Traumberuf freiberufliche Hebamme?

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5 Antworten

Es gibt in Deutschland zwei Möglichkeiten der Ausbildung zur Hebamme:

Die althergebrachte Ausbildung erfolgt an einer der 58 Hebammenschulen im
Bundesgebiet. Die Ausbildung zur Hebamme dauert 3 Jahre und umfasst
1600 Stunden Theorie und 3000 Stunden Praxis - zumeist in Krankenhäuser
mit Geburtsmedizin und Hebammen.

Mittlerweile gibt es aber auch einen Bachelorstudiengang (z.B. in Bochum, Fulda und Berlin) zur Hebamme.

Das heißt, sowohl die staatliche Hebammen- als auch die Bachelorprüfung werden an der Hochschule abgenommen.

Seit September 2009 wird außerdem ein European Master of Science in
Midwifery an der Medizinischen Hochschule Hannover angeboten.

Nach dem Hebammenexamen kannst du angestellt, ganz oder neben einer
Festanstellung freiberuflich arbeiten und rechnest dann über die
Gebührenverordnung mit den jeweiligen Krankenkassen ab.

Freiberuflich arbeitende Hebammen brauchen zwingend eine Berufshaftpflichtversicherung. Die Absicherung vor Schadensersatzansprüchen Dritter ist für sie nicht nur zur eigenen Sicherheit essentiell, sondern auch gesetzlich vorgeschrieben.

Deren Prämien sind in den letzten Jahren extrem gestiegen, nicht weil Hebammen für mehr Geburtsschäden verantwortlich sind, sondern weil die Kosten für den einzelen Schadensfall sich vervielfacht haben. Derzeit liegt sie 6.274 Euro für die freiberufliche Geburtshilfe. Im Juli steigen sie erneut auf über 6.800 Euro jährliche Prämie. Bereits in der Vergangenheit konnten viele Hebammen die steigenden Haftpflichtkosten aufgrund anhaltend niedriger Vergütung nicht mehr erwirtschaften. Keine geburtshilflich tätige Hebamme bekommt aktuell noch einen finanziellen Ausgleich für ihre Haftpflichtkosten. Der GKV-Spitzenverband hat das bisherige System des Haftpflichtausgleichs für freiberufliche Hebammen abgeschafft. Der Hebammenverband wird dieses Vorgehen nicht hinnehmen und eine Klage einreichen gegen den Beschluss der Schiedsstelle zum Haftpflichtausgleich.

Leider steigen viele Hebammen aus der Freiberuflichkeit oder sogar ganz aus ihrem Beruf aus, denn von seiner Arbeit sollte man schon leben können. Das wiederum führt dazu, dass mittlerweile viele Schwangere keine Hebamme mehr in ihrer Umgebung für die Vorsorge, die Wochenbettbetreuung oder eine außerklinische Geburt finden.

Es gibt keinen "Ausbildungsstop" und die Aussichten für Berufseinsteiger auf dem Arbeitsmarkt an Kliniken sind gut. Auch können Hebammen nicht ersetzt werden, denn in Deutschland gibt es die sogenannte Hinzuziehungspflicht, die im Hebammengesetz unter II. ABSCHNITT - Vorbehaltene Tätigkeiten § 4 festgelegt ist.

Auf der Seite des Deutschen Hebammenverbands e.V oder des jeweiligen
Landeshebammenverbands findest du weitere Informationen und unter http://www.ausbildung-hebamme.de/Bewerbung-Hebammenausbildung.html nützliche Tipps zur Bewerbung.

Alles Gute für dich und viel Erfolg!

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Hallo

es gibt nur eine Ausbildung (und seit einigen Jahren auch ein Studium) zur Hebamme. Dabei wirst du die meiste Zeit in einem Krankenhaus verbringen. Es gibt lediglich ein Externat (bei uns im Studium sind das 8 Wochen) das du bei einer freiberuflichen Hebamme oder in einem Geburtshaus verbringen kannst. Mehr ist es leider für die Ausbildungszeit nicht. Die meisten Geburten finden heutzutage in Kliniken statt und dort wird man die meisten Erfahrungen in der Ausbildungszeit sammeln. Ich denke dass viele Hebammen Hausgeburten oder Geburtshausgeburten sehr motivierend und schön finden aber die Realität zeigt leider einen anderen Trend. Zu der enormen Verantwortung (die man natürlich auch im Krankenhaus hat!) kommt auch noch der Versicherungsstreit den die Hebammen seit Jahren führen. Es wird nur noch selten außerklinische Geburtshilfe angeboten weil keiner mehr davon leben kann. Ich selbst studiere momentan Hebammenkunde und wenn du irgendwelche Fragen hast kannst du mir gerne schreiben. 

LG

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