Traumdeutung- Mord und jedes Detail beobachtet...Wie kann ich das verstehen?

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7 Antworten

Wichtig bei dem Versuch einen Traum deuten zu wollen, ist zu wissen, woher er kommt.

Von deinem Unterbewusstsein.
Dein Unterbewusstsein verarbeitet das Tagesgeschehen, deine Gedanken, Gefühle und Sorgen auf seine Art. Traumdeutung ist deshalb immer ein in sich selber sehen, mit dem Wachbewusstsein versuchen, das Unterbewusstsein zu verstehen. Nicht irgend ein Unterbewusstsein, nein, dein höchstpersönliches. Deshalb taugen Traumdeutungsbücher, generelle Hilfen allgemeiner Art wenig, da nur du selber weisst, welche Bedeutung für dich ein Geschehen hat. Die eine Person empfindet, jetzt mal ganz krass ausgedrückt, einen Flugzeugzeugabsturz bei dem alle ums Leben kommen, interessant. Die andere Person verzweifelt beinahe darob, obwohl sie selber nicht betroffen ist, keines der Opfer gekannt hatte.

Um jetzt dennoch einen Versuch zu machen, deinen Traum deuten zu wollen: Der Tod bedeute immer einen Verlust. Wenn im Traum jemand, etwas stirbt (Mensch, Tier oder Pflanze), heisst das, du hast Abschied genommen von etwas, eine Sache ist erledigt, abgeschlossen. Wobei der Zusammenhang von einem Menschen, der im Traum stirbt und einer Person im realen Leben nicht gegeben ist. Du kannst träumen, eine dir liebe Person sterbe/ist gestorben, doch du hast dich in der Realität mit einem dich bis anhin  ausfüllenden Steckenpferds getrennt, spielst neu nicht mehr Wasserball, sondern befasst dich nur noch mit Pferden. Nur so als Beispiel um zu sagen, dass man nicht eins zu eins Traumfiguren auf die reale Welt übertragen kann.

Du kannst dir wünschen, deine Träume besser zu verstehen. Du kannst dies deinem Unterbewusstsein sagen, ganz direkt, ohne Floskeln in bestimmten, klaren  Worten. Du kannst darüber meditieren, dich in Ruhe fragen, was denn mit der Begebenheit im Traum gemeint sei. Vielleicht kriegst du Antwort, möglich, dass du einen weiteren Traum haben wirst, in dem dir klarer wird, was der erste Traum sagen wollte.

Wenn nicht, auch gut. Dein Unterbewusstsein verarbeitet eben alles auf seine Weise, die für das Wachbewusstsein nicht immer schlüssig ist. Dass du dich überhaupt an einen Traum erinnern kannst ist deshalb, weil du anscheinend nur noch leicht im Schlaf warst, im Zwischenstadium von Wachen und Schlafen.

Träumen tun wir alle, jeden Tag/Nacht. Manchmal erinnern wir uns, meist nicht.

Nachts verarbeitet das Gehirn Informationen, Wahrnehmungen und Eindrücke, die es tagsüber gesammelt hat, indem es sie neu verknüpft, ordnet, sortiert, löscht etc., damit das Gehirn am nächsten Tag gut arbeiten kann. Nimmt die Wahrnehmung an dieser Aufräumaktion (nach innen) teil, sieht sie diese Verarbeitung in Form von Traumbildern. Damit sind Träume nur vergangenheits- und verarbeitungsbezogen interpretierbar.

Du hast schlicht die Informationen Blut bzw. die Eindrücke, die mit dem Thema Mord verbunden werden können, verarbeitet. Häufig spielt im Traum auch die Phantasie mit, weil auch die hierfür zuständigen Bereiche im Gehirn im Traum aktiv können. Die Verknüpfungen wie Eindruck "Mord" mit dem Bekannten sind häufig schlicht zufällig, wenn im nächtlichen Abarbeitungsprozess die Informationen zusammengelegt oder sonst gemeinsam abgearbeitet werden.

Demnach bedeutet Dein Traum wenig bis gar nichts, allenfalls dass Du hier intensive Eindrücke bzw. Eindrücke sehr intensiv verarbeitet hast, ggf. wurden hier auch Ängste oder sonstige negative Eindrücke abgearbeitet.

Das ist unheimlich kompliziert. Sigmund Freud und die gefühlte Hälfte aller Psychologen heutzutage haben bereits versucht genauere Bezüge festzustellen, aber sind auch nur zu relativ diffusen Korrelaten gekommen.
Meist liegt der Grund für diese Träume in einem unterbewusst ablaufenden Konflikt zwischen dem (laut Freud) "Über ich" und dem "Es" oder nicht erfolgreich elaborierten Sinneseindrücken und -Verarbeitungen während des Tages, wobei generell anzumerken ist, dass wir in Träumen keine "Dinge" erfinden können. Alles basiert auf bereits bekanntem oder etwaigen Verschneidungen. Und es kommt auch stark auf deine Gefühlslage an, welche du bei diesem Traum spürtest, wie du es genau wahrgenommen hast.
Es kann z.B. bedeuten, dass diese Person, welche ermordet wurde eine Bezugsperson für dich darstellt, welche du glaubst verlieren zu können (Verlustangst), und dir in letzter Zeit die Vergänglichkeit eurer Beziehung (durch Abwendung oder aufgrund des Traumes eher durch Versterben) bewusst wurde. Es kann aber auch genauso sein, dass du das moralische Dilemer eines Mordes in einem Beitrag verfolgt hast (in Zeitung, Film oder vielleicht sogar selbst) und in der Sitation überfordert warst es entsprechend zu elaborieren. In diesem Fall würde etwas in der Art von PTBS vorliegen (wenn es länger anhält und sich immer um das gleiche drehen würde). Aber was ich geschrieben habe ist nur eine sehr grobe Verallgemeinerung eines wirklich sehr komplexen Themas, was in professionelleren Sitzungen mit Psychotherapeuten über Stunden hinweg aufgearbeitet werden kann.
Ich würde dir empfehlen, wenn es länger andauern sollte Freunde oder (besser) Familie damit aufzusuchen, auf jedenfall Bezugspersonen, welchen du vertraust und welche dir zuhören und über deine Träume oder Gefühle reden können. Auch wäre es je nach Integrität vielleicht auch sinnvoll ein paar Sitzungen bei einem Therapeuten reinzuschnuppern (wobei eine entsprechende Behandlung bei gravierenderen Problemen länger dauert als nur ein paar Sitzungen). Du wärst gespannt, was du alles bei soetwas über dich selbst erfährst.
Es ist sehr komplex und ich glaube nicht, dass du dich allein damit rumschlagen solltest ;)

Traumdeutung - wenn überhaupt - geht nur interaktiv, also durch Frage-Antwort-Frage etc.

Heißt: es geht nicht um "wenn - dann", sondern eher um eine individuelle Erkundung für ein Individuum

Deutungen sind sehr schwieirg, da die Bedeutung eines bestimmten "Symbols" eigentlich immer personenabhängig ist.

Vielleicht würde es dir helfen luzides Träumen zu erlernen.

Eine gute Lektüre die ich dazu empfehlen kann wäre "Träume, was du träumen willst" - Stephen LaBerge

Kommentar von Leonna176
26.05.2016, 23:02

Daran versuche ich mich schon ziemlich lange, leider ohne Erfolg. Aber das Buch werde ich mir auf jeden Fall mal anschauen, auch wenn ich darin nicht viel Hoffnung sehe :) Danke

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Du hast eindeutig einen Bezug zu dieser Szene, der du wohl oder übel im Echt noch begegnen wirst. Da ich nicht glaube, dass du der Mörder sein wirst, hoffentlich auch nicht die Frau, wirst du vielleicht bei deinen Ermittlungen auf genau einen solchen Fall zustoßen. Es macht für unser Gefühl kein Unterschied, ob eine Situation in echt, also uns selber passiert, oder nachempfunden wird, weil wir es nachvollziehen wollen.

Naja grundsätzlich träumt man über dinge die man erlebt hat, die man gerne (oder nicht so gerne) erleben würde, über die man geschichten hörte (von freunden oder auch filmen etc.)

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