus (obwohl Schnitzler dieser Studie grundsätzlich kritisch gegenüberstand [etwa: Brief an Tochter Lili von 1927], habe ich festgestellt, dass Freuds Analysetechnik da wirklich ergiebig ist). Sonst läufst du Gefahr, bei der Symbolanalyse sehr lässig, subjektiv und willkürlich zu verfahren.

Ich gebe dir bald weitere Tipps, vorher muss ich mir den Text noch mal ansehen!

Weitere Tipps also:

  1. Der Novellenanfang. Es lohnt sich immer, da ist auch ein Motto, das zu interpretieren ist: Frage nach den Antizipationen, die an solcher Stelle immer vorhanden sind und dann vom Ende her genauer interpretiert werden können.

  2. Fridolins Bericht von der Versuchung durch das Mädchen in Kap. I: „Eines Morgens aber wurde ich ganz plötzlich einer weiblichen Gestalt gewahr, die, eben noch unsichtbar gewesen, auf der schmalen Terrasse einer in den Sand gepfählten Badehütte, einen Fuß vor den andern setzend, die Arme nach rückwärts an die Holzwand gespreitet, sich vorsichtig weiterbewegte....“. Die ganze Passage ist sehr aufschlussreich und leichter zu interpretieren als Albertinens Traum (siehe meinen ersten Beitrag).

  3. Der erste Besuch bei Marianne, deren Vater verstorben ist. Da wird ihre Psyche im Kontext der bürgerlichen Welt sehr genau analysiert, dazu gehört auch ihr Verhältnis zu ihrem Verlobten Dr. Roedecker. Sie ist offenbar frustiert und heimlich in Fridolin verliebt.

  4. Der Besuch bei der Prostituierten : Nachdem Fridolin die Wohnung des verstorbenen Hofrates verlassen hat, sollte er nach Hause gehen; aber statt dessen beschliesst er, zunächst durch die Gassen der Stadt zu wandern, eine Haltung, die man als eine Suche nach Abenteuern interpretieren kann, als eine Weise, sich Begegnungen auszusetzen. Tatsächlich begegnet er zunächst einer Gruppe von Studenten, die ihn in seine Spitalzeit zurückversetzt und mit seiner Feigheit konfrontiert, und kurz darauf kommt er in ein Dirnenviertel, wo ihn eine Prostituierte anredet [ich musste diese Stelle ändern, der Support erlaubt offenbar das Wort "H..." nicht, ganz unabhängig vom Wortgebrauch! So primitiv sind die!] Man kann sogar Parallelstellen mit der Szene bei Marianne finden.

Diese Passage weist zwei Grundaspekte auf, die beide mit der Prostitution zu tun haben: zunächst geht es um einen geistig-psychologischen, dann um den konkreten Umgang mit der Dirne. Dreh- und Angelpunkt zwischen beiden Aspekten ist die Frage nach dem Namen des Straßenmädchens Mizzi (bei Schnitzler sind es oft alltägliche Details, die die Interpretatino in Gang setzen).

Und schliesslich ganz am Ende: Der Besuch bei Adler und die Konfrontation mit der Leiche der schönen Unbekannten. Entscheidend ist hier, dass die Symbole der Aufklärung umgekehrt werden (Licht unten!). Das gilt weitgehend für die ganze Novelle: du sollst nicht vergessen, dass der implizite Vergleich mit Mozarts Zauberflöte die ganze Novelle durchzieht (Nachtigall / Papageno!, die Nachtkönigin usw.).

Einführend kannst du darauf hinweisen, dass die ganze Textstruktur auf die Symbolik von Christi Leidensweg zugeschnitten ist (auch da nicht ohne ironischen Einschlag!). Ich beziehe mich dabei auf einen Befund des französischen Germanisten Philippe Forget, der den Text neu übersetzt und interpretiert hat: ursprünglich sind es im Evangelium 7 Stationen, dann 14. Nun zerfällt der Text in 7 Kapitel, und es wurde festgestellt, dass Fridolin genau 14 Orte besucht:

Redoute (1 mal) - dann: eigenes Haus (4), Geheimrat/Marianne (2), Straße (Studenten, 1), Mizzi (2), Kaffeehaus (2), Leihanstalt (2), Geheime Gesellschaft (2), kranker Advokat (1), Hotel Leopoldstadt (1), Poliklinik (1), Café Rathaus (1), Hotel Erzherzog Karl (1), Morgue (1).

Wenn man bedenkt, dass der Leidensweg Christi in Albertinens Traumbericht ausdrücklich erwähnt wird, ist der Hinweis geradezu einleuchtend!

Gratuliere ! 1+

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